
© Foto: fn Symbolbild
Bayer kämpft seit Jahren mit einem "schwierigen Erbe". Milliardenklagen, auslaufende Patente, ein heftig schwankender Aktienkurs. Jetzt heißt es genau hinschauen, denn hinter der Kulisse des Rechtsstreit-Dramas läuft ein Bayer auf Hochtouren und präsentierte starke Quartalszahlen, eine Pipeline voller neuer Wirkstoffe, zwei FDA-Beschleunigungen innerhalb von wenigen Stunden und ein riesiger Augenheilkunde-Deal. Die Aktie steht gerade knapp oberhalb des 50er SMA. Dieses Signal kennen Trader. Könnte das der Beginn der nächsten Aufwärtswelle in Richtung 48 bis 50 Euro sein?
Operatives Geschäft läuft rund
Im ersten Quartal 2026 hat Bayer geliefert. Der Konzernumsatz kletterte auf 13,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um 9 Prozent zu. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 2,71 Euro. Das ist ein schöner Sprung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders die Agrarsparte überraschte, denn trotz eines Rückgangs bei Glyphosat-Herbiziden wuchs das Segment stark, weil die Saatgutverkäufe anzogen und ein Lizenzstreit mit Corteva beigelegt wurde. Das brachte fast eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in die Kasse. Gleichzeitig baut Bayer seine Pharma-Pipeline gezielt aus. Die FDA gewährte dem Krebswirkstoff Sevabertinib den Priority-Review-Status. Kurz darauf nahm die Behörde auch den Zulassungsantrag für den Blutgerinnungshemmer Asundexian zur beschleunigten Prüfung an. Beide Entscheidungen fielen innerhalb von zwei Tagen. Dazu kommt die Übernahme von Perfuse Therapeutics für bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar, um die Augenheilkunde strategisch zu stärken.
Charttechnik
Aktuell notiert die Bayer-Aktie bei rund 39 Euro, und damit hauchdünn über dem 50-Tage-Durchschnitt. Nach der letzten Abwärts- und Seitwärtsbewegung könnte genau dieser Bereich das Ende der Konsolidierungsphase markieren. Gelingt der nachhaltige Ausbruch nach oben über die Marke von 40 Euro, wäre der Weg in Richtung 48 bis 50 Euro technisch frei, dort lagen zuletzt das Jahreshoch sowie das Kursziel mehrerer Analysten. Das 52-Wochen-Tief vom Mai 2025 liegt bei rund 23 Euro, auf Jahressicht hat die Aktie damit eine tolle Performance hingelegt. Wer einsteigen möchte, könnte dies z. B. mit einem engen Stopp-Loss von fünf bis zehn Prozent unter dem Einstiegskurs tun, um das Risiko zu begrenzen.

Was tun?
Die Bayer-Aktie ist kein Investment, um beruhigt sich schlafen zu legen, aber das war sie noch nie. Doch die Kombination aus soliden Q1-Zahlen, einer sich füllenden Pipeline und einem Chart, der gerade ein mögliches Kaufsignal liefert, macht die Aktie interessant. Analysten der DZ Bank sehen das Kursziel bei 51 Euro, mwb research sogar bei 52 Euro. Auf der anderen Seite: Der freie Cashflow war im ersten Quartal mit minus 2,3 Milliarden Euro und damit deutlich im negativen Bereich, weil Bayer weiter Milliarden für US-Vergleiche zahlt. Die Opt-out-Frist beim Roundup-Vergleich im Juni bleibt ein Risikofaktor. Wer mit einem klar definierten Stopp einsteigt (siehe oben) und die Entwicklung der Rechtslage im Blick behält, findet hier eine spekulative Chance.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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