
© Foto: fn Symbolbild
Vor wenigen Tagen noch ein Kurssprung von fast 10 Prozent, dann wieder Gegenwind von ganz oben, die Rheinmetall-Aktie macht derzeit keine halben Sachen. Goldman Sachs hat den deutschen Rüstungskonzern auf seine exklusive Liste der weltbesten Aktien gesetzt und ein Kursziel von 2.300 Euro ausgerufen. Das klingt gut, doch gleichzeitig sorgen Trumps neueste Aussagen zum NATO-Bündnis für Unruhe, und die Frage, ob die Rally wirklich hält, bleibt offen. Ist das jetzt eine Chance oder eine Falle? Wir schauen genauer hin.
Europas Rüstungskonzern im Aufwind
Rheinmetall ist längst kein normaler Industriekonzern mehr. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren zum Herzstück der europäischen Verteidigungsarchitektur entwickelt. Gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie, Munition, Luftabwehr, Rheinmetall liefert all das, was Europa gerade in großen Mengen braucht. Der Auftragsbestand liegt bei über 55 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass das Unternehmen schon heute weiß, was es in den nächsten Jahren produzieren wird. Die Umsätze klettern auf über drei Milliarden Euro pro Quartal, die operative Marge hat sich von rund 13 auf fast 20 Prozent verbessert. Die Eigenkapitalrendite liegt bei bis zu 45 Prozent. Das sind großartige Zahlen, die nicht viele Unternehmen vorweisen können. Dazu kommen steigende Cashflows und eine sinkende Verschuldung. Fundamental sieht das Bild also richtig gut aus.
Charttechnik
Der Chart erzählt aber eine etwas andere Geschichte mit beidem, Licht und Schatten. Das Allzeithoch liegt bei 2.008 Euro, von dort hat die Aktie seit Januar über 20 Prozent verloren. Der Rücksetzer auf 1.326 Euro Ende März war schmerzhaft, aber die Aktie hat sich seitdem schon wieder etwas erholt. Der Sprung über die Marke von 1.450 Euro war ein erstes positives Zeichen. Jetzt kämpft der Kurs um die Zone zwischen 1.550 und 1.600 Euro. Hält diese Unterstützung, könnte der 50er und der 200er SMA bei 1.626 und 1.710 Euro die nächsten Ziele sein. Kippt allerdings die Aktie aber wieder ab, drohen erneut Kurse um 1.200 Euro, und damit rückt auch die psychologische Marke von 1.000 Euro zumindest schon mal gedanklich wieder ins Blickfeld. Der RSI jedenfalls lässt mit einem Wert von 47 Punkten beides zu, nach oben, wie nach unten. Aber aktuell scheint es so, als wollen mehr Anleger raus, als rein. Dies könnten Gewinnmitnahmen sein, oder aber auch schlicht Liquiditätsengpässe oder Kursängste einiger Investoren.

Was tun?
Rheinmetall ist eine Aktie, die seit mehreren Monaten stark polarisiert. Die fundamentalen Argumente sind derzeit die vollen Auftragsbücher, wachsende Margen, eine klare strategische Position in einem Markt mit strukturell steigender Nachfrage. Die Analysten sind immer noch mehrheitlich optimistisch, das durchschnittliche Kursziel liegt bei über 2.000 Euro. Anfang Mai kommen die Quartalszahlen, Mitte Mai die Hauptversammlung mit einer erwarteten Dividende von 11,50 Euro je Aktie, beides könnte neue Impulse setzen. Auf der anderen Seite bleibt die politische Unsicherheit. Trumps NATO-Rhetorik kann die Stimmung schnell kippen. Die Charttechnik ist noch nicht eindeutig bullish. Wer bereits investiert ist, kann auf die genannten Katalysatoren im Mai setzen und die Unterstützung bei 1.500 Euro im Auge behalten. Wer neu einsteigen will, muss sich nicht unbedingt beeilen. Achtung: Die 1.000-Euro-Marke ist zwar derzeit kein Automatismus-Szenario, aber ein weiterer Rücksetzer ist dennoch nicht ausgeschlossen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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