
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Der Auftragsfertiger GlobalFoundries hat am Mittwochmittag ein starkes Quartalsergebnis vorgelegt. Die Aktie springt an, ist aber immer noch günstig.
Der Halbleiter-Boom hält an, doch viele Wert sind bereits teuer ...
Trotz Disruptions-, Rentabilitäts- und Bewertungssorgen hält der KI-Trade an. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Halbleiteraktien, wenngleich sich der Fokus hier zuletzt von KI-Beschleunigern, wie von AMD, Broadcom und Nvidia entwickelt, auf Speicherchiphersteller (Micron, Samsung, SK Hynix) verschoben hat.
Wie gut es insgesamt für die Branche läuft, hat am Dienstag mit seinem monatlichen Umsatzbericht Taiwan Semiconductor, der weltweit größte Auftragshersteller, unter Beweis gestellt. Gegenüber dem Vorjahresmonat kletterten die Erlöse in Januar um 36,8 Prozent.
Das Bild unverändert starker Geschäfte hat am Mittwoch der deutlich kleinere Mitbewerber GlobalFoundries, die seit einigen Jahren unabhängige Fertigungssparte von AMD, mit seinen Quartalszahlen komplettiert. Und das Beste: Die Aktie ist im Unterschied zu vielen anderen Titeln der Halbleiterbranche noch vergleichsweise günstig!
... für GlobalFoundries gilt das noch nicht!
Gegenüber dem Vorjahresquartal lieferte die Nummer 5 der Welt ein mit 1,83 Milliarden US-Dollar unverändertes Umsatzergebnis. Damit konnten die Erwartungen um 30 Millionen US-Dollar geschlagen werden. GlobalFoundries unterscheidet sich vom wachstumsstärkeren Branchenprimus TSMC durch die Spezialisierung auf weniger fortschrittliche Fertigungsprozesse, wodurch der Anteil am KI-Boom hier geringer ist.
Von knappen Fertigungskapazitäten profitiert das Unternehmen trotzdem. Der bereinigte Gewinn pro Aktie ist mit 0,55 US-Dollar um 8 Cent über den Schätzungen ausgefallen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum konnte sich das Unternehmen hier um 9 Cent steigern. GlobalFoundries kann gegenüber seinen Kunden höhere Wafer-Preise abrufen, was zu einer deutlichen Steigerung der Bruttomarge von 24,8 auf 27,8 Prozent gesorgt hat.
Der operative Gewinn fiel mit 255 Millionen US-Dollar deutlich höher aus als vor einem Jahr (195 Millionen US-Dollar), dafür musste GlobalFoundries beim Nettogewinn ohne Bereinigungen mit 200 Millionen US-Dollar etwas kleinere Brötchen backen.
Für das kommende Quartal erwartet das Management Erlöse in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar (±25 Millionen US-Dollar) und einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,47 US-Dollar (±0,05 US-Dollar), womit die Analystenerwartungen knapp übertroffen werden konnten.

Starke Zahlen werden honoriert, Aktie legt zu
Am Markt stießen die Zahlen auf Gefallen. Die Aktie verteuerte sich in der US-Vorbörse zeitweise fast zweistellig und eröffnete den regulären Handel schließlich rund 4 Prozent höher. Nach einem neuen 52-Wochen-Hoch vor ein paar Tagen hatte GlobalFoundries mit Gewinnmitnahmen zu kämpfen. Die könnten zur Wochenmitte bereits wieder egalisiert werden, wenn es den Käuferinnen und Käufern gelingt, den bei 46 US-Dollar liegenden Widerstand zu überwinden.
An Platz nach oben würde es der Aktie in diesem Fall nicht fehlen. Nach einem längeren Abwärtstrend infolge der weltweit schwachen Nachfrage nach Halbleitern für die Automobilindustrie, für die GlobalFoundries ein wichtiger Zulieferer ist, liegt die nächste nennenswerte Widerstandszone im Bereich von 55 US-Dollar.
Rückenwind für weiter steigende Kurse bekommt die Aktie durch intakte Abwärtstrends in den technischen Indikatoren. Im Trendstärkeindikator MACD zeichnet sich mit dem möglichen Sprung über die (rote) Signallinie eine Trendverschärfung ab. Oberhalb von 40 US-Dollar bzw. der 200-Tage-Linie ist GlobalFoundries bullish einzuschätzen.
Fazit: Aktie unterbewertet - und von Experten noch unterschätzt!
Neben der deutlichen Margenverbesserung und dem intakten Aufwärtstrend gefällt auch die Unternehmensbewertung. Für das Geschäftsjahr 2026 ist GlobalFoundries mit dem 22,2-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt deutlich unter dem Branchendurchschnitt von 24,2.
Zum Vergleich: Für TSMC wird ein KGVe 2026 von 25,3 abgerufen. Gegenüber dem Branchenprimus verfügt GlobalFoundries außerdem beim EV/EBTIDA- sowie beim Kurs-Cashflow-Verhältnis über Bewertungsvorteile. Das deutet auf eine mögliche Aufholjagd hin, vor allem wenn die Margen wie vom Management prognostiziert weiter steigen sollten.
Diesbezüglich sind Analystinnen und Analysten noch skeptisch. Sie empfehlen die Aktie mehrheitlich zum Halten und sehen den fairen Wert (mittleres Kursziel: 41,04 US-Dollar) bereits erreicht. Der am Mittwoch vorgelegte Quartalsbericht könnte sie jedoch zum Umdenken und angepassten Einschätzungen zwingen, was der Aktie weiteren Rückenwind verleihen dürfte.
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Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger, die aus den starken Zahlen und dem Nachholbedarf bei der Bewertung das Bestmögliche herausholen wollen, können anstatt der Aktie auch auf den Call-Optionsschein MM25JX setzen.
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Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende unter 40,00 US-Dollar notieren, verfällt MM25JX wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn GlobalFoundries zuvor nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter die 200-Tage-Linie bzw. die Unterstützung bei 35,00 US-Dollar fällt.
Gastautor: Max Gross
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