Hamburg (ots) -
- 4. Ausgabe des Allianz Trade Inkasso-Rankings: Globale Inkasso-Komplexität liegt weiterhin auf einem hohen Niveau bei 47,2/100 Punkten (2022: 49/100)
- Etwa 1,1 Billionen US-Dollar (USD) und damit fast die Hälfte der internationalen Handelsforderungen ist mit einem sehr hohen oder schwerwiegenden Inkasso-Risiko behaftet
- Inkasso-Musterschüler: Deutschland wird Klischees gerecht und sichert sich Spitzenposition (2022: Platz 2) vor den Niederlanden und Portugal
- Schlusslichter: In Saudi-Arabien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist es für Exporteure besonders schwierig, offene Forderungen einzutreiben
- Potenzial meets Risiko: Selektivität und Augenmaß in Handelszentren der nächsten Generation
In einer immer stärker fragmentierten Welt, wird es für Exporteure immer schwieriger, unbezahlte Rechnungen einzutreiben. Die globale Komplexität des Inkassos liegt mit durchschnittlich 47,2 von 100 Punkten weiterhin auf einem "hohen" Niveau und damit nur geringfügig unter dem Wert der dritten Ausgabe des Rankings im Jahr 2022 (49/100). Zu diesem Schluss kommt die vierte Ausgabe des Inkasso-Rankings[1] des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. In dieser Studie wird in einem Ranking die "Inkasso-Komplexität" in 52 Volkswirtschaften bewertet, die insgesamt 90 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und Handels ausmachen.
Inkasso-Musterschüler: In Deutschland kommen Unternehmen am besten an ihr Geld
"Deutschland ist aktuell der Inkasso-Musterschüler, gefolgt von den Niederlanden und Portugal", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "In der letzten Ausgabe des Rankings lag Deutschland noch hinter Schweden auf Rang zwei, hat sich nun aber den Spitzenplatz gesichert. Deutsche Unternehmen gelten als besonders zuverlässig - das wird nun auch im Ranking attestiert. Dabei spielt auch das gute Zahlungsverhalten der hiesigen Unternehmen eine Rolle, aber auch zeitnahe und effiziente Entscheidungen der Gerichte. Das effizienteste Mittel zum Eintreiben von Forderungen sind allerdings professionelle vorgerichtliche Verhandlungen. Auch bestehende Eigentumsvorbehaltsrechte können die Position der Gläubiger in Insolvenzverfahren erheblich verbessern."
Exportnation Deutschland: Im Ausland kann es haarig werden beim Eintreiben von Schulden
Am anderen Ende der Skala ist es in Saudi-Arabien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) für Exporteure besonders schwierig, offene Forderungen einzutreiben. Bei den wichtigsten deutschen Handelspartnern ist die Inkasso-Komplexität in China (Platz 48; schwerwiegend: 66 Punkte), der Slowakei (Platz 45; sehr hoch: 59 P.) und Indien (Platz 44; sehr hoch: 57 P.) am höchsten.
"Das Eintreiben internationaler Schulden wird häufig unterschätzt", sagt Bogaerts. "Dabei spielt das gerade in einer exportorientierten Wirtschaft wie Deutschland eine große, aber sehr unliebsame Rolle. Bei säumigen Zahlern ist es im Ausland oft nicht mit ein paar Mahnläufen getan. Das Verfahren kann vielerorts sehr aufwändig sein. In einigen Ländern kann es Monate oder Jahre dauern, bis die Unternehmen ihr Geld bekommen - wenn überhaupt. Vor allem im Mittleren Osten, Asien und Afrika kann es kompliziert werden."
Im Risiko: 1,1 Billionen US-Dollar an offenen Handelsforderungen in sehr komplexen Ländern
Und genau dort sind nach Schätzungen von Allianz Trade viele Forderungen: Etwa 1,1 Billionen US-Dollar (USD) und damit fast die Hälfte der internationalen Handelsforderungen ist mit einem sehr hohen oder schwerwiegenden Inkasso-Risiko behaftet.
