- Mit der Absichtserklärung wird ein konkreter Kurs für den Bau von Stellaris, des ersten Stellarator-Fusionskraftwerks in Europa, vorgegeben.
- Alpha, der Demonstrations-Stellarator von Proxima, wird zunächst in Garching gebaut, während das Stellaris-Kraftwerk anschließend für Gundremmingen geplant ist. Es wird erwartet, dass die beiden Projekte Tausende von Arbeitsplätzen schaffen und die europäische Wettbewerbsfähigkeit und Energiesicherheit stärken werden.
- Proxima plant, rund 20 Prozent der Projektkosten durch private Investitionen zu finanzieren, während Bayern einen staatlichen Beitrag von 20 Prozcent signalisiert hat.
Proxima Fusion, das am schnellsten wachsende Fusionsenergie-Unternehmen Europas, hat ein Abkommen mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) unterzeichnet, nach dem das weltweit erste kommerzielle Stellarator-Fusionskraftwerk in Europa ans Netz gebracht werden soll.
Die Roadmap zu einem kommerziellen Fusionskraftwerk beginnt mit Alpha
Die Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) skizziert einen Strategieplan für die kommerzielle Fusion in Europa, der mit dem Bau des Demonstration-Stellarators Alpha nahe dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching beginnt.
Wenn Alpha in den 2030er Jahren in Betrieb geht, wird dieses Kraftwerk der erste Stellarator sein, der einen Netto-Energiegewinn demonstriert, also mehr Energie erzeugt als er verbraucht. Der Demonstrations-Stellarator wird es Proxima und seinen Partnern außerdem erlauben, Fusions-Schlüsseltechnologien unter realen Bedingungen und in kürzeren Entwicklungszyklen zu testen und somit auf dem Weg auf dem Weg zum ersten Stellarator-Fusionskraftwerk Stellaris schneller voranzukommen.
Standort für das Stellaris-Kraftwerk gesichert
Das kommerzielle Stellaris-Kraftwerk soll nach den Planungen am Standort eines früheren Kernkraftwerks in Gundremmingen entstehen, das gegenwärtig von RWE zurückgebaut wird. Das nun geschlossene Abkommen ist der erste große Schritt Europas hin zu kommerzieller Fusionskraft, da sich die führende Rolle des Kontinent in der Fusionsforschung zur industriellen Umsetzung verlagert.
Alpha und Stellaris werden gemeinsam Tausende von Arbeitsplätzen schaffen und Lieferantenverträge mit europäischen Herstellern und Ingenieuren schließen, deren Spektrum von der Konstruktion und Fertigung bis zu fortschrittlichen Elektromagnetsystemen und darüber hinaus reicht. Das langfristige Ziel besteht darin, die Kernfusion zu einem integralen Bestandteil des europäischen Energiesystems zu machen, die Abhängigkeit des Kontinents von importierter Energie zu reduzieren und das Know-how Europas auf dem Gebiet der Kernfusion erstmals in einem netzgekoppelten kommerziellen Projekt anzuwenden.
Beschleunigte industrielle Umsetzung der Kernfusion in Europa
Gemäß der Absichtserklärung werden der Freistaat Bayern, Proxima Fusion, RWE und das IPP gemeinsam an der Standortwahl, den Genehmigungs- und Regulierungsverfahren, der Projektstruktur und der Finanzierung arbeiten.
Das IPP wird den Bereich Plasmaphysik leiten und die wissenschaftliche Leitung des Demonstration-Stellarators Alpha übernehmen. Proxima Fusion wird das Engineering, das öffentliche Auftragswesen und den Bau leiten. RWE wird seine umfassende Erfahrung im Bau und Betrieb von komplexen Kraftwerksanlagen sowie seine starke globale industrielle Vernetzung in das Projekt einbringen.
Proxima beabsichtigt, rund 20 Prozent der Gesamtkosten des Projekts über private internationale Investoren zu finanzieren. Vorbehaltlich der Bereitstellung von Bundesmitteln hat der Freistaat Bayern einen potenziellen staatlichen Kofinanzierungsbeitrag von 20 Prozent signalisiert. RWE hat ebenfalls seine Bereitschaft signalisiert, sich im Rahmen der Absichtserklärung finanziell zu beteiligen.
Alle vier Partner bündeln ihre Anstrengungen zur Maximierung der Erfolgschancen bei der Einwerbung von Bundesmitteln im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland.
Francesco Sciortino, Mitgründer und CEO von Proxima Fusion, sagte: "Diese Absichtserklärung ist ein Meilenstein, der die Positionierung der europäischen Kernfusionsindustrie auf der Weltbühne sichtbar macht. Sie markiert den Startpunkt für ein industrielles Ökosystem, in dem vorhandenes und neues Know-how in Europa zusammengeführt werden und Wertschöpfung verankert wird. Damit beginnt ein langfristiger industrieller Wachstumskurs, der in den kommenden Jahrzehnten neue Exportchancen für Deutschland und Europa schaffen wird.
Mit Alpha in Garching und Stellaris in Gundremmingen verbinden wir zum ersten Mal in Europa Spitzenforschung, privat finanzierte und öffentlich geförderte Hightech-Innovation und deren industrielle Umsetzung an einem einzigen Standort. Bayern entwickelt sich damit von einem Forschungszentrum zu einem grundlegenden Standort für die Fusionsindustrie.
