DJ ASML-Aktie fällt nach Bericht über China-Export von EUV-Maschine
Von Joe Stonor
DOW JONES--Der Kurs der ASML-Aktie ist nach einem Medienbericht gefallen, dass die Trump-Administration Bedenken geäußert hat, eine der hochtechnologischen EUV-Lithografiemaschinen des niederländischen Unternehmens könnte ungeachtet aller Exportbeschränkungen in China eingesetzt werden.
Die Aktie des wertvollsten europäischen Unternehmens rutschte im frühen Handel um bis zu 2,6 Prozent ab, bevor sich das Minus auf 0,7 Prozent einpendelte. Das Papier, das im Wert fast 8 Prozent des gesamteuropäischen Index Stoxx 600 ausmacht, ist seit Jahresbeginn um rund 80 Prozent gestiegen.
US-Handelsminister Howard Lutnick soll nach einem Bloomberg-Bericht gegenüber Führungskräften des in Amsterdam notierten Unternehmens die Sorge geäußert haben, dass eine der leistungsstarken Extrem-Ultraviolett-Lithografiemaschinen nach China gelangt sei. Damit wäre gegen von den USA verhängten Exportbeschränkungen verstoßen worden, schreibt die Nachrichtenagentur, die sich auf nicht genannte Quellen beruft.
"ASML hat noch nie eine EUV-Maschine nach China geliefert, noch haben wir nach China Komponenten, Module oder Geräte exportiert, die speziell für den Einsatz in einer EUV-Maschine entwickelt wurden", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. ASML hatte zuvor bereits Behauptungen zurückgewiesen, es habe Exportkontrollen nicht eingehalten.
ASML ist der weltweit einzige Anbieter dieser Maschinen, die für die Massenproduktion modernster Chips erforderlich ist. Der Hightech-Hersteller steht damit an vorderster Front des globalen Wettrüstens im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Die Lithografiemaschinen, die streng kontrolliert werden und eine enge Überwachung durch ASML-Mitarbeiter erfordern, setzen Hochleistungslaser ein, um mikroskopisch kleine Muster auf Siliziumscheiben zu drucken. Zu den Hauptkunden des Unternehmens zählen der Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) und Samsung Electronics.
"Das sind sehr schwer zu schmuggelnde Dinge", sagte Ben Barringer, Leiter der Technologieanalyse beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot über die Anlagen.
ASML erklärte, das Unternehmen stehe regelmäßig im Austausch mit Regierungsvertretern weltweit.
"Wir erkennen die nationalen Sicherheitsüberlegungen hinter den Exportkontrollvorschriften in den USA und den Niederlanden an", heißt es in der Stellungnahme der Gesellschaft.
ASML sei diplomatische Verwicklungen aufgrund der Bedeutung seiner Ausrüstung für Spitzentechnologie-Chips gewohnt, urteilt der Analyst. Es sei dem Unternehmen einfach nicht möglich, ein Land dem anderen vorzuziehen. "ASML muss die Beziehungen zu den Chinesen aufrechterhalten. Es geht nicht nur darum, sich auf die Seite der USA zu stellen", sagte Barringer.
Der Bloomberg-Bericht dürfte ASML nun unter Druck setzen, sagte Tickmill-Marktstratege Patrick Munnelly. Das KI-Wettrüsten zwischen den USA und China sei ein hochsensibles Thema.
"Das ist nicht nur für ASML selbst von Bedeutung", schrieb Munnelly in einer Mitteilung an Kunden. "Die weltweite Aktienrally hängt stark vom Chipsektor ab. Jedes erneute Risiko von US-chinesischen Technologiebeschränkungen würde direkt gegen den KI-getriebenen Optimismus wirken, der die Märkte stützt", so Munnelly.
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June 19, 2026 08:16 ET (12:16 GMT)
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