"Wir schätzen, dass fast die Hälfte (48 %) der internationalen Handelsforderungen in Ländern mit einer 'sehr hohen' (22 %) oder 'schwerwiegenden' (26 %) Komplexität liegen", sagt Fabrice Desnos, Vorstandsmitglied von Allianz Trade, zuständig für Credit Intelligence, Rückversicherung und Bürgschaften. "Im Vergleich zu 2022 ist dies ein geringfügiger Anstieg (+1 Prozentpunkt), jedoch aufgrund des wachsenden globalen Handels ein deutlicher Anstieg des absoluten Wertes auf 1,1 Billionen US-Dollar. Insolvenzverfahren machen nach wie vor den Großteil der Komplexität beim Inkasso in allen Regionen aus. Insbesondere die lokalen Zahlungsgewohnheiten sind der Hauptgrund für die Komplexität des Inkassos im Nahen Osten."
Globale Komplexität nimmt leicht ab, aber Inkassoverfahren bleiben große Herausforderung
Insgesamt ist das Inkasso für Unternehmen, insbesondere für Exporteure, sehr komplex angesichts der weltweit weiterhin hohen Zahl von Unternehmensinsolvenzen und der zunehmenden globalen Fragmentierung aufgrund sich verändernder Handelsmuster, volatiler protektionistischer Tendenzen, geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Risiken.
Das Ranking des Indexes hat vier Stufen der Komplexität: "gering" (Wert unter 40), "hoch" (zwischen 40 und 50), "sehr hoch" (50 bis 60) und "schwerwiegend" (über 60). Der weltweite Durchschnitt liegt geringfügig unter dem Wert der Ausgabe im Jahr 2022 (49/100). Gleichzeitig zeigt sich im Vergleich vor allem eine geringere Risikostreuung: Ein geringerer Anteil der Länder fällt nun unter die Kategorien "schwerwiegend" (15 % gegenüber 16 % im Jahr 2022) und "sehr hoch" (21 % gegenüber 29 %). Dafür haben inzwischen mehr Länder ein "hohes" Risiko (29 % gegenüber 24 %) sowie ein "geringes" (35 % gegenüber 31 %).
Schlusslichter: Schwierigste Schuldeneintreibung in Saudi-Arabien, Mexiko und den VAE
Gerichtliche Komplexitäten treten in Westeuropa weniger häufig auf als im Nahen Osten, in Afrika und Lateinamerika. Diese strukturellen Faktoren erklären, warum das internationale Inkasso weltweit nach wie vor ein schwieriger Prozess ist, besonders bei den Schlusslichtern im Ranking Saudi-Arabien, Mexiko und den VAE.
"Internationale Schuldeneintreibung ist in Saudi-Arabien fast dreimal so komplex wie in Deutschland. Letzteres ist jedoch hinsichtlich des internationalen Inkassos nicht ganz unkompliziert", sagt Pascal Personne, Leiter der Schadens- und Inkassoabteilung bei der Allianz Trade Gruppe. "In diesem Zusammenhang hat sich die Kluft zwischen fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländern im Laufe der Zeit, insbesondere in Asien, allmählich verringert, aber sie bleibt bestehen. Die meisten Industrieländer haben ein 'geringes' Maß an Inkasso-Komplexität. Im Durchschnitt sind der Nahe Osten und Afrika die beiden komplexesten Regionen."
Selektivität notwendig für Geschäfte in "Next Generation Trade Hubs"
Inmitten der strukturellen Veränderungen des globalen Handelssystems entstehen neue Handelszentren, die zu Verbindungsgliedern in neuen Handelsrouten werden, sowie neue Produktionszentren. Trotz ihrer Attraktivität bleibt die Eintreibung von Forderungen in diese Märkten jedoch eine Herausforderung für Exporteure, was die bestehenden Länderrisiken noch verstärkt.
