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Drohnen sind heutzutage allgegenwärtig und längst keine Spielerei mehr.
Die kleinen Fluggeräte sind inzwischen vor allem im professionellen Einsatz unterwegs. Sie werden zur Filmproduktion eingesetzt, für Wetterprognosen oder für die Inspektion von Gebäuden und Vermessungen. Auch das Militär nutzt die Multicopter auf breiter Front, zur Verteidigung und zur Überwachung wichtiger Infrastruktur oder zu offensiven und gezielten Angriffsoperationen. Die unbemannten Fluggeräte verändern die moderne Kriegsführung mittlerweile sogar grundlegend, wie uns der Einsatz im Ukraine-Krieg und nun der Konflikt im Nahen Osten täglich in den Nachrichten vor Augen führt. Ohne Drohnen geht militärisch so gut wie gar nichts mehr. Entsprechend hoch sind Nachfrage und Aufmerksamkeit für die Hersteller. Auch am Aktienmarkt wächst das Interesse von Anlegern. Investoren, die von den Wachstumschancen der milliardenschweren Drohnenindustrie profitieren wollen, finden inzwischen an den internationalen Börsen zahlreiche aussichtsreiche Unternehmen.
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Drei Titel unter der Lupe:
Die Aktie des US-Drohnenherstellers Red Cat zum Beispiel hat sich auf Jahressicht mehr als verdoppelt. Nach einem Kursrücksetzer im Herbst 2025 geht es mit dem Titel seit einigen Monaten wieder deutlich nach oben. Der Konzern entwickelt Kurzstrecken-Aufklärungsdrohnen sowie unbemannte Boote und bedient damit einen der zentralen Wachstumstreiber im Verteidigungssektor. Das US-Verteidigungsministerium war allerdings der wichtigste und bislang praktisch einzige Kunde von Red Cat. Diese Abhängigkeit ist ein Manko, doch der direkte Zugang zum Pentagon ist aktuell vor allem ein Kurstreiber.
Rückenwind kommt zudem aus Washington: Neue regulatorische Vorgaben dürften den Einsatz ausländischer Komponenten im Militärbereich deutlich einschränken. Heimischen Anbietern wie Red Cat spielt das in die Karten. Zudem will sich das Unternehmen zukünftig breiter aufstellen. Seit September dürfen die Amerikaner ihre Produkte international vertreiben. Erste Aufträge aus Fernost wurden bereits an Land gezogen. Für zusätzliche Fantasie sorgt eine Kooperation mit Allen Control Systems, durch die KI-gestützte autonome Waffensysteme in die Drohnen und unbemannten Schiffe integriert werden.
Red Cat entwickelt sich damit vom reinen Aufklärungsanbieter hin zu einem Anbieter aktiver Verteidigungssysteme, was der Aktie noch mehr Rüstungs- und Militärfantasie verleiht. Noch wird der Hotstock nur von wenigen Research-Häusern gecovert, diese zeigen sich jedoch allesamt optimistisch, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 18 EUR - ein Potenzial von aktuell über 50%. Red Cat ist mit einem Börsenwert von 1,5 Mrd. EUR zwar kein Small Cap mehr, wird mit einem Enterprise-Value-Umsatz-Verhältnis (EV/Sales) von rund 48 aber extrem sportlich bewertet. Die Aktie eignet sich trotz der guten Wachstumsperspektiven daher nur für nervenstarke und sehr spekulative Anleger, die mit hohen Kursschwankungen umgehen können und diese weiterhin einplanen sollten.
Zu den großen Gewinnern des Drohnenbooms gehörte in der jüngeren Vergangenheit auch der französische Drohnenhersteller Parrot. Von Mitte 2024 bis Mitte 2025 hat sich der Kurs des Mikrodrohnenpioniers zeitweise auf über 14 EUR mehr als versiebenfacht. Inzwischen ist die Euphorie etwas verflogen, bei rund neun EUR notiert der Titel dennoch auf hohem Niveau. Die am 27. März vorgelegten Zahlen von Parrot zeigen, dass das operative Geschäft noch schleppend verläuft. Im Gesamtjahr 2025 legte der Umsatz lediglich um zwei (bereinigt sechs) Prozent auf knapp 80 Mio. EUR zu.
