Die Pyrum Innovations AG hat in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau ihrer Recyclingkapazitäten investiert. Dennoch blieb der erwartete Umsatzanstieg bislang hinter den Möglichkeiten zurück. Hauptursache ist eine zentrale Anlage zur Weiterverarbeitung des zurückgewonnenen Industrierußes (recovered Carbon Black), deren Produktionsmenge bisher deutlich unter dem ursprünglich vorgesehenen Niveau liegt.
Mittlerweile scheint der technische Engpass klar eingegrenzt zu sein. Schwierigkeiten bereitet vor allem der Prozessschritt zwischen dem Zerkleinern des Materials und der anschließenden Pelletierung. Der dabei entstehende Koks muss vor der Weiterverarbeitung eine gewisse Zeit ruhen. Die dafür vorgesehenen Pufferbehälter waren jedoch zu klein dimensioniert, weshalb derzeit Anpassungen vorgenommen werden.
Vor dem Hintergrund der Größe und technischen Komplexität der Anlage - sie gilt als die größte Anlage dieser Art weltweit - sind solche Anlaufprobleme nicht ungewöhnlich. Sollte die aktuelle Optimierung greifen, könnte die Produktionsleistung der Anlage deutlich steigen. Ausgehend von einer derzeitigen Kapazität von bis zu rund 1.250 Kilogramm pro Stunde wäre eine Steigerung von mehr als 30 Prozent möglich.
Von Bedeutung ist zudem, dass das nun identifizierte Verfahren auch bei zukünftigen Anlagen eingesetzt werden soll. Damit könnten neue Werke schneller ihre geplanten Produktionsmengen erreichen. Das ist wichtig, weil Pyrum derzeit mehrere Projekte parallel vorbereitet.
Neben dem bereits bestehenden Werk arbeitet das Unternehmen im Saarland an einem zweiten eigenen Standort. Dort wurde im vergangenen Herbst der offizielle Spatenstich gesetzt, aktuell befindet sich die Planung der Fundamente in der finalen Phase. Darüber hinaus stehen internationale Projekte an. In Griechenland könnte der Baubeginn bereits im zweiten Quartal erfolgen, nicht zuletzt, um zugesagte EU-Fördermittel zu sichern.
Zusätzlich treibt Pyrum mehrere Partnerprojekte voran. Besonders hervorzuheben sind Kooperationen mit dem Tanklagerbetreiber UNITANK sowie mit dem Energie-Terminal-Unternehmen VTTI, mit denen jeweils mehrere Anlagen entstehen sollen.
Insgesamt zeigen diese Entwicklungen, dass der Ausbau des Geschäftsmodells weiter voranschreitet. An der Börse wird diese Perspektive bislang nur eingeschränkt reflektiert. Ein Grund dürfte sein, dass die Erlöse bisher noch überschaubar sind und entsprechend operative Verluste anfallen. Sollte jedoch die Produktionsleistung der Mahl- und Pelletieranlage deutlich steigen, könnte sich die operative Situation spürbar verbessern - und damit auch die Grundlage für eine Neubewertung der Aktie entstehen.
(aktien-globlal.de, erstellt 16.03.26, 9:13 Uhr, veröffentlicht 16.03.26, 9:24 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/).
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/newscov_pyrum/pyrum_produktionsdurchbruch_steht_an-23331/


