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Die ersten 48 Stunden eines modernen Konflikts verschlingen Milliarden und offenbaren eine gefährliche Abhängigkeit.
Als Ende Februar 2026 die Kampfhandlungen im Iran eskalieren rechnet das Pentagon mit Munitionskosten von 5,6 Mrd. USD allein für die ersten beiden Tage. Über 2.000 Präzisionswaffen treffen mehr als 5.000 Ziele. Was in dieser Aufstellung jedoch fehlt, ist die Frage nach dem Material, aus dem die Geschosse sind. Hinter jeder abgefeuerten Rakete verbirgt sich ein stiller, aber entscheidender Rohstoff: Antimon. Das Halbmetall härtet Bleigeschosse, sorgt für Präzision in Zündhütchen und ermöglicht die Wärmebildtechnik in den Lenksystemen. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem.
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Milliardenverbrauch mit blindem Fleck
Die Washington Post berichtet von einem Munitionsverbrauch, der die Lagerbestände in atemberaubendem Tempo schmelzen lässt. Think Tanks wie das CSIS kalkulieren für die ersten 100 Stunden Kampfhandlungen allein 3,1 Mrd. USD an Munitionskosten. Die USA stellen bereits auf günstigere Bomben um. Das geschieht nicht aus Sparsamkeit, sondern weil der Vorrat an hochpräzisen Systemen zur Neige geht. Was man jedoch bedenken sollte: Selbst wenn die Produktionsstraßen rund um die Uhr laufen würden, fehlte am Ende womöglich das entscheidende Element.
Antimon ist in der Rüstungsindustrie allgegenwärtig, aber außerhalb der Fachkreise weitgehend unbekannt. 2-5% des Metalls im Geschoss verwandeln weiches Blei in einen durchschlagskräftigen Projektilkern. Antimonsulfid sorgt für die zuverlässige Initialzündung. Indiumantimonid macht Infrarotsensoren in Gefechtsköpfen erst möglich. Etwa 18% der globalen Antimon-Nachfrage entfallen auf die Verteidigungsindustrie. Dieser Anteil dürfte in diesen Wochen explosionsartig gestiegen sein.
Das China-Problem: Ein Markt in der Hand von Wenigen
Wer Antimon braucht, muss nach China schauen. Über 60% der weltweiten Produktion kontrolliert Peking. Russland, der zweitgrößte Produzent, steht unter Sanktionen. Bereits Ende 2024 hatte China die Exporte des strategischen Metalls drastisch eingeschränkt. Zwar fließt inzwischen wieder Material, aber der Weg ist bürokratisch. Jede Lieferung benötigt eine Einzellizenz. In Zeiten, in denen die USA ihre strategischen Reserven auffüllen und die NATO-Staaten ihre Arsenale modernisieren, ist das eine denkbar ungünstige Konstellation.
Die Defense Logistics Agency in Washington hat Antimon ganz oben auf die Liste der kritischen Rohstoffe gesetzt. Ein 839 Mrd. USD schweres Verteidigungsbudget für 2026 sieht 12 Mrd. USD allein für strategische Rohstoffreserven vor. Die Frage ist nur: Woher nehmen, wenn die einzigen großen Lieferanten entweder nicht liefern wollen oder nicht liefern dürfen?
Ein Projekt im richtigen Moment: Bald Hill
Genau in diese Lücke stößt ein Unternehmen, das bis vor kurzem nur Rohstoff-Insidern ein Begriff war. Antimony Resources betreibt in der kanadischen Provinz New Brunswick das Bald Hill-Projekt, eine der aussichtsreichsten Antimon-Lagerstätten Nordamerikas. Was das Projekt von anderen unterscheidet, sind nicht nur die Gehalte, sondern die schiere Kontinuität der Vererzung.
Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten Fakten geschaffen. Über 8.000 m Bohrungen im Jahr 2025 haben die Hauptzone auf mehr als 700 m Länge und mindestens 400 m Tiefe verfolgt. Die durchschnittlichen Gehalte liegen bei 3-4% Antimon. Diese Werte zählen international zur Spitzenklasse. Ein technischer Bericht nach NI 43-101 beziffert das Explorationspotenzial auf 2,7 Mio. t mit einem enthaltenen Antimon von 80.000 bis 106.000 t. Das ist noch keine offizielle Ressource, aber eine Hausnummer, die aufhorchen lässt.
Aktuell läuft ein 10.000 m umfassendes Definitionsbohrprogramm mit 3 Bohrgeräten. Rund 4.000 m sind bereits absolviert, und die Ergebnisse bestätigen das Bild. Es wurde massives, antimonhaltiges Stibnit in mehreren Bohrlöchern gefunden. Die Mineralisierung tritt in stark alterierten Sedimentgesteinen auf, oft als meterbreite, massive Körper. CEO Jim Atkinson kommentiert die Fortschritte mit den Worten: " Wir sind zunehmend davon überzeugt, dass die Mineralisierung im Gebiet Bald Hill ein großes und ausgedehntes System darstellt."
