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WKN: 874341 | ISIN: AT0000743059 | Ticker-Symbol: OMV
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23.03.26 | 09:17
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Auftragsbücher voll, Software als Turbo: Steht diese Aktie vor dem nächsten Schub?

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Die globalen Finanzmärkte stehen seit März 2026 unter erheblichem Druck.

Der eskalierende Krieg gegen den Iran - insbesondere die Teilblockade der Straße von Hormus - hat die Ölpreise für die Nordseeölsorte Brent auf zuletzt 110 USD getrieben. Das befeuert den Inflationsdruck weltweit und gefährdet die erhofften Zinssenkungen der Notenbanken. Die Börsen kamen entsprechend teils deutlich zurück und allein der Dow Jones verlor seit Mitte Februar über 5.000 Punkte bzw. ca. 10%. Zuletzt wurden sogar Notierungen erreicht, die zuletzt im September 2025 gesehen worden sind. Wer profitiert im aktuellen Marktumfeld und wer verliert?

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OMV Aktie im Abwärtssog?

Bei dem größten Industrieunternehmen Österreichs, der OMV AG (WKN: 874341 | ISIN: AT0000743059 | Ticker-Symbol: OMV), hat sich erst im letzten Jahr der staatliche Energiekonzern Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an dem riesigen Wasserstoffprojekt im niederösterreichischen Bruck an der Leitha beteiligt. Hier entsteht Österreichs größter Elektrolyseur und Masdar hat sich mit 49% Anteilsübernahme daran beteiligt. Die operative Führung des Projektes liegt bei der OMV AG, aber für mehrere Hundert Millionen EUR trägt der Staatskonzern der VAE ein deutliches Risiko mit diesem Direktinvestment. Die wasserstoffproduzierende Anlage wird die fünftgrößte ihrer Art sein und Ende 2027 die Wasserstoffproduktion aufnehmen. Planmäßig sollen dann jedes Jahr ca. 23.000 t grüner Wasserstoff erzeugt werden und über eine 22 km lange Pipeline die OMV-Raffinerie in Schwechat beliefern.

Doch zuletzt ging es teils deutlich für die Aktie bergab, denn Unruhe kam aus einer anderen Sparte des Unternehmens. Hier zeigten sich die Marktteilnehmer unzufrieden über die Absage bzw. Verlegung des geplanten Börsengangs des Joint Ventures der Borouge Group International (BGI). Die BGI ist eine Zusammenlegung der OMV-Tochter Borealis, der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC)-Tochter Borouge sowie der zugekauften Nova Chemicals. Die Zusammenlegung des Joint Ventures soll noch in diesem Monat abgeschlossen werden, aber das hinkt hinter dem im März 2025 angegebenen Zeitplan hinterher. Dadurch verschiebt sich auch die angedachte Kapitalerhöhung über den Börsengang und nimmt den Marktteilnehmern die Euphorie. Die Aktie gab daher in den letzten beiden Handelstagen der vergangenen Woche in der Spitze um 7,8% nach.

Drohennachfrage im Aufwind: Volatus Aerospace Auftragspolster wächst

Seit dem Ukraine-Krieg rüsten die Verteidigungs- und Kriegsministerien der Welt massiv auf und für diesen Markt ist das Drohnenunternehmen Volatus Aerospace (WKN: A2JEQU | ISIN: CA92865M1023 | Ticker-Symbol: ABB) aus Kanada sehr gut positioniert. Das Unternehmen baut Drohnen und unbemannte Flugobjekte zunehmend für die militärische Nutzung. Doch das Unternehmen ist mehr als nur ein Rüstungsdienstleister, welche bei vielen Investoren in den letzten Jahren im Fokus standen und immer noch stehen. Den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet Volatus Aerospace im zivilen Bereich. Ein laufender Vertrag zur Inspektion von rund 150.000 km Stromleitungen bringt bis August 2028 rund 15 Mio. CAD ein. Eine Verlängerungsoption zu dem Vertrag wurde ebenfalls gleich mitvereinbart.

Ein neuer Vertrag mit einem Offshore-Windenergie-Konzern sieht die Entwicklung von Schwerlastdrohnen für bis zu 100 kg Nutzlast vor, die vor allem auch unter Extrembedingungen einsatzfähig sind. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt fließen dann in die allgemeine Weiterentwicklung einer neuen Generation an autonomen Drohnensystemen mit ein, die auch für militärische Anwendungen geeignet sein werden. Strategisch sehr interessant ist auch die relativ neue SaaS-Plattform SKYDRA , die auch über eine Drohnenabwehr-Simulation verfügt. Hierüber wird sich das Unternehmen auf dem Markt der wiederkehrenden Softwareumsätze etablieren, der global betrachtet in diesem Segment auf 20 Mrd. USD p. a. Volumen geschätzt wird. Besonders die gezielten Drohnenangriffe im laufenden Irankrieg haben das Bewusstsein nicht nur in den erdöl- und erdgasreichen Ländern im Nahen Osten deutlich erhöht, sondern dürften dem Drohnenmarkt im Allgemeinen ein viel stärkeres Wachstum bescheren, als dies noch zum Jahresanfang von Marktexperten geschätzt worden ist.

Für die nach NATO-Standards zertifizierte Unternehmung Volatus Aerospace und dem diversifizierten Auftragsportfolio nebst wachsendem SaaS-Geschäft dürfte die geopolitische Eskalation im Nahen Osten zu noch stärkerer Nachfrage nach Drohnensystemen wie auch Schulungsmaßnahmen führen.

