DJ MÄRKTE USA/Börsen vor Verlusten - Nvidia löst Geopolitik ab
DOW JONES--US-Präsident Donald Trump verzichtet vorerst nach eigener Aussage auf einen eigentlich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran. Anleger werten dies als Hinweis, dass die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA weiterlaufen. Trump warnte jedoch, das US-Militär sei bereit, jederzeit einen vollständigen, groß angelegten Angriff auf den Iran durchzuführen, falls kein akzeptables Abkommen erreicht werde. Doch stützen die Aussagen kaum, der Aktienterminmarkt deutet einen leichteren Handelsbeginn am Kassamarkt an. Denn die Rally der Halbleiteraktien verliert weiter an Schwung und Anleger neigen zu Gewinnmitnahmen.
"Die mangelnde Klarheit über diplomatische Fortschritte und das Risiko einer erneuten Eskalation halten die Märkte weiterhin vorsichtig", urteilt Marktstratege Zaheer Anwari von The Revacy Fund mit Blick auf den Iran-Krieg. Für Zurückhaltung im Sektor sorgen die am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen des KI-Dickschiffs Nvidia. Diese könnten den Hype um KI-Chips erneut entfachen, bergen aber auch Enttäuschungspotenzial für den Sektor - gerade weil die Hoffnungen des Marktes so hoch sind. Vorbörslich büßt der Kurs 0,9 Prozent ein. Zudem warten Anleger gespannt auf den Börsenprospekt von SpaceX, der voraussichtlich in den kommenden Tagen eingereicht werden wird.
Die Renditen der US-Staatsanleihen kommen von ihrem jüngsten Höhenflug ganz leicht zurück, halten sich aber auf hohem Niveau. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen sinkt um 1 Basispunkt auf 4,61 Prozent. Die Trump-Ankündigung, einen geplanten Militärschlag gegen den Iran zu verschieben, habe die Lage etwas entspannt. Die Hoffnung auf ein Ende der Blockade der Straße von Hormus dämpfe die Inflationssorgen etwas, heißt es mit Blick auf leicht zurückkommende Ölpreise. Deren Rally ist der Haupttreiber der Inflationsängste, die die Marktzinsen jüngst nach oben getrieben hatten. Mit den Trump-Verlautbarungen kommen die Ölpreise dann auch leicht zurück - Brentöl verbilligt sich um 1 Prozent auf knapp 111 Dollar je Fass.
Der Dollar-Index stagniert und der Goldpreis gibt moderat nach - die Feinunze verbilligt sich um 0,5 Prozent. Das Erwarten von Leitzinsanhebungen wegen der ölpreisbedingten Inflation belastet das Edelmetall.
Am Aktienmarkt fallen Home Depot vorbörslich um 0,1 Prozent nach Vorlage von Erstquartalszahlen und laufen damit besser als der Gesamtmarkt. Der Baumarktbetreiber verbuchte Gewinne über Marktschätzungen. ServiceNow gewinnen weitere 6 Prozent, nachdem die Bank of America die Berichterstattung über das Softwareunternehmen mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen hatte.
Agilysys haussieren um knapp 23 Prozent, nachdem der Anbieter von Hospitality-Software im vierten Geschäftsquartal die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertroffen hat. Es war das 17. Quartal in Folge mit Rekordumsätzen. Nach Auflage einer Wandelanleihen büßen Akamai Technologies 2,8 Prozent ein.
=== US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,07 -0,02 4,09 4,05 5 Jahre 4,26 -0,02 4,27 4,24 10 Jahre 4,61 -0,01 4,62 4,59 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:05 EUR/USD 1,1621 -0,3 -0,0034 1,1655 1,1647 EUR/JPY 184,9 -0,1 -0,2300 185,13 185,0000 EUR/CHF 0,9146 +0,0 0,0004 0,9142 0,9150 EUR/GBP 0,8667 -0,1 -0,0008 0,8675 0,8673 USD/JPY 159,09 +0,2 0,2600 158,83 158,8300 GBP/USD 1,3404 -0,2 -0,0029 1,3433 1,3424 USD/CNY 6,8048 +0,1 0,0048 6,8000 6,8000 USD/CNH 6,8082 +0,1 0,0093 6,7989 6,8009 AUS/USD 0,712 -0,6 -0,0046 0,7166 0,7157 Bitcoin/USD 76.641,81 -0,3 -226,74 76.868,55 76.272,57 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 108,27 -0,4 -0,39 108,66 Brent/ICE 110,93 -1,0 -1,17 112,10 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.541,54 -0,5 -24,45 4.565,98 Silber 75,98 -2,2 -1,70 77,67 Platin 1.962,98 -0,8 -16,62 1.979,60 (Angaben ohne Gewähr) ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf/apo
(END) Dow Jones Newswires
May 19, 2026 07:56 ET (11:56 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.