Mehr als nur eine Zone: Neue Entdeckungen erweitern das Bild
Was das Projekt zusätzlich interessant macht, ist die jüngste Entdeckung weiterer mineralisierter Bereiche. Bei Bauarbeiten für eine Zufahrtsstraße stieß das Feldteam auf eine völlig neue Zone. Die Marcus-Zone im Westen des Hauptgebietes zeigt massive Stibnit-Vererzungen, die sich über mindestens 100 m erstrecken. Im Süden wurde eine bereits bekannte Mineralisierung auf 150 m Länge erweitert. Und in der Zentralzone liegen historische Grabungsergebnisse vor, die sich sehen lassen können, 2,9% Antimon über 8,18 m, darin eingeschlossen 8,47% über 1,53 m.
Atkinson sieht darin den Beleg für ein weitläufiges System: "Antimonhaltige Stibnitmineralisierungen wurden nun in vier verschiedenen Bereichen des Grundstücks als massive und brekziöse Körper identifiziert. Dies ist ein gutes Zeichen für die Erweiterung der potenziellen Ressourcen des Projekts über die Hauptzone hinaus.".

Bohrkerne mit Stibnit, Quelle: Antimony Resources
Solide finanziert und im Zeitplan
Entscheidend für jedes Explorationsunternehmen ist die Frage der Finanzierung. Hier kann Antimony Resources mit mehr als 7 Mio. CAD in der Kasse aufwarten. Das ist genug, um das laufende Programm vollständig abzudecken. Die Bohrungen sollen im April abgeschlossen sein, die erste offizielle Ressourcenschätzung könnte bereits im Juni folgen.
Parallel laufen die Gespräche mit den Behörden. Die Provinzregierung von New Brunswick hat die Bedeutung kritischer Mineralien erkannt und arbeitet an beschleunigten Genehmigungsverfahren. Die Einreichung der Unterlagen für die Umweltprüfung ist für Ende 2026 oder Anfang 2027 avisiert.
Ein Markt im Wandel: Antimon wird neu entdeckt
Der Antimonpreis erreichte im Sommer 2025 ein historisches Hoch von fast 60.000 USD pro Tonne. Nach einer Korrektur notiert das Metall immer noch auf einem Niveau, das langfristig weit über den historischen Durchschnitten liegt. Die Analysten von Fortune Business Insights erwarten ein Wachstum des globalen Marktes von 1,22 Mrd. USD im Jahr 2026 auf über 2 Mrd. USD bis 2034.
Die Treiber sind vielfältig: Neben der Rüstungsindustrie wächst die Nachfrage aus der Photovoltaik, wo Natriumantimonat als Läuterungsmittel in Solarglas dient. Rechenzentren benötigen Antimon in flammhemmenden Kabelummantelungen. Und in Blei-Säure-Batterien, die in Fahrzeugen und unterbrechungsfreien Stromversorgungen unverzichtbar bleiben, ist das Metall ebenso präsent.
Das zeigt sich auch im Aktienkurs von Antimony Resources, der sich in der Spitze seit Jahresanfang verdoppeln konnte. Aktuell ist die Aktie für 0,97 CAD zu haben.

Chart Antimony Resources, Stand 10.03.2026, Quelle: LSEG
Die Ereignisse im Iran haben schonungslos offengelegt, wie verwundbar westliche Lieferketten bei strategischen Rohstoffen sind. Während die politische Rhetorik von "unbegrenzter Munition" spricht, zeigt der Blick in die industrielle Realität ein anderes Bild. Ohne Antimon stehen die Produktionsstraßen still. China kontrolliert den Markt, Russland fällt aus, und der Westen steht vor einem jahrelangen Aufbau eigener Kapazitäten. In dieser Konstellation gewinnen Projekte wie Bald Hill eine strategische Bedeutung. Antimony Resources hat nicht nur eine hochgradige Lagerstätte in einem stabilen Rechtsraum, sondern auch das Management, die Finanzierung und den Zeitplan, um aus dem geologischen Potenzial einen echten Wert zu schaffen. Die erste offizielle Ressourcenschätzung im Sommer könnte der Moment sein, in dem der Markt realisiert, was hier tatsächlich entsteht. In einem Umfeld, in dem jede zusätzliche Tonne Antimon aus westlicher Förderung strategischen Wert besitzt, erscheint die aktuelle Bewertung des Unternehmens als ausgesprochen moderat. Die Zeiten, in denen Antimon ein Schattendasein in den Rohstofftabellen führte, sind jedenfalls vorbei.
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