
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die SAP-Aktie hat bei Investoren weiterhin einen schweren Stand. Zumindest technisch gibt es jedoch Gründe dafür, warum Anleger jetzt nicht aufgeben sollten.
SAP: Das Kursgeschehen ist unverändert zäh
Trotz anhaltendem KI-Boom gehen Anlegerinnen und Anleger von SAP nach wie vor leer aus. Die Aktie notiert gegenüber dem Jahreswechsel mit einem Minus von -27,5 Prozent und setzte in den vergangenen Monaten ihren übergeordneten Abwärtstrend fort. SAP leidet wie andere Software- und Clouddienstleistungswerten unter der Furcht vor einer KI-Disruption und der anhaltenden Rotation von Kapital in Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte.
Dessen ungeachtet halten viele Anlegerinnen und Anleger vor allem hierzulande SAP unverändert die Treue. Einerseits ist das Unternehmen einer der wenigen Software-Anbieter von weltweiter Bedeutung in einer Branche mit sonst fast unangefochtener US-Dominanz. Andererseits schürt der starke Kursrückgang gegenüber den früheren Rekordnotierungen die Hoffnung auf einen Turnaround und damit auf hohe Kursgewinne.
Genau für ein solches Szenario verdichten sich aktuell zumindest die charttechnischen Hinweise. Wer bei SAP bereits an Bord ist, sollte es für den Moment unbedingt bleiben und nicht vorzeitig aufgeben. Warum, zeigt der Blick in den Chart der Aktie:

Am übergeordneten Abwärtstrend hat sich bislang nichts geändert ...
An der grundsätzlichen Ausgangslage hat sich zunächst nichts verändert, SAP notiert in einem hartnäckigen Abwärtstrend, der zwischenzeitlich zur Halbierung der Anteile geführt hat. Eine noch immer große Belastung stellt der Kursrutsch nach den im Januar vorgelegten Quartalszahlen dar, der zum Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal und neuen Mehrjahrestiefs geführt hatte.
Seither taten sich die Käuferinnen und Käufer schwer, einen nachhaltigen Boden zu etablieren. Der Versuch im Bereich um 175 Euro scheiterte nach dem Beginn des Iran-Krieges. Auch zwischen 135 und 150 Euro blieb das Kursgeschehen lange volatil und ließ ernsthafte Anstiegsversuche lange vermissen. Doch in den vergangenen Tagen gab es einige Entwicklungen, die jetzt Mut machen.
... doch kurzfristig liegen substanzielle Verbesserungen vor
Zum einen ist der Aktie der Anstieg über die 50-Tage-Linie gelungen, was ein erstes prozyklisches Kaufsignal darstellt. Zwar blieben Anschlusskäufe bislang aus, doch die 50-Tage-Linie konnte trotzdem verteidigt werden, was ihren neuen Charakter als Unterstützung unterstreicht. Zum anderen zeigen sich auch die technischen Indikatoren stark verbessert. Sowohl im Relative-Stärke-Index als auch im Trendstärkeindikator MACD liegen Aufwärtstrends vor, welche den Anstieg der Aktie begleiten. Das verbürgt sich in der Regel für Nachhaltigkeit.
Dabei ist dem MACD der Vorzeichenwechsel gelungen, was gleichbedeutend mit einem neuen (kurzfristigen) Aufwärtstrend der Aktie ist. Gleichzeitig notiert der RSI über 50 Punkten, was technische Stärke bedeutet. Das könnte jetzt zu einer Rückkehr in den Trendkanal führen. Damit ließe eine dauerhafte Trendwende zwar weiter auf sich warten, die Aktie würde aber ein mittelfristiges Anstiegspotenzial bis zur Trendkanaloberkante freisetzen, die gegenwärtig bei rund 180 Euro liegt. Das entspricht der Chance auf bis zu 20 Prozent bei einem Abwärtsrisiko von etwa 10 Prozent, wenn bei 135 Euro eine Stopp-Loss-Order platziert wird, was ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2 zu 1 bedeutet und jetzt einen Einstieg auf der Long-Seite rechtfertigt.
Fazit: Die Geduld könnte sich jetzt endlich auszahlen
Anlegerinnen und Anleger sollten bei SAP am Ball bleiben. Zwar ist der Weg zu einer nachhaltigen Trendwende unverändert weit, doch die jüngsten technischen Verbesserungen geben berechtigten Anlass zur Hoffnung. Das kann von antizyklisch agierenden Investoren auch zum Aufbau neuer Positionen genutzt werden. Inzwischen dürften die Erwartungen an das Unternehmen außerdem so niedrig sein, dass jede Art von positiven Nachrichten zu einem Kurssprung führen könnte.
Außerdem könnte nicht nur SAP, sondern die gesamte Software-Branche jederzeit davon profitieren, dass ein Teil der Kapitalrotation aus der Branche in Hardware-Titel rückabgewickelt werden könnte, nachdem Aktien wie AMD, Micron und SanDisk inzwischen massiv überkauft und die Unternehmensbewertungen aus dem Ruder gelaufen sind, während sie bei Microsoft, SAP und Co. auf Mehrjahrestiefs liegen.
Gastautor: Max Gross
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