SANTA CLARA (dpa-AFX) - Der Chipkonzern Intel hat dank der boomenden Halbleiter-Nachfrage im Zuge des KI-Ausbaus die Wall-Street-Erwartungen deutlich getoppt. Im vergangenen Quartal habe man sogar zuvor abgeschriebene Lagerbestände noch verkaufen können, sagte Finanzchef David Zinsner dem US-Sender CNBC. Auch habe Intel Preissteigerungen durchsetzen können. Bei den Anlegern kam das überaus gut an. Für die Aktie ging es im vorbörslichen US-Handel zuletzt kräftig um etwas mehr als ein Viertel nach oben.
Für Analyst Harlan Sur von der US-Bank JPMorgan fielen sowohl die Resultate des Chipkonzerns für das vergangene als auch die Aussagen zum laufenden Quartal besser aus als erwartet. Dies spiegele die Stärke bei Hardware- und Softwarelösungen für Rechenzentren, Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz (KI) wider.
Auch für Blayne Curtis vom Analysehaus Jefferies hat Intel die Erwartungen im Quartal übertroffen und einen überraschend guten Ausblick auf das laufende Quartal gegeben. Der Rückenwind durch das KI-Thema lasse andere Probleme des Unternehmens verblassen, merkte er an.
Der Quartalsumsatz von Intel stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 13,6 Milliarden US-Dollar (rund 11,6 Mrd Euro), wie das Unternehmen bereits am Donnerstagabend nach New Yorker Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 12,4 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie erreichte Intel 0,29 Dollar - weit über der durchschnittlichen Prognose von 0,01 Dollar.
Unter dem Strich gab es allerdings einen Verlust von 4,28 Milliarden Dollar nach roten Zahlen von 887 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Intel investiert gerade in großem Stil in neue Produktionsprozesse, die den einstigen Marktführer aus der Krise bringen sollen.
Zudem überraschte Intel die Anleger mit dem Umsatzausblick für das laufende Quartal: Der Konzern rechnet mit Erlösen zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar, während am Markt im Schnitt eine Prognose von rund 13,1 Milliarden Dollar erwartet wurde./err/so/DP/lew/stk