"In einer Welt, die von Geopolitik, Protektionismus und den Auswirkungen des Klimawandels gespalten ist, beschreitet der globale Handel neue Wege", sagt Maxime Lemerle, Leiter der Insolvenzanalyse bei Allianz Trade. "Aufstrebende 'Handelszentren der nächsten Generation', darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Malaysia, weisen mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 62 eine 'schwerwiegende' Komplexität beim Inkasso auf. Obwohl diese Märkte im aktuellen Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnen, erfordert dies Selektivität und ein engmaschiges Kreditmanagement, wenn man erwägt, dort mehr Geschäfte zu tätigen."
Die vollständige Studie zum Allianz Trade Inkasso-Ranking finden Sie beigefügt und hier: https://bit.ly/4t0Bxwh
[1] Der Allianz Trade Inkasso-Index ein Maß für den Komplexitätsgrad internationaler Inkassoverfahren in jedem einzelnen Land auf einer Skala von 0 (am wenigsten komplex) bis 100 (am komplexesten). Der Score basiert auf der Einschätzung von Inkassoexperten von Allianz Trade weltweit (340) und über 40 objektiven Indikatoren.
Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.
Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.
Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit über 70.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.
Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. 2024 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 3,8 Milliarden und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.
Weitere Informationen auf www.allianz-trade.de
Hinweis bezüglich zukunftsgerichteter Aussagen Die in dieser Meldung enthaltenen Informationen können Aussagen über zukünftige Erwartungen und andere zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen Einschätzungen und Annahmen der Geschäftsführung basieren, und bekannte und unbekannte Risiken sowie Unsicherheiten beinhalten, aufgrund derer die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse von den hier gemachten Aussagen wesentlich abweichen können. Neben zukunftsgerichteten Aussagen im jeweiligen Kontext spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird", "sollte", "erwartet", "plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt", "prognostiziert", "potenziell" oder "weiterhin" ebenfalls eine zukunftsgerichtete Aussage wider. Die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der "Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw. ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen, sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen, regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.
Pressekontakt:
Allianz Trade
Antje Wolters
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)40 8834-1033
Mobil: +49 (0)160 899 2772
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Original-Content von: Allianz Trade, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/52706/6204600
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- Etwa 1,1 Billionen US-Dollar (USD) und damit fast die Hälfte der internationalen Handelsforderungen ist mit einem sehr hohen oder schwerwiegenden Inkasso-Risiko behaftet
- Inkasso-Musterschüler: Deutschland wird Klischees gerecht und sichert sich Spitzenposition (2022: Platz 2) vor den Niederlanden und Portugal
- Schlusslichter: In Saudi-Arabien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist es für Exporteure besonders schwierig, offene Forderungen einzutreiben
- Potenzial meets Risiko: Selektivität und Augenmaß in Handelszentren der nächsten Generation
In einer immer stärker fragmentierten Welt, wird es für Exporteure immer schwieriger, unbezahlte Rechnungen einzutreiben. Die globale Komplexität des Inkassos liegt mit durchschnittlich 47,2 von 100 Punkten weiterhin auf einem "hohen" Niveau und damit nur geringfügig unter dem Wert der dritten Ausgabe des Rankings im Jahr 2022 (49/100). Zu diesem Schluss kommt die vierte Ausgabe des Inkasso-Rankings[1] des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. In dieser Studie wird in einem Ranking die "Inkasso-Komplexität" in 52 Volkswirtschaften bewertet, die insgesamt 90 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und Handels ausmachen.
Inkasso-Musterschüler: In Deutschland kommen Unternehmen am besten an ihr Geld
"Deutschland ist aktuell der Inkasso-Musterschüler, gefolgt von den Niederlanden und Portugal", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "In der letzten Ausgabe des Rankings lag Deutschland noch hinter Schweden auf Rang zwei, hat sich nun aber den Spitzenplatz gesichert. Deutsche Unternehmen gelten als besonders zuverlässig - das wird nun auch im Ranking attestiert. Dabei spielt auch das gute Zahlungsverhalten der hiesigen Unternehmen eine Rolle, aber auch zeitnahe und effiziente Entscheidungen der Gerichte. Das effizienteste Mittel zum Eintreiben von Forderungen sind allerdings professionelle vorgerichtliche Verhandlungen. Auch bestehende Eigentumsvorbehaltsrechte können die Position der Gläubiger in Insolvenzverfahren erheblich verbessern."
