
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Nach einer zwischenzeitlich aussichtsreichen Erholung steht die Aktie von BYD wieder unter Druck. Fällt sie nur wenig mehr, sind weitere Verluste zu befürchten.
Die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung ist schon wieder dahin
Für die Aktie des chinesischen E-Fahrzeugherstellers BYD bleibt das Marktumfeld schwierig. Nach einer hartnäckigen Korrektur im vergangenen Jahr starteten die Anteile mit einer Bodenbildung in das neue Börsenjahr, ehe der Iran-Krieg sogar für positive Impulse sorgte, nachdem Anlegerinnen und Anleger darauf spekuliert hatten, dass anhaltend höhere Benzin- und Dieselpreise für ein verstärktes Interesse an E-Fahrzeugen sorgen könnten.
Die zwischenzeitlich gewährten Kursgewinne hat die Aktie inzwischen jedoch vollständig abgegeben, denn mit Sorgen um Überkapazitäten und Margendruck auf dem chinesischen Heimatmarkt sind die Ängste zurück, welche bereits im vergangenen Jahr für empfindliche Verluste und eine Neubewertung der Aktie gesorgt haben. Für Anlegerinnen und Anleger sind die jüngsten Abgaben besonders ärgerlich, weil sie nicht nur ein aussichtsreiches technisches Setup neutralisiert haben, sondern jetzt die Gefahr weiterer Verluste besteht.
Quelle: Investing.com | BYD
Zwischenzeitlich standen die Zeichen wieder auf Grün ...
Gegenüber ihrem Allzeithoch bei rund 160 Hongkong-Dollar (HKD; 17,61 Euro) hat die BYD-Aktie auf dem Höhepunkt ihres Ausverkaufs über 40 Prozent eingebüßt. Dabei wurden zahlreiche technische Unterstützungen unterschritten, wie die gleitenden Durchschnitte, in denen es mit einem Death Cross außerdem zu einem Verkaufssignal gekommen ist. Da die Aktie im Bereich von 90 HKD (9,90 Euro) mit Blick auf den Relative-Stärke-Index überverkauft war, setzte eine Stabilisierung ein.
Zwischen Mitte November und März ist es dadurch im Bereich von 90 bis 100 HKD (11,00 Euro) zu einem Bodenbildungsprozess gekommen. Zwischenzeitliche Anstiegsversuche scheiterten jedoch einerseits an den gleitenden Durchschnitten sowie andererseits am Widerstandsbereich zwischen 102 und 105 HKD (11,22 bis 11,55 Euro). Dieser konnte erst Ende März überwunden werden, wodurch die BYD-Aktie eine ganze Reihe von prozyklischen Kaufsignalen geliefert hat.
... doch jetzt ist die Aktie wieder fest in der Hand der Bären
Allerdings ist das Papier rasch auf neue technische Probleme gestoßen. Im RSI ist es zu einer Top-Bildung und damit gegenüber der Aktienkursentwicklung zu bearishen Divergenzen gekommen, die zum jüngsten Verkaufsdruck beigetragen haben. Das Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte in der vergangenen Woche beschleunigte und bestätigte den Abwärtstrend dann noch weiter, wie der unter die Nulllinie gefallene Trendstärkeindikator MACD zeigt.
Am Handelsplatz in Hongkong ist BYD dadurch am Mittwoch auf 90,20 HKD (9,92 Euro) zurückgefallen, wo sie nur noch wenig von einem neuen 52-Wochen-Tief trennt. Fällt sie unter das bisherige Tief bei 88,50 HKD (9,74 Euro) droht ein weiteres Verkaufssignal und eine abermalige Beschleunigung des Abwärtstrends - eine Gefahr, die Anlegerinnen und Anleger jetzt ernst nehmen sollten, da die technischen Indikatoren schwach sind und noch keine Gegenbewegung oder Trendwende erkennen lassen.
Mit einem RSI von rund 32 Punkten auf Tageskursbasis ist BYD noch nicht einmal überverkauft. Das gilt erst recht auf Wochen- (39,3) und Monatsbasis (45,6), was zeigt, dass das technische Abwärtspotenzial selbst nach der jüngsten Talfahrt beträchtlich ist. Neue Impulse zur Oberseite lägen erst jenseits von 105 HKD wieder vor, hierfür liefert der Chart aktuell jedoch keine Anhaltspunkte.
Fazit: Verlustrisiken aktuell höher als die Gewinnchancen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht für 2026 ein KGVe von 18,7 zu Buche. Das liegt zwar deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 58,9, ist für einen Fahrzeughersteller aber noch immer überdurchschnittlich hoch, vor allem jetzt, da sich zunehmend die für die Branche übliche Zyklizität einstellt und BYD nach ersten Absatz- und Gewinnrückgängen nicht mehr uneingeschränkt als Wachstumswert einzuschätzen ist. Bewahrheiten sich daher die Margensorgen und ein Nachfrageboom durch anhaltend hohe Treibstoffkosten bleibt aus, stellt das aktuelle Bewertungsniveau ebenfalls mehr Gegen- als Rückenwind dar und birgt ebenfalls Abwärtspotenzial.
Für Anlegerinnen und Anleger empfiehlt es sich daher gegenwärtig nicht, die Aktie zu kaufen. Wer an BYD interessiert ist, sollte entweder eine nachhaltige (mindestens mehrwöchige) Bodenbildung abwarten, für die es jedoch noch keine Anzeichen gibt, oder eine Entspannung kaufen, die für Kurse oberhalb von 105 HKD einsetzen würde.
Gastautor: Max Gross
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