
© Foto: Roland Mey auf Pixabay (Symbolbild)
Auf den ersten Blick sieht der Chart von Airbus noch "trüb" aus, die Aktie hat seit Jahresbeginn noch nicht Fahrt aufnehmen können, sondern deutlich nachgegeben. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt darin auch eine Chance, dass die Aktie jetzt richtig Gas geben könnte. Fundamental gibt es neue Großaufträge, eine KI-Partnerschaft mit Mistral AI, ein Rekordstreckenflugzeug kurz vor dem Einsatz und ein Verteidigungsgeschäft, das gut läuft. Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von über 200 Euro, während die Aktie aktuell bei rund 172,50 Euro notiert. Das ist eine Differenz, die Chancen birgt. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wo Airbus wirklich steht, und was das für Sie als Anleger bedeutet.
Starkes Auftragspolster und technologischer Aufbruch
Airbus hat Fahrt aufgenommen. Das Unternehmen absolvierte mit dem A350-1000ULR den Erstflug einer Maschine, die für Qantas künftig Direktverbindungen über rund 18.500 Kilometer ermöglichen soll. Fast vier Stunden war der Jet in der Luft, auf über 41.000 Fuß Höhe. Das ist ein Vorgeschmack auf das lukrativste Streckensegment der kommenden Jahre. Auch im Frachtgeschäft geht es voran. Air China Cargo hat die Bestellung auf zehn A350F aufgestockt. Die Maschinen laufen mit Trent-XWB-97-Triebwerken und sind vollständig SAF-kompatibel. Das Thema Nachhaltigkeit ist bei Airbus also nicht nur ein leeres Wort, sondern Teil des Produkts. Obendrauf kommt ein mehrjähriger KI-Vertrag mit Mistral AI. Ziel ist es dabei, maßgeschneiderte Modelle in Konstruktion, Fertigung und Cybersicherheit einzusetzen. Wer die eher träge Luftfahrtbranche kennt, weiß, dass das ein mutiger Schritt ist. Im Verteidigungsbereich bietet Airbus der kanadischen Regierung lokale Hubschrauberfertigung im Rahmen eines Programms mit einem Volumen von bis zu 18,4 Milliarden kanadischen Dollar an. In Quebec und Ontario arbeiten bereits über 5.000 Airbus-Mitarbeiter.

Charttechnik
Der Chart von Airbus ist zweigeteilt. Seit dem 52-Wochen-Hoch bei 221,30 Euro im Januar hat die Aktie kräftig Federn gelassen. Das Jahrestief lag Ende März bei 157,42 Euro. Seitdem hat sich der Kurs erholt und notiert aktuell bei rund 172,50 Euro und damit bereits über dem 50er SMA. Das ist ein erstes positives Zeichen. Der 200er SMA bei 189,68 Euro ist noch ein Stück entfernt. Aber er ist das entscheidende Ziel. Gelingt der Ausbruch darüber, öffnet sich schnell der Weg zur runden 200-Euro-Marke. Und von dort aus sind 210 bis 220 Euro, also der Bereich, den viele Analysten als fairen Wert sehen, durchaus realistisch. Der RSI liegt bei neutralen 47 Punkten. Das signalisiert, dass diese Aktie aber auch noch Platz in beide Richtung hat. Positiv gesehen natürlich auch nach oben. Nicht weil das Unternehmen schlecht ist, ist es jetzt da wo es ist, sondern weil Panik und Lieferkettensorgen die Kurse gedrückt haben. Wer antizyklisch agiert, findet hier eventuell eine interessante Ausgangslage.
Was tun?
Lieferkettenprobleme bei der A320neo-Reihe belasten das Unternehmen, und neue Pflichtinspektionen für die A318- bis A321-Flotte kommen als Kostenposten hinzu, aber das Orderbuch ist prall gefüllt, das Auslieferungsziel von 870 Jets für 2026 steht, und die nächste Quartalszahl kommt am 29. Juli. Bis dahin könnte der Kurs bei guten Nachrichten schon deutlich höher stehen. Analysten von Deutsche Bank und Barclays sehen Kursziele zwischen 220 und 226 Euro, das ist mehr als 25 Prozent über dem aktuellen Niveau. Wer langfristig agiert, findet bei Airbus aktuell eine gute Ausgangsbasis. Die Aktie ist recht günstig bewertet, technisch auf dem Weg zum Ausbruch bereit. Ein Einstieg in Tranchen, also nicht alles auf einmal, erscheint möglich und durchaus auch sinnvoll. So lässt sich der Schnittkurs verbessern, während man aber gleichzeitig schon von einer möglichen Erholung profitiert.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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