
© Foto: von andreas N auf Pixabay
Am 30. April wird bei BASF vielleicht Geschichte geschrieben. Hauptversammlung, Quartalszahlen und die Abstimmung über den Agrar-Spin-off fallen auf einen einzigen Tag. Dazu laufen milliardenschwere Aktienrückkäufe, eine attraktive Dividende steht zur Abstimmung, und aus dem Verkauf der Coatings-Sparte fließen fast sechs Milliarden Euro in die Kasse. Gleichzeitig drückt der Verlauf des US-Dollar auf die Prognose. Der Kurs hat sich die vergangenen Tage und Wochen gut entwickelt, aber reicht das? Die Charttechnik sendet interessante Signale. Wer BASF auf der Watchlist hat, sollte jetzt genau hinschauen.
Umbau auf allen Ebenen
BASF steckt mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Besonders im Fokus steht die Agrarsparte. Auf der Hauptversammlung stimmen die Aktionäre darüber ab, ob Agricultural Solutions als eigenständige Gesellschaft herausgelöst wird. Börsengang in Frankfurt, angepeilt für 2027. Ab dem 1. Mai soll die neue Einheit operativ auf eigenen Beinen stehen. Livio Tedeschi, der die Sparte bereits seit 2022 führt, übernimmt das Steuer. Der Schritt hat eine klare Logik, denn Agrochemie und Spezialchemie folgen unterschiedlichen Marktrhythmen, getrennt können beide flexibler reagieren. Auf der Finanzseite sieht es ebenfalls "bewegt" aus. Das laufende Rückkaufprogramm hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro, insgesamt plant BASF bis 2028 Rückkäufe von 4 Milliarden Euro. Hinzu kommt der Erlös aus dem Verkauf der Coatings-Sparte an Carlyle: rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern werden daraus im zweiten Quartal erwartet. Zur Hauptversammlung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat außerdem eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie vor.
Charttechnik
Seit Jahresanfang hat sich der Kurs von rund 45 Euro auf zeitweise über 54 Euro erholt, ein Plus von 20 Prozent. Doch zwischen 54 und 55 Euro wartet eine hartnäckige Widerstandszone. Drei Mal seit 2023 ist der Kurs dort bereits gescheitert, zuletzt Mitte April. Seither notiert die Aktie knapp darunter, aktuell um die 53,20 Euro. Die Indikatoren senden ein grundsätzlich positives, aber dennoch auch ein wenig gemischtes Bild. Das Momentum zeigt nach oben, beim RSI ist aber verhaltene Vorsicht angebracht: Er notiert bei rund 63 Punkten und ist damit nicht mehr weit vom überkauften Bereich bei 70 Punkten entfernt. Entscheidend bleibt die Marke von 55,50 Euro. Gelingt dort ein nachhaltiger Ausbruch, öffnet sich charttechnisch der Weg in Richtung 70 bis 75 Euro. Auf der Unterseite bieten die Zonen um 52,50 und 50,50 Euro Halt.

Was tun?
Der Umbau läuft, die Strategie ist klar, und die finanziellen Mittel sind vorhanden. Eine Dividende von 2,25 Euro macht die Aktie auch für einkommensorientierte Anleger attraktiv. Auf der anderen Seite drückt der US-Dollar-Verlauf auf das Ergebnis, und die Analysteneinschätzungen sind uneinheitlich: Barclays bleibt bei "Underweight" mit Kursziel 40 Euro, die Deutsche Bank sieht Potenzial bis 55 Euro. Wer bereits Aktien im Depot hat, kann durchaus dabei bleiben. Der 30. April wird zeigen, ob die Aktie den Ausbruch schafft, oder abermals abprallt. Erst ein Ausbruch über 55,50 Euro wäre das entscheidende Signal. Wer einsteigen möchte, wartet diesen Tag eventuell besser ab, oder platziert eine Stopp-Buy-Order an oder knapp oberhalb dieser Marke.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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