Unter dem Strich erhöhte sich dagegen der Verlust von 9,2 auf 14,5 Mio. EUR, der Cashbestand schrumpfte von über 33 auf 23 Mio. EUR. Operativ lief es allerdings im zweiten Halbjahr 2025 deutlich besser als im ersten Semester, beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gelang den Franzosen mit einem Plus von 0,5 Mio. EUR sogar der Sprung in die schwarzen Zahlen. Im Gesamtjahr lag das Ebit derweil noch mit 12,5 Mio. EUR im Minus. Der Blick ins Orderbuch macht Mut für das laufende Jahr. Parrot nannte jüngst dazu zwar noch keine konkreten Zahlen, der für 2026 bereits gesicherte Auftragsbestand soll allerdings nahe am Umsatz des gesamten Jahres 2025 liegen. Das erhöht zumindest die Planbarkeit und lässt auf zusätzliche Wachstumsimpulse im Jahresverlauf hoffen. Die Aktie wird mit einem EV/Sales-Faktor von 3,5 deutlich moderater bewertet als Konkurrent Red Cat, wächst derzeit aber auch weniger dynamisch.
Geheimtipp aus Kanada
Ein interessanter Spezialwert ist Volatus Aerospace aus Kanada. Der hierzulande bislang noch kaum beachtete Hotstock hat sich innerhalb weniger Monate vom Sanierungsfall zum Wachstumswert gemausert und könnte in der Drohnenbranche auch operativ zum Highflyer aufsteigen. Volatus führte in den vergangenen Monaten erfolgreich mehrere Kapitalmaßnahmen durch, sodass sich das Finanzierungsrisiko spürbar verringert hat. Frische Finanzmittel von über 40 Mio. CAD, umgerechnet gut 25 Mio. EUR, ermöglichen der Firma Investitionen in das operative Geschäft, etwa durch Zukäufe. Das sorgt für Aufwind. Angetrieben durch den geschäftlichen Aufschwung kletterte auch die Aktie seither steil nach oben - von 0,10 EUR auf 0,50 EUR. Das Ende der Fahnenstange ist freilich noch nicht erreicht. Die Aktie wird aktuell mit einem EV/Sales-Verhältnis von zehn attraktiv bewertet. Der Titel ist auf dieser Bewertungsbasis deutlich günstiger zu haben als Wettbewerber Red Cat und wird nur etwa halb so hoch gepreist wie der EV-Sales-Median der Branche, der laut Konsensschätzungen des Marktes bei über 20 liegt.
Im Unterschied zu vielen Wettbewerbern setzt Volatus nicht nur auf einzelne Drohnenprodukte. Von der Entwicklung und Integration von Drohnensystemen über Wartung und Betrieb bis hin zur Ausbildung von Drohnenpiloten sowie der Datenauswertung und Analyse decken die Nordamerikaner nahezu die komplette Wertschöpfungskette ab. Neben militärischen Anwendungen spielen auch zivile Einsatzfelder eine wichtige Rolle - etwa die Überwachung von Infrastruktur, Energieanlagen oder Pipelines. Volatus agiert demnach als sogenannter Dual-Use-Anbieter, verfügt also über Lösungen für zivile und militärische Anwendungen. Gerade diese Kombination könnte sich als entscheidender Vorteil im Vergleich zu Wettbewerbern erweisen. Volatus verdient nicht nur am Verkauf der Hardware, sondern nachhaltig an Service-Dienstleistungen, in denen auch die deutlich höhere Marge steckt. Analysten taxieren die jährlich wiederkehrenden Umsätze aus Serviceverträgen auf rund 20 Mio. CAD. Insgesamt liegt die wachsende Projektpipeline für die kommenden Jahre nach eigenen Angaben bei rund 600 Mio. CAD.
