DJ EZB: Unternehmen rechnen mit langsamerem Lohnwachstum
Von Hans Bentzien
DOW JONES--Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten Großunternehmen rechnen damit, dass die Löhne im Euroraum langsamer als zuletzt und ihre Abgabepreise moderat steigen werden. Wie die EZB im Ergebnis einer im Vorfeld der jüngsten EZB-Ratssitzung angestellten Umfrage mitteilte, lassen die qualitativen Aussagen der Unternehmen erwarten, dass sich das Lohnwachstum von 3,2 Prozent 2025 auf 2,7 Prozent im laufenden Jahr und 2,5 Prozent 2027 verlangsamen wird.
Die Unternehmen erwarten der Umfrage zufolge zudem im Durchschnitt, dass ihre Abgabepreise wie zuletzt nur moderat steigen werden. Getrieben wurde der Preisanstieg zuletzt von Dienstleistungen, darunter in Lebensmitteleinzelhandel, Verkehr, Tourismus, Gastgewerbe, Telekommunikation, Immobilien und KI-bezogenen Diensten.
Besonders bei verbrauchernahen Dienstleistungen konnten Unternehmen die Preise in recht gutem Maße anheben, wie Kontakte berichteten. Sie profitierten weiterhin von der Ausgabebereitschaft der Kunden. Einige erwarteten jedoch künftig mehr Widerstand. Im Gegensatz dazu meldeten Kontakte im Non-Food-Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe eher stabile Preise. Viele bezeichneten die Preise als "unter Druck". In diesen Sektoren wurde der Auftrieb bei Preisen und Kosten durch Löhne und Regulierung von dem Abwärtsdruck durch zunehmende Importkonkurrenz ausgeglichen.
Bei Herstellern im vorgelagerten Bereich drückte dies typischerweise auf Preise und Margen. Nachgelagerte Produzenten profitierten hingegen auch von niedrigeren Einkaufspreisen. Dies glich die Auswirkungen auf ihre Margen aus. Im Baugewerbe, das dem globalen Wettbewerb weit weniger ausgesetzt ist, berichteten Kontakte von steigenden Preisen. Hintergrund waren zunehmende Kosten für Arbeit und Baumaterialien.
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February 06, 2026 04:46 ET (09:46 GMT)
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