DJ PRESSESPIEGEL/Unternehmen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
DEUTSCHE BANK - Bei der Deutschen Bank hat es am Mittwoch eine Durchsuchung wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegeben. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung steht diese im Zusammenhang mit einem prominenten früheren Kunden der Bank: dem seit März 2022 in der EU sanktionierten russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Die Deutsche Bank soll eine oder mehrere Geldwäscheverdachtsmeldungen zu Firmen des Oligarchen verspätet an die Behörden abgegeben haben. Ein Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt bestätigte zwar, dass die Behörde gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche und in Zusammenhang stehender weiterer Vorwürfe nach dem Geldwäschegesetz führt, zum Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, der über die Deutsche Bank erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst könnten jedoch keine weiteren Angaben gemacht werden. (Süddeutsche Zeitung)
PORSCHE - Der Sportwagenbauer Porsche stellt sich in China dauerhaft auf niedrige Stückzahlen ein. "Der Premium- und Luxusmarkt in China ist binnen kurzer Zeit um rund 80 Prozent eingebrochen, und wir rechnen nicht mit einer Erholung", sagte VW-Konzernchef Oliver Blume in Berlin. Konzernkreise rechnen mit weiter sinkenden Auslieferungen und nennen ein Volumen von 30.000 bis 40.000 Fahrzeugen. 2025 hatte Porsche in China knapp 42.000 Fahrzeuge verkauft - ein Minus von mehr als 50 Prozent gegenüber den Spitzenjahren 2021 und 2022. Porsche äußerte sich dazu nicht. (Handelsblatt)
INFINEON/AMS OSRAM - Infineon will nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wichtige Teile von AMS Osram übernehmen. Dabei soll es sich um das Medizin- und Industriegeschäft mit Halbleitern handeln, der Kaufpreis soll bei gut 500 Millionen Euro liegen. Die Gespräche seien "in einem fortgeschrittenen Stadium", heißt es, eine Einigung könnte es noch im Februar geben. Sowohl AMS Osram als auch Infineon wollten sich nicht äußern. Erst vor zwei Wochen hatte AMS Osram mitgeteilt, es gebe "fortgeschrittene Gespräche über den Verkauf einzelner Geschäftsaktivitäten" und es würde mit Erlösen von mehr als 500 Millionen Euro gerechnet. (Süddeutsche Zeitung)
COMMERZBANK - Die Commerzbank hat Ärger mit ihrer Fondstochter Aquila Capital. Konkret geht es um zwei Fonds des Hamburger Sachwerte-Investors im Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Gemeinsam stehen sie damit für grob ein Fünftel der gesamten Aquila-Assets. Finanz-Szene hatte zuerst darüber berichtet. Dem Medienbericht zufolge gerieten die beiden Fonds vergangenes Jahr in Schieflage, da Investments in Südeuropa schiefgegangen sind. Investoren versuchen deshalb, ihre Gelder aus dem Fonds abzuziehen. Aquila Capital ist frühphasig bei der Projektentwicklung nachhaltiger Photovoltaik- oder Windanlagen aktiv. Die Commerzbank bestätigt auf Nachfrage, dass im vergangenen Jahr bei zwei Aquila-Capital-Fonds, die sich ausschließlich an institutionelle Anleger richten, Rückgabeanträge in materiellem Umfang infolge einer geänderten Allokationsstrategie der Investoren eingereicht wurden. (Börsen-Zeitung)
AIRBUS - Der Chef der Zivilflugzeugsparte bei Airbus, Lars Wagner, hat es zu einem seiner Hauptziele erklärt, die Produktion der Langstreckenflugzeuge massiv zu erhöhen und damit die langjährige Vormachtstellung des Konkurrenten Boeing in dem Segment endlich anzugreifen. "Ich glaube, die Produktionsraten, die wir derzeit planen, reichen bei Weitem nicht aus", sagte Wagner beim Treffen der Flugzeugleasingkonzerne in Dublin. "Es vergeht kein Tag, an dem ich intern nicht über eine weitere Erhöhung spreche." (Süddeutsche Zeitung)
