DJ Aktien Schweiz weiter abwärts - ABB nach Quartalszahlen SMI-Tagessieger
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Der Schweizer Aktienmarkt hat auch am Mittwoch Verluste verzeichnet. Zwar verlangsamte sich die Abwärtstendenz der beiden Vortage etwas, für eine Gegenreaktion nach oben reicht es aber nicht. Die von US-Präsident Donald Trump verlängerte Waffenruhe mit dem Iran stieß zwar auf ein positives Echo, allerdings wog schwerer, dass die Friedensgespräche einstweilen wohl nicht fortgesetzt werden und dass die Ölpreise wieder stiegen. Angesichts der ungeachtet der verlängerten Feuerpause weiter kaum zu passierenden Straße von Hormus stieg der Brent-Ölpreis wieder auf über 100 Dollar und schürte erneut Inflations- und Konjunktursorgen.
Der SMI verlor 0,5 Prozent auf 13.068 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursverlierer und 5 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 23,32 (Dienstag: 20,62) Millionen Aktien.
Bei den Einzelwerten stachen ABB mit einem Plus von 3,4 Prozent als klarer Tagessieger und zugleich mit einem Rekordhoch heraus. Der Industriekonzern hatte besser als erwartet ausgefallene Quartalszahlen vorlegt und die Prognose angehoben. Analystenhäuser wie UBS, ZKB und Vontobel hoben den starken Auftragseingang im Rechenzentrensegment hervor.
Kühne+Nagel stiegen um weitere 1,0 Prozent vor dem Hintergrund des weiter gestörten Schiffsverkehrs in der Golfregion. Dies habe höhere Frachtraten zur Folge, von denen der Logistiker profitiere, hieß es.
Bei den wenigen Gewinnern fanden sich auch UBS mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent. Hier stützte, dass die Schweiz der Großbank bei Kapitalanforderungen Zugeständnisse macht, die sie widerstandsfähiger machen sollen. Zwar muss die UBS weiter rund 20 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Puffern aufbauen, damit sich die Probleme, die zum Zusammenbruch des Wettbewerbers Credit Suisse geführt haben, nicht wiederholen können. Die Bank muss aber nicht sofort einen Abzug von 11 Milliarden Dollar von ihrem Kapital in Höhe von 71 Milliarden US-Dollar für bestimmte immaterielle Vermögenswerte hinnehmen.
In der zweiten Reihe gaben Sonova um 3,0 Prozent nach. Marktteilnehmer brachten die Kursschwäche in Zusammenhang mit einer drastischen Senkung der Prognose des australischen Wettbewerbers Cochlear für das Geschäftsjahr 2026. Cochlear waren in Sydney um 40 Prozent eingebrochen.
Huber & Suhner profitierten mit einem weiteren Zugewinn von 2,0 Prozent erneut davon, dass der Komponentenentwickler seine Zusammenarbeit mit Microsoft Azure Fiber verstärkt.
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April 22, 2026 12:00 ET (16:00 GMT)
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