
© Foto: Symbolbild von Allan Watson auf Pexels
Die Aktie von Plug Power steht möglicherweise vor einer Aufwärtswelle. Am 29. Januar stimmen die Aktionäre über eine mögliche Kapitalerhöhung ab - eine Weichenstellung, die den Kurs in die eine oder andere Richtung treiben könnte.
Während die einen vor Verwässerung warnen, sehen andere in frischem Kapital die Chance auf einen Neustart. Die Analysten sind gespalten, die Kursziele reichen von umgerechneten mageren 1,30 bis ambitionierten über 7 US-Dollar. Doch genau diese Unsicherheit macht die Aktie interessant. Nach der Konsolidierung des letzten Anstiegs bildet sich jetzt möglicherweise ein Boden knapp unter der 2,50 US-Dollar-Marke. Wer gestaffelt einsteigt, könnte von einem erneuten Anlauf profitieren. Die technische Ausgangslage deutet auf Potenzial hin, operative Erfolge wie der NASA-Vertrag untermauern die Story. Kursziele von 3,50 bis 4,50 US-Dollar erscheinen nicht unrealistisch.
Die Ausgangslage: Zwischen Hoffnung und Unsicherheit
Plug Power bewegt sich derzeit in einem spannungsgeladenen Umfeld. Der Kurs pendelt um die 2,30 US-Dollar-Marke, nachdem die Aktie im September/ Oktober letzten Jahres eine beachtliche Rally in einer schönen Aufwärtswelle hingelegt hat. Mehrere neue Aufträge verbesserten bzw. könnten die Stimmung spürbar verbessern. Besonders der Liefervertrag mit der NASA für flüssigen Wasserstoff seit Dezember 2025 zeigt, dass Plug Power technologisch auf Augenhöhe spielt. Gleichzeitig drücken die Finanzzahlen aufs Gemüt. Im dritten Quartal 2025 stand ein Umsatz von 177 Millionen US-Dollar in den Büchern. Das Wachstum fiel bescheiden aus, die Verluste bleiben hoch. Die Nettomarge liegt bei -314 Prozent, die Eigenkapitalrendite bei -95 Prozent. In 25 Jahren hat das Unternehmen noch kein profitables Jahr geschafft. Erschreckende Zahlen und diese Zahlen erklären, warum der Markt vor der Abstimmung am 29. Januar nervös wird. Geht es um die Verdopplung der genehmigten Aktien, steht für bestehende Anleger viel auf dem Spiel. Eine Kapitalerhöhung würde zwar frisches Geld bringen, aber auch die Anteile verwässern. Ohne neue Mittel drohen jedoch Engpässe bei der Finanzierung. Die Analystenmeinungen spiegeln diese Zerrissenheit wider. TD Cowen stufte die Aktie Anfang Januar von Kaufen auf Halten ab und senkte das Kursziel von 4 auf 2 US-Dollar. BMO Capital bleibt mit 1,30 US-Dollar als Ziel noch pessimistischer. Auf der anderen Seite sieht Clear Street die Aktie bei 3 US-Dollar und vergibt ein Kaufen-Rating. H.C. Wainwright traut dem Titel sogar 7 US-Dollar zu. Da kann man fast nur sagen für jeden Geschmack und jede Meinung zur Aktie ist etwas dabei. Suchen Sie sich einfach Ihr Kursziel selber aus.

Charttechnik
Die Aktie hat den 200er SMA schon um etwa 15 Prozent hinter sich gelassen und bewegt sich klar im langfristigen Aufwärtstrend. Das ist ein positives Signal. Die Marke von 2,30 US-Dollar fungiert aktuell als wichtiger Orientierungspunkt. In den letzten Wochen rutschte der Kurs öfter knapp darunter, ohne aber deutlich abzustürzen. Diese Stabilisierung könnte auf eine Bodenbildung hindeuten. Nach dem steilen Anstieg im Herbst letzten Jahres war eine Verschnaufpause fällig. Genau diese sehen wir jetzt. Die Konsolidierung unterhalb von 2,50 US-Dollar wirkt wie eine Kraftsammlung für den nächsten Schub nach oben. Wer gestaffelt kauft, kann diese Phase nutzen. Bei 2,30 US-Dollar, 2,10 US-Dollar 1,90 US-Dollar und auch noch darunter bieten sich Einstiegspunkte an. So verteilt man das Risiko und erwischt mit etwas Geschick und Glück einen günstigen Durchschnittspreis. Ein Ausbruch über 2,80 US-Dollar würde weiteres Aufwärtspotenzial freisetzen. Mittelfristig erscheinen Kursziele von 3,50 bis 4,50 US-Dollar realistisch, wenn die fundamentalen Weichen richtig gestellt werden. Die technische Ausgangslage spricht jedenfalls dafür, dass sich hier eine Chance auftut.
Was tun?
Die Plug Power-Aktie ist nichts für schwache Nerven, das steht fest. Die fundamentale Lage bleibt angespannt. Hohe Verluste und ein anhaltender Kapitalbedarf sind Realität. Gleichzeitig zeigt das Elektrolyseur-Geschäft mit einem sequenziellen Umsatzplus von 46 Prozent im dritten Quartal erste Lichtblicke. Das Management peilt für die zweite Jahreshälfte 2026 ein positives EBITDA an. Die Abstimmung am 29. Januar ist der Dreh- und Angelpunkt. Wird die Kapitalerhöhung gebilligt, hat Plug Power mehr Luft zum Atmen. Aktionäre müssen dann aber mit Verwässerung leben, bekommen aber ein finanziell stabileres Unternehmen. Wird der Antrag abgelehnt, bleiben die Mittel knapp, was neue Unsicherheit schürt. Die Vereinbarung mit Walmart hat immerhin ein Verwässerungsrisiko aus bestimmten Warrants beseitigt. Das ist ein positiver Schritt. Charttechnisch sieht es nach Bodenbildung aus. Die Konsolidierung unter 2,50 US-Dollar könnte die Basis für einen neuen Anlauf sein. Ein gestaffelter Einstieg erscheint sinnvoll. Kursziele von 3,50 bis 4,50 US-Dollar sind mittelfristig durchaus denkbar, wenn das Unternehmen den Weg zur Profitabilität glaubwürdig aufzeigt. Die nächsten Quartalszahlen im Februar werden weitere Klarheit bringen. Für risikobereite Anleger mit längerfristigem Horizont kann sich ein Einstieg lohnen. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet noch das Ergebnis der Hauptversammlung ab.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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