Exportnation Deutschland: Im Ausland kann es haarig werden beim Eintreiben von Schulden
Am anderen Ende der Skala ist es in Saudi-Arabien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) für Exporteure besonders schwierig, offene Forderungen einzutreiben. Bei den wichtigsten deutschen Handelspartnern ist die Inkasso-Komplexität in China (Platz 48; schwerwiegend: 66 Punkte), der Slowakei (Platz 45; sehr hoch: 59 P.) und Indien (Platz 44; sehr hoch: 57 P.) am höchsten.
"Das Eintreiben internationaler Schulden wird häufig unterschätzt", sagt Bogaerts. "Dabei spielt das gerade in einer exportorientierten Wirtschaft wie Deutschland eine große, aber sehr unliebsame Rolle. Bei säumigen Zahlern ist es im Ausland oft nicht mit ein paar Mahnläufen getan. Das Verfahren kann vielerorts sehr aufwändig sein. In einigen Ländern kann es Monate oder Jahre dauern, bis die Unternehmen ihr Geld bekommen - wenn überhaupt. Vor allem im Mittleren Osten, Asien und Afrika kann es kompliziert werden."
Im Risiko: 1,1 Billionen US-Dollar an offenen Handelsforderungen in sehr komplexen Ländern
Und genau dort sind nach Schätzungen von Allianz Trade viele Forderungen: Etwa 1,1 Billionen US-Dollar (USD) und damit fast die Hälfte der internationalen Handelsforderungen ist mit einem sehr hohen oder schwerwiegenden Inkasso-Risiko behaftet.
"Wir schätzen, dass fast die Hälfte (48 %) der internationalen Handelsforderungen in Ländern mit einer 'sehr hohen' (22 %) oder 'schwerwiegenden' (26 %) Komplexität liegen", sagt Fabrice Desnos, Vorstandsmitglied von Allianz Trade, zuständig für Credit Intelligence, Rückversicherung und Bürgschaften. "Im Vergleich zu 2022 ist dies ein geringfügiger Anstieg (+1 Prozentpunkt), jedoch aufgrund des wachsenden globalen Handels ein deutlicher Anstieg des absoluten Wertes auf 1,1 Billionen US-Dollar. Insolvenzverfahren machen nach wie vor den Großteil der Komplexität beim Inkasso in allen Regionen aus. Insbesondere die lokalen Zahlungsgewohnheiten sind der Hauptgrund für die Komplexität des Inkassos im Nahen Osten."
Globale Komplexität nimmt leicht ab, aber Inkassoverfahren bleiben große Herausforderung
Insgesamt ist das Inkasso für Unternehmen, insbesondere für Exporteure, sehr komplex angesichts der weltweit weiterhin hohen Zahl von Unternehmensinsolvenzen und der zunehmenden globalen Fragmentierung aufgrund sich verändernder Handelsmuster, volatiler protektionistischer Tendenzen, geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Risiken.
Das Ranking des Indexes hat vier Stufen der Komplexität: "gering" (Wert unter 40), "hoch" (zwischen 40 und 50), "sehr hoch" (50 bis 60) und "schwerwiegend" (über 60). Der weltweite Durchschnitt liegt geringfügig unter dem Wert der Ausgabe im Jahr 2022 (49/100). Gleichzeitig zeigt sich im Vergleich vor allem eine geringere Risikostreuung: Ein geringerer Anteil der Länder fällt nun unter die Kategorien "schwerwiegend" (15 % gegenüber 16 % im Jahr 2022) und "sehr hoch" (21 % gegenüber 29 %). Dafür haben inzwischen mehr Länder ein "hohes" Risiko (29 % gegenüber 24 %) sowie ein "geringes" (35 % gegenüber 31 %).
