DJ Unicredit wendet sich im Streit mit Commerzbank an Bafin
DOW JONES--Der Streit zwischen der Commerzbank und der Unicredit im Zusammenhang mit dem laufenden Übernahmeangebot für die Frankfurter Bank nimmt an Schärfe zu. Die Unicredit hat nun ihrerseits die Finanzaufsicht Bafin aufgefordert, Stellungnahmen der Commerzbank und ihre "naheliegende Motivation, die Integrität des Übernahmeverfahrens zu beeinträchtigen und bei Stakeholdern für Verwirrung zu sorgen" zu untersuchen. Zudem droht die Unicredit dem Vorstand der Commerzbank mit der Ablösung.
Ein Streitpunkt dreht sich um mögliche Aktien-Leihgeschäfte im Zusammenhang mit den angedienten Aktien. "Behauptungen, die tatsächliche Zahl der eingelieferten Aktien sei niedriger, weil diese Aktien von Unicredit geliehen worden seien, sind falsch und entbehren jeder Grundlage", so die italienische Bank.
Die Commerzbank hatte vergangene Woche Mittwoch auf einen "erheblichen Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten" hingewiesen. Es sei "nicht auszuschließen, dass der erhebliche Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten mit dem Annahmeverhalten einzelner Banken und Parteien, die mit der Unicredit verbunden sind, in Zusammenhang steht". Nach ihren Daten befinden sich nur ein Teil der angedienten Aktien "wirklich im Eigentum der andienenden Parteien". Sie wies zudem erneut auf die fehlende wirtschaftliche Logik der Andienung von Aktien an, da der Angebotspreis deutlich unter dem Aktienkurs der Commerzbank liege.
Laut Unicredit liegt ihre unmittelbare Beteiligung an der Commerzbank inklusive der im Rahmen des Angebots angelieferten Aktien deutlich über der Schwelle von 30 Prozent. Mit Stand 12. Juni sind der Unicredit 11,86 Prozent der Aktien angedient worden. 26,8 Prozent der Anteile hielt sie schon vorher direkt. Das Angebot läuft bis zum 16. Juni.
Mit einer ausreichenden Unterstützung in der Hauptversammlung "wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen, der seinerseits für die Bestellung des Vorstands zuständig wäre", teilte Unicredit weiter mit.
Es sei nicht zutreffend, dass dafür eine höhere Mehrheit nötig wäre. Eine Dreiviertelmehrheit wäre erforderlich für eine Verschmelzung oder sonstige gesellschaftsrechtliche Umstrukturierungsmaßnahmen. Das sei aber aktuell nicht relevant, da eine Verschmelzung der Commerzbank mit der deutschen Unicredit-Tochter Hypovereinsbank nicht vor einer Restrukturierung der Commerzbank selbst erfolgen würde.
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June 15, 2026 03:34 ET (07:34 GMT)
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