SMC-Research bezeichnet die von der 3U Holding AG vorgelegten vorläufigen Zahlen für 2025 und die Prognose für 2026 als enttäuschend. Insbesondere verweist der SMC-Analyst Adam Jakubowski auf die Schwäche in zwei Segmenten sowie auf zusätzliche Unsicherheiten durch das Bitcoin-Investment. Zwar werde für 2026 dank der zusätzlichen Stromerträge eine spürbare operative Verbesserung erwartet, doch vorerst überwiege die Vorsicht.
Die vorläufigen Zahlen der 3U Holding AG seien laut SMC-Research schwach ausgefallen. Mit einem Umsatz von 53,0 Mio. Euro und einem EBITDA von -3,7 Mio. Euro seien sowohl die bereits im Herbst reduzierten Prognosewerte als auch die Schätzungen von SMC-Research noch leicht unterschritten worden. Insgesamt habe 3U damit im letzten Jahr einen Umsatzrückgang und eine massive Ergebnisverschlechterung hinnehmen müssen.
Während ein Teil der Ergebnisverschlechterung auf das Repowering-Vorhaben beim größten Windpark Langendorf zurückzuführen sei, das inzwischen erfolgreich beendet worden sei, habe es an mehreren Stellen unerwartet negative Entwicklungen gegeben, die vor allem, aber nicht nur, mit der anhaltend schwachen Konjunktur in Deutschland zusammenhingen.
Zu den Problemen gehöre vor allem die anhaltende und sich sogar verschärfende Schwäche des SHK-Segments, in deren Folge inzwischen ein tiefgreifendes Sanierungsprogramm eingeleitet worden sei. Wie üblich habe dieses zunächst aber zu zusätzlichen Sanierungskosten geführt. Darüber hinaus habe das Geschäft mit Managed Services, das als Wachstumstreiber des ITK-Segments gedacht gewesen sei, noch immer nicht die Dynamik angenommen, die man sich davon erhofft habe.
Zugleich habe sich die Wettbewerbsintensität im Bereich Voice Business weiter verschärft, während das seit Jahren zwar schrumpfende, aber profitable Voice-Retail-Geschäft plangemäß ausgelaufen sei. Schließlich sei auch das Segment Erneuerbare Energien wegen einer schwachen Windverfügbarkeit und einer zum Jahresende vereinzelt geringeren Anlagenverfügbarkeit unter seinem Potenzial geblieben.
Durch den vollzogenen Abschluss des Repowering-Vorhabens und die Umsetzung der Restrukturierung des SHK-Segments solle sich die Ergebnissituation im laufenden Jahr deutlich verbessern. 3U gehe von einem EBITDA zwischen 6 und 8 Mio. Euro aus. SMC-Research sei etwas vorsichtiger, kalkuliere aber dennoch mit einem kräftigen Zuwachs auf 4,9 Mio. Euro.
Auch der Konzernumsatz solle 2026 wieder wachsen, wobei der geplante Anstieg ausschließlich aus den zusätzlichen Stromerträgen kommen solle. Für die beiden Segmente SHK und ITK rechne 3U hingegen mit gleichbleibenden beziehungsweise sogar leicht rückläufigen Erlösen. Auch wenn sich dahinter Salden aus erwarteten Wachstumseffekten in strategischen Bereichen und sinkenden Beiträgen aus aufgegebenen Produktlinien verbergen, die sich entsprechend in verbesserten Segmentergebnissen widerspiegeln sollten, sei das fehlende Wachstum aus Sicht von SMC-Research überraschend. Die Schätzungen seien deswegen angepasst worden.
Noch ohne Auswirkungen auf die gemeldeten vorläufigen Zahlen und die Prognose der operativen Werte für 2026, doch nicht minder enttäuschend, sei die Entwicklung des großen Bitcoin-Investments in den letzten Monaten. Habe 3U noch im November auf hohe stille Reserven aus dem Engagement verweisen können, liege die Position inzwischen mit ca. 20 Prozent im Minus. Sollte sich dies als dauerhaft erweisen und/oder der Bitcoin-Kurs weiter fallen, drohten hier signifikante Wertberichtigungen.
SMC-Research habe all diese Aspekte berücksichtigt und die Schätzungen überarbeitet und aktualisiert. Das Kursziel habe sich hierdurch auf 1,50 Euro reduziert, nach zuvor 1,80 Euro. Das signalisiere gegenüber dem deutlich gesunkenen Aktienkurs zwar weiterhin ein hohes Aufwärtspotenzial, zugleich werde nun aber eine hohe Unsicherheit für die Schätzungen gesehen.
Der zentrale Aspekt betreffe die angestrebte, sehr deutliche Verlustreduktion im SHK-Segment. Da derart tiefgreifende Veränderungen, wie sie 3U in dem Geschäft nun vorzunehmen gezwungen gewesen sei, erfahrungsgemäß oft einen unvorhergesehenen Verlauf nehmen könnten, wolle SMC-Research zunächst abwarten, bis die Erfolge der Sanierung auch in den Zahlen sichtbar würden. Bis dahin werde das Urteil auf "Hold" geändert.
(Quelle: Aktien-Global-Researchguide, 16.03.2026 um 12:00 Uhr)
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Die dieser Zusammenfassung zugrundeliegende Finanzanalyse wurde am 16.03.2026 um 11:25 Uhr fertiggestellt und am 16.03.2026 um 11:45 Uhr veröffentlicht.
Sie kann unter der folgenden Adresse eingesehen werden: https://www.smc-research.com/wp-content/uploads/2026/03/2026-03-16-SMC-Comment-3U-Holding_frei.pdf
Die mit dem Ausgangsdokument verbundene Offenlegung der Interessenkonflikte findet sich im Anhang / Disclaimer des Dokuments.




