FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Gabelstapler-Hersteller Kion will im laufenden Jahr zurück auf den Wachstumskurs. Vor allem im Automationsgeschäft etwa mit Lagertechnik soll sich die Auftragslage deutlich verbessern, wie das Unternehmen am Donnerstag bei der Vorlage seines Geschäftsberichts für 2025 in Frankfurt mitteilte. Auch die Profitabilität plant Kion zu steigern. Allerdings waren die vom Management ausgegebenen Prognosen im Mittel schwächer, als Analysten erwartet hatten. Das kam an der Börse schlecht an.
Die Kion-Aktie rutschte am Vormittag um rund neun Prozent auf 57,50 Euro ab, womit sich für das laufende Jahr ein Kursminus von knapp 16 Prozent ergibt. Der ebenfalls im MDax notierte Konkurrent Jungheinrich verlor in diesem Fahrwasser 2 Prozent an Börsenwert.
Kions Prognose für die Profitabilität in diesem Jahr sei zurückhaltend, merkte JPMorgan-Analyst Akash Gupta in seiner ersten Einschätzung an. Die für den freien Barmittelfluss sei hingegen überraschend stark. Von einem Händler hieß es: Die Zielspannen könnten als konservativ betrachtet werden, seien wohl aber nicht gut genug.
Den Umsatz erwartet Kion 2026 zwischen 11,4 und 12,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte sowie vor Zinsen und Steuern (Ebit) sollen davon 0,85 bis 1,04 Milliarden Euro als operativer Gewinn hängen bleiben. Das wäre in beiden Fällen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings hatten Analysten verglichen mit der Mitte der jeweiligen Spanne mehr auf dem Zettel.
Dabei prognostiziert Kion eine unterschiedliche Dynamik in seinen beiden Geschäftsfeldern: Im Segment mit Staplern und Flurförderzeugen rechnet das Unternehmen nur mit leichtem Wachstum. Hier bekommen die Frankfurter den anhaltenden Wettbewerb zu spüren, der auf den Preisen lastet.
So drängen vor allem chinesische Hersteller seit geraumer Zeit auf den europäischen Markt und mischen insbesondere das Einstiegssegment auf. Die angebotenen günstigeren Maschinen und Geräte sind nicht zuletzt wegen der konjunkturellen Schwäche in Europa und insbesondere Deutschland bei den Kunden gefragt.
Das Geschäft mit Technik und Software für die Automation von Lagern soll derweil laut Kion deutlich wachsen. Das von Kion ausgerufene Zukunftsgeschäft bewegt sich allerdings auf niedrigem Niveau nach einigen problembehafteten Jahren mit unter anderem unprofitablen Altprojekten.
Weiterhin erwartet das Management um Chef Rob Smith 2026 Finanzmittelzuflüsse zwischen 430 und 570 Millionen Euro. Das wäre zwar deutlich weniger als 2025, allerdings muss Kion in den kommenden Monaten auch hohe Einmalzahlungen leisten für das im vergangenen Jahr eingeläutete Sparprogramm. Es soll die jährlichen Kosten dauerhaft um 150 Millionen Euro senken.
Derweil ging der Umsatz vergangenes Jahr um knapp 2 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro zurück. Davon blieben als bereinigter operativer Gewinn 789 Millionen Euro, was 14 Prozent weniger war als ein Jahr zuvor. Damit fielen die Ergebnisse leicht unter den Analystenerwartungen aus.
Unterm Strich ging der auf die Aktionäre entfallene Gewinn um mehr als ein Drittel auf 230 Millionen Euro zurück. Sie sollen 0,62 Euro je Aktie als Dividende erhalten und damit 20 Cent weniger als für 2024./lew/men/mis