Fantasie durch Militäraufträge
Die größte Fantasie liefert momentan aber zweifelsohne das Verteidigungsgeschäft, das operativ zunehmend in den Mittelpunkt rückt. Diese Sparte ist zwar nicht so margenträchtig wie das Servicegeschäft, die Nachfrage zieht dort allerdings stark an. Erst im Dezember brachte Volatus einen Auftrag eines NATO-Mitgliedsstaates im Volumen von rund neun Mio. CAD unter Dach und Fach. Anfang Februar tüteten die Kanadier einen Trainingsauftrag mit einer NATO-Verteidigungsorganisation ein. Weitere Beauftragungen sollten demnächst auch durch die kanadische Regierung erfolgen. Kanada baut durch die beschlossene Defence Industrial Strategy seine Verteidigungskapazitäten mit milliardenschweren Investitionen für seine Streitkräfte derzeit stark aus und setzt dabei - wie so viele andere Länder (etwa die USA bei Red Cat) - bevorzugt auf heimische Anbieter.
Das spielt Volatus im Defense-Bereich in die Karten, zumal die kanadische Regierung viel Geld für die Anschaffung von unbemannten und autonomen Systemen, Aerospace-Plattformen und anderen digitalen Systemen bereitstellt und Bereiche wie Pilotenausbildung und Simulatorentraining fördert, in denen Volatus bereits heute operiert und diese stark ausbaut. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen bereits über 100.000 Piloten weltweit geschult. Erst jüngst wurde eine neue Kooperation mit der University of Technology in Jamaika abgeschlossen, die Programme für Drohnenpiloten mit dem Fokus auf Katastrophenschutz, Einsatzplanung und operative Anwendungen anbietet. Mit der Expansion in die Karibik erschließt sich Volatus neue Wachstumsmärkte, etwa in der Umweltüberwachung, Landwirtschaft oder Forschung.
Dynamisches Wachstum - viel Kursfantasie
Operativ ist das Unternehmen noch vergleichsweise klein. Der Umsatz lag 2024 bei rund 27 Mio. CAD, was umgerechnet rund 17 Mio. EUR entspricht. Doch das Wachstum ist etwa im Vergleich zum Wettbewerber Parrot dynamischer. Nach den ersten neun Monaten des Jahres 2025 setzte Volatus bereits mit 26,9 Mio. CAD annähernd den gesamten Vorjahreserlös um, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging es damit um über ein Drittel nach oben. Allein im dritten Quartal wuchs der Umsatz um über 60%. Auch im Schlussquartal sollte Volatus den Wachstumskurs fortgesetzt haben. Konsensschätzungen rechnen im Schlussquartal mit mindestens acht Mio. CAD, womöglich setzt Volatus noch einen Schnaps drauf.
Unter dem Strich schreibt Volatus allerdings noch rote Zahlen. Nach den ersten drei Quartalen 2025 lag der Nettoverlust bei 15,5 Mio. CAD oder drei Cent je Aktie. In den kommenden zwei Jahren soll jedoch der Break-even erreicht werden, was angesichts der zu erwartenden Militäraufträge und der prallgefüllten Projektpipeline realistisch erscheint. Entsprechend optimistisch geben sich aktuell auch Analysten. Fünf Researchhäuser covern den kanadischen Pennystock. Die Kursziele reichen vom 0,85 CAD bis 1,25 CAD, was am oberen Ende des Korridors einem Gewinnpotenzial von mehr als 80% zum aktuellen Kurs von 0,68 CAD (etwa 0,44 EUR) entspricht.
Die Aktie von Volatus steht in Deutschland im Vergleich zum Wettbewerber Parrot bislang kaum im Fokus von professionellen Investoren und wird hierzulande in Nebenwertekreisen noch als Geheimtipp aus der internationalen Drohnenbranche gehandel - mit hohen Chancen, aber auch entsprechenden Risiken. Spekulative Anleger mit Mut, die im zukunftsträchtigen Drohnenmarkt nach aussichtsreichen Investmentchancen suchen, finden mit Volatus allerdings einen der spannendsten Nebenwerte mit viel Luft nach oben.
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