DUBLIN (dpa-AFX) - Der Billigflieger Ryanair erwartet nach einer Entspannung bei der Lieferung neuer Flugzeuge und einer steigenden Reiselust im laufenden Geschäftsjahr mehr Passagiere. Zudem gab das Management um Konzernchef Michael O'Leary erstmals einen konkreten Ergebnisausblick. Dieser sorgte an den Finanzmärkten jedoch für Verstimmung. Analysten stuften ihn als "konservativ" ein.
Die Aktie verlor daher am Montag nach Veröffentlichung des Berichts zum dritten Geschäftsquartals (per Ende Dezember) am Vormittag um knapp 2,4 Prozent. Das Papier hatte im vergangenen Jahr allerdings um 55 Prozent zugelegt.
Ryanair erwartet für 2025/26 (per Ende März) einen Anstieg des Passagierwachstums um vier Prozent auf fast 208 Millionen steigen, gegenüber den im November prognostizierten 207 Millionen. Die Flugpreise dürften um mehr als sieben Prozent wachsen und tendierten damit über dem Vorjahreswert, teilte die Fluggesellschaft in Dublin mit.
Für das laufende Jahr geht Ryanair einer "vorsichtigen Schätzung" nach von einem bereinigten Ergebnis nach Steuern von 2,13 bis 2,23 Milliarden Euro aus. Bislang hatte die Fluggesellschaft keine konkrete Prognose abgegeben, sondern nur ein "angemessenes Wachstum" in Aussicht gestellt. Im Jahr zuvor hatte Ryanair 1,6 Milliarden Euro verdient.
Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan notierte, dies erscheine "konservativ". Seine Kollegen von der Deutschen Bank stimmten dem zu und wiesen darauf hin, dass der Analystenkonsens mit 2,22 Milliarden Euro bereits am oberen Ende liege. Die eigene Schätzung liege mit 2,38 Milliarden sogar darüber, schrieben die Experten der Deutschen Bank.
Europas größter Billigflieger verzeichnete derweil Fortschritte bei den Boeing-Auslieferungen, nachdem es zuvor wegen der Krise beim US-Flugzeugbauer immer wieder Verzögerungen gegeben hatte. Die Fluggesellschaft erwartet nun eigenen Angaben zufolge die Auslieferung der letzten vier Max-8-Modelle bis Februar, während die neuere Max 10, die noch nicht zertifiziert ist, im Frühjahr 2027 in die Ryanair-Flotte aufgenommen werden soll. Ryanair erhöhte daher sein Passagierziel für das kommende Geschäftsjahr von 215 auf 216 Millionen.
Im dritten Quartal (per Ende Dezember) stieg der Umsatz um neun Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn nach Steuern sank dagegen unter anderem wegen gestiegener Kosten um 22 Prozent auf 115 Millionen Euro. Nicht berücksichtigt ist dabei eine Rückstellung von 85 Millionen Euro für eine Geldbuße der italienischen Wettbewerbsbehörde. Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn von 90,2 Millionen gerechnet. Die Experten der Deutschen Bank bescheinigten Ryanair insgesamt "solide Fortschritte"./nas/err/jha/



