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NEW YORK (dpa-AFX) - Positive Analystenkommentare haben der Aktie des US-Chipherstellers Intel am Dienstag kräftig Auftrieb gegeben. Eine Erholung des lange Zeit - vor allem im Vergleich zu bärenstarken Konkurrenz - schwächelnden Unternehmens nimmt immer mehr Form an. Am Aktienmarkt setzen Anleger schon länger auf eine Geschäftsbelebung.
Die Entwicklung von KI-Systemen kurbele die Nachfrage nach Server-CPUs kräftig an, begründete Analyst Frank Lee von der britischen Großbank HSBC seine Hochstufung der Aktie von "Reduce" auf "Hold" und sein deutlich von 26 auf 50 US-Dollar angehobenes Kursziel. Seaport Global Securities empfiehlt die Aktie inzwischen sogar zum Kauf.
Im schwachen Gesamtmarkt stieg das Intel-Papier zuletzt um knapp 5 Prozent auf 49,25 Dollar. Zeitweise ging es bis auf 50,23 Dollar nach oben. Bis oder gar über das am vergangenen Donnerstag bei 50,39 Dollar erreichten Hoch seit Ende 2023 ging es jedoch nicht hinaus.
Dennoch: Im noch jungen Jahr 2026 ist die Aktie bereits um 33 Prozent gestiegen. In den vergangenen vier Wochen sind es sogar etwas mehr als 40 Prozent. Seit Mitte Dezember hat sich der Kurs verdoppelt.
"Wir waren bei Intel vorsichtig, hauptsächlich aufgrund der allgemeinen Unsicherheit bezüglich der Kundenpipeline und der Herausforderungen bei der Umsetzung der Managementziele im Geschäftsbereich Intel Foundry", schrieb HSBC-Experte Lee. Zugleich verwies er auch darauf, dass im Kerngeschäft die möglichen Wachstumstreiber unklar gewesen seien.
Inzwischen ist er optimistischer geworden. "Wir erwarten eine überwältigend steigende Nachfrage nach Server-CPUs, getrieben durch die Zunahme agentischer KI." Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Lee nun mit einem Anstieg der Server-Auslieferungen von 15 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während die Marktschätzungen bei 4 bis 6 Prozent lägen.
Analyst Jay Goldberg von Seaport Global Securities ist sogar noch positiver gestimmt für die Aktie, die er auf "Buy" hochstufte. Er sprach von starken Signale für PC-Produkte und sieht auch die Aussichten für Intel Foundry nun positiver. Intel "sollte in diesem Jahr Marktanteile im Enterprise- und insbesondere im Consumer-Bereich zurückgewinnen können", gibt er sich überzeugt.
Für Intel läuft es schon eine Weile wieder besser. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern durch den Einstieg Nvidias und der US-Regierung Milliarden-Finanzspritzen bekommen. Außerdem verkaufte der Konzern den Spezialanbieter Altera. Konzernchef Lip-Bu Tan hatte zudem einen harten Sparkurs eingeschlagen.
Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpfte dann aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Hinzugekommen war Druck im angestammten Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren./ck/mis




