Original-Research: Kapsch TrafficCom AG - von Montega AG
Einstufung von Montega AG zu Kapsch TrafficCom AG
Guidance gesenkt: Auch Q3 liegt unter den Erwartungen Kapsch TrafficCom hat die Jahresziele abermals reduziert, nachdem der Geschäftsverlauf deutlich hinter den bereits gesenkten Erwartungen zurückblieb. Negatives EBIT für Q4 erwartet: Auf vorläufiger Basis meldete Kapsch für das dritte Quartal einen Umsatz von rund 107 Mio. EUR (-21,3% yoy) sowie ein EBIT von 1,6 Mio. EUR (-75,2% yoy). Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird nun nur noch ein Umsatz von 420 Mio. EUR (zuvor: 450 Mio. EUR) sowie ein EBIT von 7 Mio. EUR (zuvor: ~25 Mio. EUR) in Aussicht gestellt. Selbst unter Berücksichtigung von 70 Mio. EUR Umsatz aus im Vorjahr noch enthaltenen Projekten liegt der erwartete Jahresumsatz rund 40 Mio. EUR unter dem Vorjahresniveau. Das ausgewiesene positive Jahresergebnis wird dabei im Wesentlichen durch einen einmaligen Sonderertrag aus dem gekündigten Kontrollvertrag der deutschen Pkw-Maut (23,4 Mio. EUR) ermöglicht. Für das vierte Quartal stellt das Management einen Umsatz von rund 113 Mio. EUR in Aussicht. Bereinigt um das südafrikanische Mautprojekt entspricht dies in etwa dem Vorjahreswert. Die Profitabilität dürfte mit einem EBIT von rund -5 Mio. EUR jedoch deutlich niedriger liegen, wobei sich neben dem niedrigeren Umsatzniveau auch zusätzliche Währungsverluste, insbesondere durch die Aktivitäten in Hyperinflationsländern und den schwachen US-Dollar, sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit der laufenden Kostenanpassung hierin widerspiegeln dürften. Prognosen angepasst: Das Marktumfeld dürfte weiter herausfordernd bleiben und auch das Unternehmen erwartet hier vor FY 2027/28 keine Belebung. Hierin zeichnen sich zurückhaltende öffentliche Investitionen sowie Technologieunsicherheit bezüglich der Zukunft von Vernetzten Fahrzeugen ab. In diesem Umfeld erwarten wir für 2026/27 zwar ein moderates Wachstum auf niedrigem Niveau, jedoch keine strukturelle Besserung in Richtung der Vorjahreswerte. Ergebnisseitig erwarten wir nach dem erwarten operativen Verlust auf bereinigter Basis im laufenden Geschäftsjahr ein positives EBIT, das von der angepassten Kostenstruktur, dem Wegfall von Restrukturierungsaufwendungen sowie einem potentiell stabileren Währungsumfeld profitieren dürfte. Aufgrund der weiterhin hohen Zinsbelastung dürfte das Nettoergebnis jedoch negativ bleiben. Möglicher Verstoß gegen Covenants in den nächsten Quartalen: Die Covenants der langfristigen Einigung mit den Hausbanken von März 2025 beinhalten unter anderem ein quartalsweise zu erfüllendes Nettoverschuldung/EBITDA-Verhältnis von 4,25 (ab. 30.06.2025) bzw. 3,75 (ab 31.03.2026). Angesichts der schwachen operativen Entwicklung scheint eine Verletzung dieser Covenants, selbst bei einer deutlichen Reduktion der Nettoverschuldung (30.09.2025: 112,5 Mio. EUR), in den kommenden Quartalen wahrscheinlich. Eine gewisse Reduktion der Nettoverschuldung dürfte grundsätzlich möglich sein, etwa durch ein aktives Working-Capital-Management mit stärkerer Nutzung von Lieferantenverbindlichkeiten oder durch den geplanten Teilverkauf von tolltickets. Gleichwohl dürfte die Einhaltung der Covenants bereits in Q4 2026/27 anspruchsvoll werden, da u.E. auf Basis der EBIT-Guidance von -5,0 Mio. EUR kein positives EBITDA zu erwarten ist. In Q1 2026/27 jährt sich der Sondereffekt aus der deutschen Pkw-Maut und müsste im LTM-EBITDA kompensiert werden, weswegen wir spätestens hier eine Verletzung erwarten. [Tabelle] Unseres Erachtens liegt es im Interesse der Banken bei einer möglichen Verletzung die Covenants temporär auszusetzen oder eine neue Vereinbarung zu treffen. Ungeachtet dessen stellt die Verschuldungssituation einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für die Aktie dar und könnte im Falle einer Neuvereinbarung auch mit Zusatzkosten verbunden sein. Fazit: Kapsch lag in den letzten Quartalen mehrmals unterhalb der eigenen Erwartungen, was zu wiederholten deutlichen Senkungen der Guidance führte. Gleichzeitig zeigen neue Aufträge, wie zuletzt für das landesweite Mautsystem in Litauen, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Entsprechend erwarten wir kurzfristig weitere operative und finanzielle Unsicherheiten, sehen mittelfristig jedoch weiterhin Chancen. Vor diesem Hintergrund bestätigen wir unser Rating, reduzieren jedoch das Kursziel auf 6,50 EUR. +++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++ Über Montega: Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren. Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission: Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter, Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im Nebenwertebereich auf der anderen Seite. Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: Factsheet Kontakt für Rückfragen: Montega AG - Equity Research Tel.: +49 (0)40 41111 37-80 Web: www.montega.de E-Mail: info@montega.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/montega-ag Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. | ||||||||||||||||||||
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