Vonovia: Schlechte Nachrichten zu schlechten Zeiten

Vonovia … au weia (WKN: A1ML7J | ISIN: DE000A1ML7J1 | Ticker-Symbol: VNA). Erst kommen die Jahreszahlen, dann schauen Anleger auf FED und EZB - und statt Rückenwind gibt es vorerst weiter Vorsicht bei den Zinsen. Für ein so zinssensibles Unternehmen ist das keine gute Nachricht. Wer Vonovia Aktien im Depot hat, braucht seit Jahren starke Nerven. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Bewegungen gemacht, nach oben wie nach unten. Jetzt ist es wieder passiert. Die Aktie ist an einem Tag um mehr als 10% eingebrochen. Da stellt sich die Frage: Was genau hat diesen Crash ausgelöst?

Am 19. März 2026 hat Vonovia den Jahresabschluss für 2025 präsentiert. Fast gleichzeitig kam von der Geldpolitik nicht das Signal, auf das viele gehofft hatten. Weder die FED noch die EZB lieferten klare Hinweise auf eine schnelle und deutliche Zinssenkung. Im Gegenteil: Der Ton blieb vorsichtig. Weitere Zinssenkungen sind zwar noch im Raum, aber eben auch nur andeutungsweise. Gleichzeitig steigen die Sorgen wegen der anziehenden Inflation durch die geopolitische Lage und den steigenden Energiepreisen. Genau das ist für Vonovia ein Problem. Für Immobilienunternehmen wären klar sinkende Zinsen das bessere Umfeld. Wenn dieses Szenario jedoch nicht eintritt, bleiben Finanzierungskosten länger hoch oder steigen sogar noch höher, als dies bisher erwartet wurde. Das belastet nicht nur die Refinanzierung, sondern auch den Neubau, die Projektentwicklung und allgemein den finanziellen Spielraum. Gerade bei Vonovia ist das ein entscheidender Punkt. Laut CEO Luka Mucic werde das hohe Zinsumfeld genau im Auge behalten.

Operativ waren die Zahlen nicht schlecht, aber eben auch nicht so stark, dass sie die Skepsis der Anleger beruhigen konnte. Der Umsatz ist 2025 leicht zurückgegangen. Nach etwas mehr als 5 Milliarden EUR im Vorjahr lag dieser nun bei rund 4,91 Milliarden EUR, also etwa 3,3% niedriger. Das ist auf den ersten Blick kein dramatischer Einbruch, aber Aktionäre sehen bei einem Unternehmen in einem schwierigen Marktumfeld natürlich lieber Wachstum als Rückgang. Es gibt bei Vonovia auch positive Punkte. Das Unternehmen verfügt über einen großen und hochwertigen Immobilienbestand. In vielen Regionen bleibt die Nachfrage nach Wohnraum hoch, die Mieten steigen weiter und die Leerstandsquote ist mit etwa 2% sehr niedrig. Das sind starke Argumente für das Geschäftsmodell.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Blick auf den Anleihenmarkt. Vonovia hat viele Anleihen im Umlauf und verfügt weiterhin über ein Investment-Grade-Rating von Moody's und S&P, konkret Baa1 und BBB+. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass der Kapitalmarkt das Unternehmen trotz aller Herausforderungen nicht als akuten Problemfall sieht. Eine euro-denominierte Vonovia-Anleihe mit Laufzeit bis 2032 rentierte zuletzt bei rund 3,7% pro Jahr. Verglichen mit einer deutschen Staatsanleihe ähnlicher Laufzeit, die bei etwa 2,7% liegt, entspricht das einem Risikoaufschlag von nur 1%. Das ist kein hoher Spread und ein Zeichen dafür, dass der Markt Vonovia weiterhin als soliden Schuldner einordnet. Zumindest aus Sicht der Anleiheinvestoren. Charttechnisch sieht das Bild allerdings anders aus. Der Bereich um 24 EUR war zuletzt eine wichtige Widerstandszone. Dieser Preis wurde in den vergangenen Tagen nach unten durchbrochen und die Aktie hat neue Tiefs erreicht. Sie notiert inzwischen sogar unter den Tiefs von 2024 und 2025. Das ist aus technischer Sicht klar negativ.
Am Ende ist das wohl der Kern des Problems: Vonovia hat nicht enttäuscht, aber das Unternehmen liefert in einem Umfeld voller Unsicherheit eben auch noch nicht die Art von Zahlen, die Investoren wieder überzeugt. Hohe Nachfrage nach Mietwohnungen, niedriger Leerstand und solide Ratings sind positiv. Aber solange die Zinsen nicht klar nachgeben und die Inflation ein Thema bleibt, wird der Markt bei Vonovia wohl vorsichtig bleiben.

Fazit

Das Verschieben des Börsengangs des Tochterunternehmens von OMV hat den Kurs der Aktie in den letzten Handelstagen mit 7,8% Kursverlust deutlich belastet. Die nächste geopolitische Eskalation durch den Irankrieg lässt die Nachfrage nach unbemannten Drohensystemen deutlich ansteigen, was kurz- und mittelfristig den Auftragsbestand bei Volatus Aerospace und damit auch den Aktienkurs ansteigen lassen dürfte. Die Folgen durch den neuen Nahostkrieg mit signifikant gestiegenen Ölpreisen aber auch den zukünftigen Inflationserwartungen, lassen Zinssenkungen in weite Ferne rücken. Das drückt entsprechend auf den Kurs der Aktie von Vonovia, die durch das Kreditportfolio entsprechend mit steigenden Zinsbelastungen rechnen muss.


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