
© Foto: von Mika Baumeister auf Unsplash
Die Deutsche Telekom-Aktie steht buchstäblich an einer Weggabelung. Nach wochenlangem Abwärtstrend hat sich der Kurs bei 26 Euro eingependelt und könnte dort einen doppelten Boden ausbilden. Gelingt dies, wäre der Weg frei für einen Rebound Richtung 30 Euro. Doch die Lage bleibt angespannt. Sollte die kritische Unterstützung bei 26 Euro brechen, droht ein weiterer Rutsch bis in den Bereich von 20 Euro. Technische Indikatoren wie der RSI deuten zwar auf eine mögliche Stabilisierung hin, doch die Nervosität am Markt ist spürbar. Analysten bleiben trotz der Schwäche optimistisch und sehen Kursziele von bis zu 40 Euro. Die Diskrepanz zwischen Börsenkurs und Expertenmeinung könnte kaum größer sein. Was steckt hinter dieser Entwicklung und welche Signale sollten Anleger jetzt beachten?
Aktuelle Kursentwicklung unter Druck
Die Telekom-Aktie ist in den letzten Wochen stark gefallen. Am Freitag kostete sie 26,74 Euro. Das liegt nur wenig über dem Jahrestief von ca. 26 Euro. Im März 2025 stand die Aktie noch bei fast 36 Euro. Seitdem hat sie gut ein Viertel ihres Wertes verloren. Auch zu Wochenbeginn ging es weiter abwärts. Dabei wurden viele Aktien gehandelt. Das zeigt, dass viele Anleger raus und verkaufen wollen. Ein großes Problem ist die US-Tochter T-Mobile. Deren Aktie hat ebenfalls neue Verlauf-Tiefs erreicht. Das belastet auch die Mutter in Deutschland. Denn das Amerika-Geschäft bringt einen großen Teil des Gewinns, wenn es gut läuft. Wenn es dort schlecht läuft, leidet auch die Telekom-Aktie. Viele Anleger sind jetzt verunsichert. Sie wissen nicht, ob es noch weiter runter geht.
Analysten bleiben optimistisch
Die Experten sehen die Lage aber anders. Sie empfehlen die Aktie weiter zum Kauf. Barclays nennt ein Kursziel von 40 Euro. Deutlich mehr als jetzt. Die Bank sagt, der Preiskampf im deutschen Markt werde nicht schlimmer. Im Jahr 2026 könnte es sogar ruhiger werden. Dann hätte die Telekom mehr Luft zum Atmen. Auch die UBS und Bernstein Research sind positiv gestimmt. Sie sehen faire Kurse zwischen 35 und 37 Euro. Die Analysten loben das stabile Geschäft und die gute Dividende. Das bringt eine Rendite von fast 4 Prozent. Dazu kauft die Telekom eigene Aktien zurück. Bis Ende 2026 sollen es zwei Milliarden Euro sein. Das soll den Kurs stützen und zeigen, dass das Management selbst an die Aktie glaubt.
Charttechnik
Der Chart sieht momentan nicht gut aus. Die Aktie ist schon seit langem unter den 200er SMA gefallen. Dieser liegt bei 29,96 Euro. Jetzt hat sich die Aktie zum zweiten Mal dem Tief vom bei 26 Euro genähert. An dieser Stelle könnte sich ein doppelter Boden bilden. Das wäre ein gutes Zeichen für eine Trendwende. Auch der RSI zeigt, dass die Aktie eher überverkauft ist. Das spricht für eine Erholung. Wenn der Kurs über 27,50 Euro steigt, könnte es bis 30 Euro gehen. Dort wartet aber der 200-Tage-Durchschnitt als Hürde. Die Gefahr bleibt aber groß. Fällt die Aktie unter 26 Euro, gibt es wenig Halt. Dann droht ein Sturz bis 20 Euro. In den nächsten Tagen, bzw. Wochen fällt die Entscheidung. Entweder dreht die Aktie nach oben, oder die Verkäufer drücken sie weiter nach unten.

Was tun?
Die Telekom-Aktie befindet sich an einem kritischen Punkt. Charttechnisch steht die Entscheidung zwischen Erholung und erneutem Abverkauf unmittelbar bevor. Fundamental ist das Bild gemischt. Das operative Geschäft läuft solide, die Dividende ist attraktiv und das Aktienrückkaufprogramm signalisiert Vertrauen des Managements. Die jüngsten Quartalszahlen zeigten ein leichtes Umsatzwachstum. Ende Februar stehen die finalen Zahlen für 2025 an. Bis dahin bleibt Unsicherheit. Die Schwäche der US-Tochter belastet zusätzlich. Analysten sehen zwar erhebliches Aufwärtspotenzial, doch der Markt folgt bislang nicht. Die Bewertung mit einem KGV von um die 15 ist moderat, aber auch nicht außergewöhnlich günstig. Für konservative Anleger mit langem Atem könnte die aktuelle Schwäche eine Einstiegschance bieten, zumal die Dividende einen gewissen Puffer bietet. Wer bereits investiert ist, sollte die 26-Euro-Marke genau beobachten. Hält diese Unterstützung, besteht die Chance auf eine technische Erholung. Fällt der Kurs darunter, ist Vorsicht geboten. Die kommenden Wochen bringen Klarheit darüber, ob die Telekom den Turnaround mit doppeltem Boden bei 26 Euro schafft oder ob die Korrektur noch nicht ausgestanden ist.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




