
© Foto: Yasin hemmati auf Unsplash
Wer vor ein paar Wochen noch an Salzgitter als Turnaround-Kandidat gezweifelt hat, wird sich jetzt wohl die Haare raufen. Die Aktie hat in erstaunlich kurzer Zeit eine beeindruckende Rally hingelegt, angetrieben von einem Faktor, den die meisten Marktexperten nicht erwartet hatten, nämlich die Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Genau das Szenario, das viele Unternehmen in Alarmstimmung versetzt, wird dem deutschen Stahlhersteller zum Nutzen. Doch wie lange kann der Aufwärtstrend anhalten? Und steckt da noch mehr drin? Die Antworten sind nahe.
Salzgitter profitiert von Trump
Der Name Trump steht aktuell für wirtschaftliche Unsicherheit. Für Salzgitter aber erzeugt die Zollpolitik genau die richtigen Bedingungen. Steigende Stahlpreise sind einer der wichtigsten Treiber für den Konzern. Salzgitter produziert dabei komplett in Europa und ist damit nicht direkt von Importzöllen betroffen. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Konkurrenten, die auf internationale Lieferketten angewiesen sind. Wie deutlich der Wind sich gedreht hat, zeigt die Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Ende November war die Aktie noch bei rund 33 Euro zu haben. Heute bewegt sie sich bereits in einem völlig anderen Revier. Das Kursziel von 50 Euro, das die UBS vor kurzem gesetzt hatte, wurde in erstaunlich kurzer Zeit erreicht. Wer damals zugegriffen hat, sitzt heute auf einem satten Gewinn. Die positiven Signale kommen auch von der Zahlenfront. Im dritten Quartal 2025 drehte Salzgitter vom Verlust in den Gewinn. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,75 Euro, was im Vergleich zum Vorjahr eine massive Verbesserung darstellt. Zwölf Monate früher stand da noch ein Minus von über 3 Euro je Aktie. Der Umsatz fiel zwar um rund 11 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, aber die Trendwende ist angekommen. Mehrere Analysten haben darauf reagiert. Oddo BHF stufte die Aktie von Underperform auf Outperform hoch und setzte das Kursziel auf 64 Euro. Die UBS folgte mit einem Wechsel von Neutral auf Buy und einem Kursziel von 50 Euro.

Charttechnik
Die Aktie hat vor kurzem die 50-Euro-Marke erreicht, im Hoch lag sie bei 50,70 Euro. Die 50 Euro haben viele als wichtigen Widerstand gesehen. Der Anstieg auf diese Marke passierte dabei schneller, als die meisten erwartet hatten. Eine gesunde Konsolidierung nach einem so starken Aufstieg wäre absolut normal. Wenn die Aktie jetzt im Bereich zwischen 35 und 40 Euro eine Pause einlegt, ist das kein Grund zur Besorgnis. Das übergeordnete Chartbild bleibt dabei nicht beschädigt. Der Aufwärtstrend ist weiter intakt. Nach einem gesunden Atem kann der nächste Zug nach oben beginnen. Wenn die 50er Marke dann dauerhaft nach oben frei gegeben wird, rückt ein Kursziel von 60 Euro ins Visier. Das ist keine Wunschdenken, sondern eine durchaus realistisch erreichbare Marke bei den aktuellen Bedingungen. Der Abstand zum 200er SMA ist aber mittlerweile so groß geworden und auch der RSI ist ordentlich überhitzt, so dass man zuerst mit einer Konsolidierung rechnen darf.
Was tun?
Die Salzgitter-Aktie ist ein klarer Profiteur der aktuellen geopolitischen Situation. Die fundamentale Seite wird besser, die Charttechnik zeigt einen intakten Aufwärtstrend, und die Kursziele mehrerer Analysten deuten auf weiteres Potenzial hin. Wer die Aktie bereits im Depot hat, kann seine Gewinne halten und die kommenden Wochen verfolgen. Eine Konsolidierung Richtung 35 bis 40 Euro würde sich als gute Gelegenheit anbieten - für die die noch nicht investiert sind -, um eine bestehende Position aufzubauen. Die nächsten Zahlen kommen am 23. März 2026, wenn Salzgitter seine Q4-Ergebnisse vorlegen wird. Bis dahin bleibt die Aktie eine hochspannende Geschichte.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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