FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Geschäftsausblick von Renk konnte die Aktien des Rüstungszulieferers am Donnerstag nicht aus der Lethargie der vergangenen Wochen befreien. Es gab kritische Stimmen zum Ausblick und dem Barmittelfluss, nachdem das Unternehmen für das vergangene Jahr Rekorde bei Umsatz und Neugeschäft vermeldet hatte. Unter gewissen Schwankungen konnten die Aktien ihr bis zu vier Prozent großes Minus auf etwa zwei Prozent halbieren.
Der Ausblick sei am Mittelpunkt der sehr weit gefassten Zielspannen sowohl beim Umsatz als auch dem operativen Ergebnis etwas schwächer als gedacht, schrieb etwa die Jefferies-Expertin Chloe Lemarie. George McWhirter von der Berenberg Bank sah derweil den Free Cashflow belastet von verzögerten Aufträgen. Laut JPMorgan-Fachmann David Perry erfüllte auch das operative Ergebnis im vierten Quartal die Erwartungen nicht, doch darauf sei der Markt in einem Vorab-Briefing bereits eingestellt worden.
Mit den Kursverlusten blieben die Renk-Aktien am Donnerstag im jüngsten Schwankungsbereich von rund 55 bis etwa 62 Euro. Sie fielen am Donnerstag auch im Sektorumfeld eher negativ auf, denn zumindest die Aktien von Rheinmetall schlugen sich auf Vortagsniveau liegend besser. Der Gesamtmarkt stabilisierte sich indes weiter, nachdem er zu Wochenbeginn wegen des Iran-Krieges deutlich unter der Furcht vor Öl- und Gasknappheit gelitten hatte.
Laut JPMorgan-Experte Perry lässt das geopolitische Umfeld auf eine vorerst sehr starke Entwicklung von Rüstungsaktien schließen. Er sieht Renk wegen seiner Präsenz auf den deutschen und US-amerikanischen Verteidigungsmärkten als außergewöhnlich gut positioniert an und erwähnte daher seinen Glauben, dass eine Kursschwäche eine Kaufgelegenheit mit sich bringt./tih/nas/mis




