DJ S&P Global: Deutsche Wirtschaft schrumpft im April
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Die deutsche Wirtschaft ist im April wegen des Iran-Kriegs erstmals seit knapp einem Jahr wieder in den rezessiven Bereich abgerutscht. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 48,3 von 51,9 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung für den Monat hervorgeht. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 51,0 erwartet.
Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ermäßigte sich auf 51,2 von 52,2 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Stand von 51,0 erwartet. Der Index für den Servicesektor fiel auf 46,9 von 50,9 Punkten. Das ist der stärkste Rückgang seit drei Jahren. Die Prognose hatte auf 50,1 gelautet.
Die Unternehmen waren mit einem enorm gestiegenen Kostendruck infolge des Nahost-Krieges konfrontiert, wobei sich Energie, Kraftstoffe und Transporte verteuerten und die Einkaufspreise insgesamt so rasant stiegen wie zuletzt im November 2022, erklärte S&P Global. In der Industrie, wo für Materialien wie Metalle und Kunststoffe oftmals mehr bezahlt werden musste, waren die Unternehmen sogar mit dem stärksten Kostenanstieg seit über dreieinhalb Jahren konfrontiert.
"Die Erholung der deutschen Wirtschaft wurde durch den Krieg im Nahen Osten abrupt gestoppt", erklärte Phil Smith, Economics Associate Director bei S&P Global Market Intelligence. Die zehnmonatige Wachstumsphase endete im April, da die Geschäftstätigkeit vor dem Hintergrund erhöhter Unsicherheit und stark steigender Preise zurückging."
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April 23, 2026 03:55 ET (07:55 GMT)
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