DJ Nagel: EZB sollte derzeit abwarten und handeln falls nötig
DOW JONES--Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel falls nötig auf die vom Iran-Krieg ausgehende Inflationsgefahr reagieren, sollte vorerst aber abwarten. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist es angesichts der volatilen Lage ... noch zu früh, um die mittel- bis langfristigen Folgen verlässlich einzuschätzen. Daher unterstütze ich Stand heute eine beobachtende Haltung" heißt es in einer Erklärung des Bundesbank-Präsidenten. Es gelte aber, sehr wachsam zu sein: "Sollte sich abzeichnen, dass sich die derzeitigen Energiepreisanstiege in der mittleren Frist in eine breite Verbraucherpreisinflation übersetzen, wird der EZB-Rat rechtzeitig entschlossen handeln", sagte er.
Entscheidend werde letztlich die Dauer des Konflikts sein - sowohl für die Inflationsraten und die Inflationserwartungen als auch für die konjunkturelle Entwicklung. "Die Diskussionen um ein Unterschießen bei unserem Inflationsziel dürfte allerdings erst einmal beendet sein", erklärte Nagel.
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheidet am nächsten Donnerstag über das Niveau des Leitzinses. ESTR-Forwards preisen zu über 90 Prozent einen unveränderten Einlagensatz von 2,00 Prozent ein. Nagel sagte, der EZB-Rat schaue sich die Entwicklung sehr genau an und werde bei seiner Sitzung nächste Woche sorgfältig analysieren, wie nachhaltig die Folgen für die Inflationsentwicklung sein könnten.
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March 11, 2026 04:47 ET (08:47 GMT)
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