DJ S&P Global: Deutscher Industrie-PMI von Lieferfristen verzerrt
FRANKFURT (Dow Jones)--Der von S&P Global im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands erhobene Einkaufsmanagerindex ist in zweiter Veröffentlichung auf 52,2 von 50,9 Punkten im Februar gestiegen, war dabei aber von längeren Lieferfristen nach oben verzerrt. In erster Veröffentlichung war ein Wert von 51,7 ermittelt worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Nach Angaben von S&P Global hatten die Indizes für Produktion und Auftragseingang einen positiven Einfluss auf den PMI, der stärkste Impuls kam jedoch vom Index der Lieferzeiten.
"Dieser fließt invertiert in die Berechnung ein, da längere Vorlaufzeiten üblicherweise mit einer höheren Nachfrage einhergehen. In diesem Fall spiegelt die starke Verlängerung der Lieferzeiten jedoch größtenteils die durch den Nahostkrieg verursachten Materialengpässe wider, insbesondere bei Lieferungen aus Asien", heißt es in der Mitteilung.
Das Ausmaß der Verschlechterung war demnach so groß wie seit Juli 2022 nicht mehr. Gleichzeitig nahm der Kostendruck kräftig zu. So schnellte die Inflationsrate der Einkaufspreise auf den höchsten Stand seit Oktober 2022 und verzeichnete den größten Anstieg im Vormonatsvergleich seit Beginn der Datenaufzeichnung.
"Zahlreiche Befragte schrieben dies der sprunghaften Verteuerung der Energiepreise sowie höheren Transport- und Rohstoffkosten zu", erläuterte S&P Global. Die Verkaufspreise zogen demnach ebenfalls an, da viele Unternehmen versuchten, einen Teil der gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben. "Es war die höchste Steigerungsrate seit gut drei Jahren, die aber immer noch deutlich unter den Höchstwerten von 2021 und 2022 lag."
"Da das Nachfrageplus jedoch zumindest teilweise auf die Bemühungen von Unternehmen zurückzuführen ist, Lagerbestände aufzustocken und künftige Preissteigerungen abzufedern, könnte sich der Trend in naher Zukunft umkehren" kommentiert sagte S&P-Global-Ökonom Phil Smith die Daten. Die Hersteller selbst hätten ihre Wachstumsprognosen für die nächsten zwölf Monate nach unten korrigiert, da die vielen Unsicherheitsfaktoren und der hohe Inflationsdruck Nachfrage und Produktion aller Voraussicht nach schmälern würden.
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April 01, 2026 04:13 ET (08:13 GMT)
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