Nach vier Wochen Rally über den Jahreswechsel und einem Plus von 1.600 Punkten war es nur eine Frage der Zeit, wann der DAX mal eine Pause einlegt. Und so wie der Markt ohne wirklich positive Nachrichten zuvor gestiegen ist, fällt er heute ohne negative Impulse. Damit handelt es sich um eine ganz normale und vollkommen gesunde Gegenbewegung in einem weiterhin intakten Aufwärtstrend. Wichtig ist es jetzt, dass der DAX die 25.000er Marke hält, um kein Fehl- und damit weiteres Verkaufssignal auszusenden. Eine Konsolidierung zurück auf diese Barriere würde den bislang skeptischen und abwartenden Anlegern auch die Chance geben, auf dem vermeintlich billigeren Niveau noch auf den fahrenden Börsenzug aufzuspringen.
An der Wall Street indes mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Korrektur, auch weil die Favoriten des jüngsten Bullenmarktes, die Technologieaktien, nicht mehr so richtig in Schwung kommen. Allen voran scheint das Schwergewicht Nvidia in eine Konsolidierung eingebogen zu sein, die noch eine Weile andauern dürfte. Die Kursreaktion auf positive Nachrichten aus dem Sektor, wie wir sie in den vergangenen Monaten in der Regel gesehen haben, funktioniert nicht mehr. US-Big-Tech scheint so langsam doch über die Bewertungssorgen zu stolpern und Investoren schichten ihr Kapital in andere Sektoren um. Aufgrund ihrer hohen Gewichtung in den Indizes ist der Nettoeffekt allerdings aktuell noch negativ.
Positiv im DAX sticht heute der Chemie- und Pharmakonzern Bayer heraus. Die Aktie springt erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder über die Marke von 40 Euro. Neben den sich möglicherweise reduzierenden Risiken in der Causa Glyphosat, wo noch in dieser Woche eine Entscheidung in den USA erwartet wird, sieht das Management in Leverkusen auch operativ wieder ein schon lange in Vergessenheit geratenes Wachstum. Dank einiger Blockbuster-Medikamente soll die operative Marge, also das Verhältnis zwischen operativem Ergebnis und Umsatz, bis 2030 auf etwa 30 Prozent steigen. Damit bestätigt das Unternehmen die schon oft an dieser Stelle gehegte Erwartung, zu einer der Börsenstorys des Jahres 2026 werden zu können. Der Anfang ist gemacht - während der DAX fällt, steigt die Aktie heute um fast sechs Prozent.
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