FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aussicht auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr hat den Dax am Montag auf ein Rekordhoch getrieben. Mit einem Anstieg bis zu 1,2 Prozent auf 24.825 Punkte ließ der deutsche Leitindex seine alte Bestmarke aus dem Oktober hinter sich. Zuletzt notierte das Börsenbarometer mit 24.787 Punkten noch ein Prozent im Plus.
Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Montag 0,82 Prozent auf 31.233 Zähler. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, setzte seinen Rekordkurs fort und stieg um 0,9 Prozent.
Bereits gegen Ende 2025 hatten Anleger hierzulande zunehmend auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft durch die Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Regierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.
"Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft - getragen von den Reformhoffnungen unter der Regierung Merz - in die Kurse einzupreisen", schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades. Dennoch bleibe die Marktdynamik vorerst fragil, da das Handelsvolumen nach den Feiertagen erst allmählich wieder anziehe.
Am Montag waren denn auch Aktien etwa aus dem Autosektor sowie von IT-Dienstleistern, die überwiegend mittelständische Unternehmen und den Staat bedienen, gefragt.
Zudem zogen Rüstungsaktien deutlich an. So schnellten Rheinmetall an der Dax-Spitze um fast sieben Prozent in die Höhe. Unter den besten Werten im MDax zogen die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk um knapp sieben und die des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt um fast acht Prozent an.
Damit holten die Rüstungswerte ihre Verluste des vierten Quartals weiter auf. Da hatten viele Anleger die zuvor bärenstarken Kursentwicklungen genutzt, um Kasse zu machen - auch in der Hoffnung auf ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.
Rüstungswerte profitieren nun aktuell davon, dass es nach wie vor keine Lösung für den Ukraine-Krieg gibt. Hinzu kommt jetzt noch die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Venezuela. Zudem drohte nach dem Angriff auf Venezuela US-Präsident Donald Trump jetzt auch Kolumbien.
"Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit", fuhr Sohlleder fort. Da Venezuela über signifikante Ölreserven verfüge, beobachteten Marktteilnehmer die Reaktion der Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationserwartungen mit Argusaugen. Sollte die geopolitische Instabilität zunehmen, könnte dies den Risikoappetit der Anleger kurzfristig bremsen.
Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar zu den Aktien von ASML blieben die Papiere des Branchenkollegen Aixtron gefragt und stiegen um weitere 4,7 Prozent. Die Rally des Chipindustrie-Ausrüsters Aixtron hatte im Herbst Fahrt aufgenommen. So hatten Empfehlungen der Investmentfirma Kerrisdale Capital und anschließend auch anderer Analystenhäuser frischen Schwung verliehen./la/zb
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