Schlusslichter: Schwierigste Schuldeneintreibung in Saudi-Arabien, Mexiko und den VAE
Gerichtliche Komplexitäten treten in Westeuropa weniger häufig auf als im Nahen Osten, in Afrika und Lateinamerika. Diese strukturellen Faktoren erklären, warum das internationale Inkasso weltweit nach wie vor ein schwieriger Prozess ist, besonders bei den Schlusslichtern im Ranking Saudi-Arabien, Mexiko und den VAE.
"Internationale Schuldeneintreibung ist in Saudi-Arabien fast dreimal so komplex wie in Deutschland. Letzteres ist jedoch hinsichtlich des internationalen Inkassos nicht ganz unkompliziert", sagt Pascal Personne, Leiter der Schadens- und Inkassoabteilung bei der Allianz Trade Gruppe. "In diesem Zusammenhang hat sich die Kluft zwischen fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländern im Laufe der Zeit, insbesondere in Asien, allmählich verringert, aber sie bleibt bestehen. Die meisten Industrieländer haben ein 'geringes' Maß an Inkasso-Komplexität. Im Durchschnitt sind der Nahe Osten und Afrika die beiden komplexesten Regionen."
Selektivität notwendig für Geschäfte in "Next Generation Trade Hubs"
Inmitten der strukturellen Veränderungen des globalen Handelssystems entstehen neue Handelszentren, die zu Verbindungsgliedern in neuen Handelsrouten werden, sowie neue Produktionszentren. Trotz ihrer Attraktivität bleibt die Eintreibung von Forderungen in diese Märkten jedoch eine Herausforderung für Exporteure, was die bestehenden Länderrisiken noch verstärkt.
"In einer Welt, die von Geopolitik, Protektionismus und den Auswirkungen des Klimawandels gespalten ist, beschreitet der globale Handel neue Wege", sagt Maxime Lemerle, Leiter der Insolvenzanalyse bei Allianz Trade. "Aufstrebende 'Handelszentren der nächsten Generation', darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Vietnam und Malaysia, weisen mit einer durchschnittlichen Punktzahl von 62 eine 'schwerwiegende' Komplexität beim Inkasso auf. Obwohl diese Märkte im aktuellen Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnen, erfordert dies Selektivität und ein engmaschiges Kreditmanagement, wenn man erwägt, dort mehr Geschäfte zu tätigen."
Die vollständige Studie zum Allianz Trade Inkasso-Ranking finden Sie beigefügt und hier: https://bit.ly/4t0Bxwh
[1] Der Allianz Trade Inkasso-Index ein Maß für den Komplexitätsgrad internationaler Inkassoverfahren in jedem einzelnen Land auf einer Skala von 0 (am wenigsten komplex) bis 100 (am komplexesten). Der Score basiert auf der Einschätzung von Inkassoexperten von Allianz Trade weltweit (340) und über 40 objektiven Indikatoren.
Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.
Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.
Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und gibt den weltweit über 70.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.
Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.800 Mitarbeiter weltweit. 2024 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen konsolidierten Umsatz von EUR 3,8 Milliarden und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.
Weitere Informationen auf www.allianz-trade.de
Hinweis bezüglich zukunftsgerichteter Aussagen Die in dieser Meldung enthaltenen Informationen können Aussagen über zukünftige Erwartungen und andere zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf aktuellen Einschätzungen und Annahmen der Geschäftsführung basieren, und bekannte und unbekannte Risiken sowie Unsicherheiten beinhalten, aufgrund derer die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse von den hier gemachten Aussagen wesentlich abweichen können. Neben zukunftsgerichteten Aussagen im jeweiligen Kontext spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird", "sollte", "erwartet", "plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt", "prognostiziert", "potenziell" oder "weiterhin" ebenfalls eine zukunftsgerichtete Aussage wider. Die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der "Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw. ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen, sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen, regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.
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