DJ Thyssenkrupp über Markterwartungen - Gewinn verbessert
Von Olaf Ridder
DOW JONES--Thyssenkrupp hat bei einem leichten Umsatzrückgang im zweiten Quartal das operative Ergebnis sehr deutlich verbessert und die Markterwartungen übertroffen. Besonders das Stahlgeschäft und der Werkstoffhandel trugen dazu bei. In einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld entfalte das konsequent umgesetzte Spar- und Effizienzprogramm Apex Wirkung, sagte Konzernchef Miguel Lopez. Die Jahresprognose bestätigte der Manager, lediglich auf der Umsatzseite rechnet er anders als bisher nicht mehr mit Wachstum.
Der Ruhrkonzern verbuchte im zweiten Quartal einen bereinigten operativen Gewinn (EBIT) von 198 Millionen Euro - eine Verbesserung um 179 Millionen Euro verglichen mit dem Vorjahreswert. Dazu trugen auch geringere Rohstoff- und Energiekosten bei der Stahltochter bei. Zugleich gingen die Konzerneinnahmen um 2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Während Material Services vom Nordamerika-Geschäft und dem internationalem Handel profitierte, schwächelte im Automotive-Geschäft die Nachfrage und im Stahlgeschäft das Preisniveau. Umsatzrückgänge gab es in den Bereichen Wasserelektrolyse der Tochter Thyssenkrupp Nucera und im Neubaugeschäft des Chemieanlagenbaus. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich um 2,2 Punkte auf 2,4 Prozent.
Bei Umsatz und operativem Ergebnis wurden die Konsensprognosen der Analysten übertroffen. Diese hatten lediglich mit 167 Millionen Euro bereinigtem EBIT und 2,0 Prozent Marge gerechnet.
Unter dem Strich stand ein Verlust von 11 Million Euro, während im Vorjahr ein Sonderertrag aus dem Verkauf von TK Electrical Steel India in Höhe von 270 Millionen Euro zu einem Überschuss von 167 Millionen Euro geführt hatte.
Thyssenkrupp bestätigte das Ziel, im Gesamtjahr ein bereinigtes EBIT zwischen 500 und 900 Millionen Euro zu erwirtschaften. Wegen der Restrukturierungskosten im Stahlbereich - unter anderem wird hier ein großer Personal- und Kapazitätsabbau umgesetzt - werden unter dem Strich wie angekündigt Verluste in der Größenordnung von 400 bis 800 Millionen Euro erwartet. Die Restrukturierungen, die neben dem Stahl auch das Automotive-Geschäft umfassen, werden im Gesamtjahr zu Mittelabflüssen zwischen 300 und 600 Millionen Euro führen. Im zweiten Quartal lag der Free Cashflow vor Portfolioanpassungen bei minus 327 Millionen Euro.
Der Umsatz wird unterdessen bestenfalls unverändert zum Vorjahr gesehen, könnte aber um bis zu 3 Prozent schwächer ausfallen. Zuvor reichte die Spanne von plus 1 Prozent bis minus 2 Prozent.
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