
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Aktie von BASF präsentierte sich zuletzt sehr stark und konnte den DAX deutlich outperformen, doch ausgerechnet jetzt könnten die Käufer versagen.
BASF-Aktie mit bislang starker Vorstellung
Ausgerechnet die Aktie der BASF ist gegenwärtig mit einem Plus von knapp 23 Prozent eine der erfolgreichsten im deutschen Leitindex DAX. Nach einer jahrelangen Flaute in der weltweiten Chemiebranche keimte zuletzt Hoffnung auf Besserung auf. Gleichzeitig sorgte der Iran-Krieg einerseits für höhere Ölpreise sowie aufgrund von Produktionsausfällen in der Golf-Region auch für einen Mangel an Basischemikalien.
Den Anteilen der Ludwigshafener gelang somit der Ausbruch aus dem zermürbenden Seitwärtstrend, der nach dem Zoll-Crash im vergangenen Jahr das Kursgeschehen beherrschte. Dadurch hat sich die Ausgangslage komplett verändert: Plötzlich sind sogar neue Mehrjahreshochs und ein übergeordneter Ausbruch denkbar.

Doch ausgerechnet jetzt, wo sich die Käuferinnen und Käufer keine Blöße geben dürften, droht der Aktie die Puste auszugehen. Dadurch könnte der Ausbruch scheitern oder zumindest auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden müssen. Dazu der Blick in den Chart:
Nach einer jahrelangen Seitwärtsphase winkt endlich der große Ausbruch ...
Bereits seit 2022 handelt die BASF-Aktie nach einer längeren Talfahrt in einer volatilen Seitwärtsbewegung. Ein Großteil des Kursgeschehens ereignete sich zwischen 42,50 und 50 Euro. Weitere Begrenzungen stellten zur Unterseite 40 und zur Oberseite 55 Euro dar. Nur der Zoll-Crash bedeutete eine Ausnahme, die jedoch schnell eingefangen werden konnte und den gegenwärtig laufenden Erholungstrend etablierte.
Während höhere Kurse von fundamentaler Seite aus durch eine schwache Geschäftsentwicklung vereitelt wurden, scheiterte die Aktie zur Oberseite regelmäßig daran, wichtige Ausbruchsmarken technisch bereits fortgeschritten oder sogar überkauft zu erreichen. Genau diese Situation liegt jetzt, wo es darum geht, den Widerstand bei 55 Euro zu knacken und mit einem neuen Mehrjahreshoch ein Kaufsignal zu generieren, wieder vor.
... doch genau der könnte jetzt an fehlendem Spielraum scheitern
Die in den vergangenen Wochen starke Performance führte zwar zum Überwinden zahlreicher Horizontalwiderstände, womit der im vergangenen Jahr gestartete Aufwärtstrend deutlich beschleunigt werden konnte. Dafür ist die BASF-Aktie mit Blick auf den Relative-Stärke-Index (RSI) jedoch im überkauften Bereich angelangt.
Gleichzeitig liegen bearishe Divergenzen vor: Trotz höherer Notierungen ist der RSI gefallen. Eine solche Top-Bildung liegt auch im Trendstärkeindikator MACD vor. Das deutet darauf hin, dass der Ausbruch scheitern oder sich als Fehlsignal entpuppen könnte, da höhere Aktienkurse gegenwärtig nicht durch Hochs in den technischen Indikatoren unterstützt sind.
Erst ein Pullback, dann der charttechnische Erfolg?
Das wahrscheinlichste Szenario für die kurzfristige Entwicklung ist daher ein Pullback, um RSI und MACD zu konsolidieren und zu "resetten". Dadurch hätte die BASF-Aktie im nächsten Anlauf die Chance, den wichtigen Widerstand mit einem technisch weniger fortgeschrittenen Aufwärtstrend zu erreichen, sodass genügend Luft für einen Ausbruch und eine Anschlussrallye bleibt, um den Ausbruch auch als nachhaltig zu verstetigen.
Mögliche Zielzonen für einen solchen Rücksetzer sind 52,50 und 50 Euro sowie die bei 49,27 Euro verlaufende 50-Tage-Linie. Je weniger stark BASF zurücksetzt, desto länger könnte eine Konsolidierung auf hohem Niveau andauern.
Insgesamt ist das Chartbild aber in einer starken Verfassung, vor allem für Kurse oberhalb von 47,50 und 45 Euro. Für bereits investierte Anlegerinnen und Anleger besteht daher kein Handlungsbedarf. Diese gedulden sich zunächst. Wer neu einsteigen will, sollte hingegen abwarten und entweder einen technisch bestätigten Ausbruch kaufen oder die Aktie günstiger einsammeln, sofern sie nach dem jüngsten Kraftakt tatsächlich zurückkommt.
Fazit: Insgesamt starker Chart, aber Bewertung mahnt zur Vorsicht
Die Unternehmensbewertung mahnt etwas dringender als der Chart zur Vorsicht. Für 2026 ist BASF bereits mit rund dem 16-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet. Das ist für ein Unternehmen, dessen Erlöse und Erträge zuletzt stagnierten ambitioniert, zumal für eine stark zyklische Branche. Zum Teil sind direkte Mitbewerber wie LyondellBasell außerdem günstiger bewertet (KGVe 2026: 14,2).
Das schränkt einerseits das Aufwärtspotenzial ein und vergrößert zugleich die Abwärtsrisiken zur Unterseite. Sollten die Energiepreise nach dem Iran-Schock dauerhaft auf erhöhtem Niveau bleiben, erhöht dass das weltweite Rezessionsrisiko und damit die operativen Herausforderungen für Chemieunternehmen. Sollten sich die Wachstumsaussichten daher weiter eintrüben (wie zuletzt in den USA) sind auf dem aktuellen Kursniveau auch Gewinnmitnahmen empfehlenswert.
Gastautor: Max Gross

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