
© Foto: Bayer AG
Der Leverkusener Pharmakonzern hat mit seinem Medikamentenkandidaten Asundexian für Aufsehen gesorgt. Die kürzlich vorgelegten Studiendaten zur Schlaganfallprävention überzeugten Analysten und ließen die Aktie steigen.
Das Mittel könnte zum erhofften Blockbuster werden und wegbrechende Umsätze bei älteren Kassenschlagern ausgleichen. Doch nach dem starken Kursanstieg seit November stellt sich die Frage, ob die Rally noch Luft hat oder eine Konsolidierung ansteht. Die Experten sind gespalten. Während einige ein Umsatzpotenzial von über drei Milliarden US-Dollar sehen, mahnen andere zur Vorsicht. Die Zulassung steht noch aus und Konkurrenten arbeiten an ähnlichen Wirkstoffen. Für Anleger dürfte es jetzt spannend werden.
Studienerfolg beflügelt die Hoffnungen
Die zuletzt präsentierten Ergebnisse der OCEANIC-Stroke-Studie haben es in sich. Asundexian reduzierte das Risiko wiederkehrender Schlaganfälle um 26 Prozent. Mehr als 12.300 Patienten nahmen an der Untersuchung teil. Die Wirksamkeit zeigte sich über alle Patientengruppen hinweg konstant. Besonders wichtig für eine mögliche Zulassung war das Sicherheitsprofil. Der Wirkstoff erhöhte das Risiko schwerer Blutungen nicht. Das ist bei Gerinnungshemmern ein entscheidender Punkt. Die Reaktionen fielen durchweg positiv aus. Goldman Sachs sprach von einem fast optimalen Ergebnis. J.P. Morgan sieht nach oben Luft bei den Umsatzprognosen. Die Bank hatte bislang mit 1,4 Milliarden Euro Jahresspitzenumsatz gerechnet. UBS taxiert das Marktpotenzial auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Andere Experten halten sogar 3 Milliarden US-Dollar für realistisch. Der Markt ist riesig. Weltweit erleiden etwa 12 Millionen Menschen jährlich einen Schlaganfall. Jeden fünften Überlebenden trifft es ein zweites Mal innerhalb von fünf Jahren. Für Bayer kommt der Erfolg zur rechten Zeit. Der bisherige Blockbuster Xarelto verliert nach Patentablauf massiv an Umsatz. 2024 brachte das Mittel noch 3,5 Milliarden Euro ein. In den ersten neun Monaten 2025 brachen die Erlöse um 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein. Auch beim Augenmedikament Eylea läuft der Patentschutz aus. Asundexian könnte diese Lücke schließen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Wirkstoff bereits einen Fast Track Status erteilt. Das beschleunigt das Zulassungsverfahren. Eine Markteinführung noch in diesem Jahr erscheint möglich.

Charttechnik
Die Aktie hat seit dem Mehrjahrestief im Frühjahr 2025 wie wahnsinnig zugelegt. Am Freitag notierte der Kurs bei knapp 46 Euro. Das Jahreshoch ist nur 1 Euro weit entfernt und liegt in Reichweite. Der nächste größere Widerstand wartet bei 48 Euro. Wird diese Hürde genommen, rückt die Marke von 50 Euro ins Blickfeld. Die Trends zeigen kurz-, mittel- und langfristig nach oben. Auf der Unterseite bietet die Zone um 40 - 43 Euro Unterstützung. Das Chartbild bleibt freundlich, wirkt nach dem starken Lauf aber anfällig für eine technische Gegenbewegung. Der RSI liegt bei 86 und wäre bereit eine Konsolidierung einzuleiten. Es kann aber auch noch zuvor Richtung 50 Euro gehen, bevor diese kommt.
Was tun?
Bayer hat mit Asundexian einen wichtigen Erfolg gelandet. Die Pharmasparte nimmt Fahrt auf. Neben dem Schlaganfallmittel wachsen auch das Krebsmedikament Nubeqa und das Nierenmedikament Kerendia stark. Die lange gefürchtete Patentklippe erscheint mittlerweile weniger bedrohlich. Hinzu kommt Bewegung beim Glyphosat-Rechtsstreit. Ein positives Grundsatzurteil könnte die Belastung reduzieren. Allerdings hat die Aktie seit November schon sehr kräftig zugelegt. Viele positive Entwicklungen sind im Kurs bereits enthalten. Die Zulassung von Asundexian ist noch nicht durch. Konkurrent Bristol-Myers Squibb präsentiert Ende 2026 Daten zu seinem ähnlichen Wirkstoff Milvexian. Das Glyphosat-Thema bleibt ein Risiko. Langfristig orientierte Anleger, die bereits investiert sind, können an Bord bleiben und den Stoppkurs nachziehen. Die fundamentale Entwicklung stimmt. Neueinsteiger sollten den starken Kursanstieg im Blick behalten. Eine Konsolidierung oder ein Rücksetzer wären nach der Rally normal. Ein gestaffelter Einstieg erscheint sinnvoll. Die Chancen sind vorhanden, aber auch die Risiken.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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