ZF - Der neue Chef des zweitgrößten deutschen Autozulieferers ZF, Mathias Miedreich, bereitet den Konzern auf einen weiteren Verkauf vor. ZF gliedere die Windkraft-Sparte in eine eigene Einheit aus, um flexibler zu sein, kündigte er im Interview mit dem Handelsblatt an. "Wenn wir feststellen, dass es wieder so eine Win-win-win-Situation wie bei den Fahrerassistenzsystemen gibt, es also technisch, strategisch und finanziell passt, dann werden wir uns mit dem Thema beschäftigen", sagte Miedreich. Der Sanierer scheut sich nicht vor harten Schluss-Strichen und nennt erstmals eine konkrete Verlusthöhe: Die Wertberichtigungen für unprofitable Aufträge würden für einen Buchverlust von 1,5 Milliarden Euro sorgen. Miedreich rechnet außerdem damit, dass ZF nach der Restrukturierung ein Fünftel weniger Umsatz haben wird. (Handelsblatt)
STRÖER - Der Außenwerber Ströer verschärft die Präsenzregeln. Von April an müssen Beschäftigte vier von fünf Tagen, also 80 Prozent ihrer Arbeitszeit, im Büro verbringen. Bislang sind es nur 50 Prozent. Die Möglichkeit, aus dem Ausland zu arbeiten, hat Ströer ganz gestrichen. In Kommentaren heißt es, die Atmosphäre sei seit der kurzfristigen Ankündigung "im Keller". Manche Angestellte spekulieren, mit den "Schikanen" wolle der Konzern Beschäftigte vergraulen. Diesen Vorwurf will das Ströer-Management nicht kommentieren. Das Unternehmen verteidigte aber die neue Regelung in einer schriftlichen Antwort: Die Pandemie sei vorbei, und Ströer stehe in hartem Wettbewerb. "Diesen Entwicklungen müssen wir Rechnung tragen." Das Management hofft, dass das gemeinsame Arbeiten im Büro "den Teamspirit" und Austausch stärke. Schwarmintelligenz entstehe nur dann, wenn der Schwarm zusammen ist. (Süddeutsche Zeitung)
ALEPH ALPHA - Das Heidelberger Start-up Aleph Alpha kommt nicht zur Ruhe. Wenige Wochen, nachdem Mitgründer Jonas Andrulis den Anbieter von Dienstleistungen rund um Künstliche Intelligenz (KI) überraschend verlassen hat und die Entlassung von 50 Mitarbeitern bekannt wurde, geht jetzt auch ein strategischer Investor von Bord. Der Wagniskapitalarm des Industriekonzerns Bosch verkauft seine Aleph-Alpha-Anteile an die schon am Unternehmen beteiligte Schwarz-Gruppe. Das geht aus einer Mitteilung der Schwarz-Gruppe am Mittwochnachmittag hervor. Bosch bestätigt den Vorgang auf Anfrage. Der Schwerpunkt der Investmenttätigkeit von Bosch Ventures liege auf Technologieunternehmen, die an Themen arbeiten, die für Bosch aktuell und künftig von Bedeutung seien. (FAZ)
REVOLUT - Bislang lief das Wachstum der britischen Digitalbank Revolut in Deutschland eher schleppend. Doch nun will die Neobank hierzulande mehr Kunden gewinnen - und setzt dabei auf eine Strategie mit prominenten Partnern, mehr Präsenz und neuen Produkten. "Wir haben eine neue Phase erreicht. Jetzt geht es darum, Revolut als Marke global deutlich bekannter zu machen", sagte Manager Antoine Le Nel, der bei Revolut die Bereiche Marketing und Wachstum verantwortet, im Interview mit dem Handelsblatt. (Handelsblatt)
UBER - Der Fahrdienstvermittler investiert bis zu 500 Millionen Dollar in das kanadische Startup Waabi, das selbstfahrende Lkws entwickelt. Uber gab am Mittwoch bekannt, sich an der jüngsten Finanzierungsrunde von Waabi zu beteiligen. Laut informierten Personen wird Uber 250 Millionen Dollar in Waabi investieren, im Rahmen einer Finanzierungsrunde in Höhe von insgesamt 750 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen mit 3 Milliarden Dollar bewertet. Uber werde außerdem 250 Millionen Dollar bereitstellen, um Waabi bei der Expansion in den Robotaxi-Markt zu unterstützen, sofern bestimmte Ziele erreicht würden. Die Unternehmen streben an, mindestens 25.000 mit dem Sensor-Kit von Waabi ausgestattete Fahrzeuge im Uber-Netzwerk einzusetzen.
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January 29, 2026 00:30 ET (05:30 GMT)
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