Zusammen mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik arbeiten wir daran, das erste kommerzielle Fusionskraftwerk in Deutschland ans Netz zu bringen. Dies ist ein starkes und international sichtbares Signal, dass Europa seine eigene Energieversorgung der Zukunft aktiv gestaltet."
Dr. Markus Krebber, CEO der RWE AG, sagte: "Das Potenzial der Fusionstechnologie für die Energieversorgung der Zukunft ist enorm. Dank einer exzellenten Forschungslandschaft und der Start-up-Unternehmen, die darin entstanden sind, so etwa Proxima Fusion, kann Deutschland eine Schlüsselrolle einnehmen. Daher ist es gut, dass die Bundes- wie auch die Landesregierung dieses Thema gemeinsam voranbringen, um das erste kommerzielle Fusionskraftwerk in Deutschland zu bauen. Wir bei RWE unterstützen dies gerne. Unser Rückbaustandort mit seiner vorhandenen Infrastruktur sowie unsere operative Kompetenz bieten ideale Voraussetzungen, um Deutschland im internationalen Wettbewerb Zeit- und Kostenvorteile zu verschaffen."
Sibylle Günter, wissenschaftliche Direktorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, sagte: "Die wissenschaftlichen Leistungen der letzten Jahre haben den Weg für diese einzigartige öffentlich-private Partnerschaft geebnet, die einen greifbaren Fortschritt auf dem Weg zu einem Fusionskraftwerk darstellt. Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) ist Deutschland weltweit führend auf dem Gebiet der Stellaratorforschung, und diese Absichtserklärung gibt uns die Gelegenheit, unsere weltweite Führungsposition weiter zu festigen."
Dr. Markus Söder, Ministerpräsident von Bayern, sagte: "Ein weiterer Meilenstein in der Hightech-Erfolgssory von Bayern: Kernfusion stellt eine ganz neue Technologie dar, die CO2-freie, saubere elektrische Grundlastenergie in nahezu unbegrenzten Mengen liefern kann. Sie besitzt das Potenzial, den aufgrund von Elektromobilität, KI und Datenzentren exponentiell wachsenden Energiebedarf zu decken.
Bavaria ist vollständig in den globalen Wettlauf um diese Energiequelle der Zukunft eingebunden. Heute beginnt eine Partnerschaft zwischen dem Energieunternehmen RWE, dem in München ansässigen Physik-Start-up-Unternehmen Proxima Fusion und dem weltweit führenden Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching.
Bayern führt eine 'Fusion one-two' durch: Wie planen den Demonstrationsreaktor 'Alpha' in Garching bei München und das Demonstrations-Fusionskraftwerk 'Stellaris' in Gundremmingen. Dies wird sowohl die weitere Forschung auf dem technologischen Gebiet als auch die Erprobung ihrer Machbarkeit unter realen Bedingungen ermöglichen.
Proxima Fusion beabsichtigt den Bau einer Magnetfabrik mit privaten Investoren und plant die Schaffung von bis zu 1.000 Arbeitsplätzen. Eine der weltgrößten Investorenkonferenzen findet derzeit in München statt. Der Freistaat fördert die Forschung auf dem Gebiet der Fusion mit magnetischem Einschluss im Rahmen der bayerischen Hightech-Agenda mit bis zu 400 Millionen €, und auch die Bundesregierung plant, im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland einen Beitrag zu leisten.
All das ist ein großes Vorhaben 'Alpha' allein erfordert 2 Milliarden €. Doch Kühnheit und Dynamik sind unerlässlich, wenn es um die Entwicklung von Zukunfttechnologien und ihre Überführung von der Wissenschaft in die kommerzielle Anwendung gehr. Nur durch entschlossenes Investieren in Technologie können wir unseren zukünftigen Wohlstand sichern."
Hubert Aiwanger, bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, sagte: "Bayern befindet sich in einer exzellenten Position, um als Bundesland Standort des ersten Demonstrators für die Fusion mit magnetischem Einschluss zu werden. Wir verknüpfen die weltweit führende Forschungsexpertise des IPP mit den Engineering-Kompetenzen der Gründer von Proxima Fusion. Dabei machen wir aus unseren Stärken industrielle und strategische Wettbewerbsvorteile."
Markus Blume, Staatsminister von Bayern, sagte: "Alpha ist ein Meilenstein auf dem Weg zum ersten kommerziellen Fusionskraftwerk auf deutschem und bayerischen Boden. Vor siebzig Jahren waren wir mit dem Forschungsreaktor Garching der wegweisende Standort der ersten deutschen kerntechnischen Anlage. Heute streben wir an, zum wegweisenden Standort für den nationalen Demonstrationsreaktor für Kernfusion zu werden.
Die Absichtserklärung ist ein weiteres Ergebnis der bayerischen Führungsposition. Wir waren das erste Bundesland, das die Kernfusion zur zentralen strategischen Aufgabe erklärt hat. Mit unserem Fusions-Masterplan haben wir bereits 2023 das Startsignal dafür gegeben, die Kernfusion aus der Forschung in die praktische Anwendung überzuführen. Was einst abgelehnt wurde, wird nun Realität.
Wir haben investiert und werden weiterhin investieren, weil wir an diese Technologie und an die Stärke unseres einzigartigen Ökosystems glauben. Gemeinsam können wir einen jahrzehntelangen Traum Wirklichkeit werden lassen."
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