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Die Energiewende wird häufig mit Windrädern und Solaranlagen verbunden. Die Transformation des Energiesystems reicht jedoch deutlich weiter. Damit erneuerbare Energien zuverlässig genutzt werden können, braucht es leistungsfähige Stromnetze, moderne Speicherlösungen, intelligente Steuerungssysteme und eine robuste Infrastruktur. Für die EVN AG (ISIN: AT0000741053) sind diese Themen bereits Teil des operativen Geschäfts und der strategischen Ausrichtung.
Entsprechend breit ist auch das Investitionsprogramm des niederösterreichischen Energie- und Infrastrukturdienstleisters angelegt. Im Rahmen seiner Strategie 2030 will der Konzern rund eine Milliarde Euro pro Jahr investieren. Ein wesentlicher Teil dieser Mittel ist für Projekte vorgesehen, die den Umbau des Energiesystems unterstützen und zugleich die Versorgungssicherheit langfristig stärken sollen. Dazu zählen insbesondere Stromnetze, erneuerbare Erzeugung, Batteriespeicher, E-Mobilität und Wasserinfrastruktur.
Milliardenprogramm als Kern der Strategie
Während Investitionsentscheidungen in vielen Branchen derzeit von wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt sind, setzt das Unternehmen auf Kontinuität und langfristiges Wachstum. Bis 2030 soll jährlich rund eine Milliarde Euro investiert werden - etwa vier Fünftel davon in Niederösterreich.
Mit den erwähnten Investitionsschwerpunkten setzt die EVN auf zentrale Zukunftsfelder und erweitert der Konzern nicht nur seine Erzeugungskapazitäten, sondern investiert gezielt in jene Infrastruktur, die ein leistungsfähiges, verlässliches und nachhaltiges Energiesystem künftig tragen soll.
Auch finanziell steht das Unternehmen auf einem soliden Fundament. Die jüngsten Halbjahreszahlen unterstreichen diese Ausgangsposition: Im ersten Halbjahr 2025/26 stieg das EBITDA um 7,9 Prozent auf 553,3 Millionen Euro, das Konzernergebnis legte um 24,7 Prozent auf 312,4 Millionen Euro zu.
Netze werden zum Rückgrat der Energiewende
Ein erheblicher Teil der Investitionen fließt in die Stromnetze. Dieser Bereich erhält in der öffentlichen Wahrnehmung oft weniger Aufmerksamkeit als Windparks oder Solaranlagen, gilt jedoch als zentrale Voraussetzung für die Energiewende. Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien steigt die Zahl dezentraler Einspeiser kontinuierlich. Gleichzeitig verändern E-Mobilität und neue Verbrauchsmuster die Anforderungen an die Stromnetze. Damit Strom jederzeit dort ankommt, wo er benötigt wird, müssen die Netze entsprechend ausgebaut und modernisiert werden.
Für Netzbetreiber entstehen dadurch langfristige Investitionsmöglichkeiten in einem Bereich, der für die Energieversorgung unverzichtbar ist. Die EVN profitiert hier von ihrer Rolle als Betreiberin zentraler Versorgungsinfrastruktur.
Erneuerbare Energien bleiben Wachstumstreiber
Parallel zum Netzausbau treibt der Konzern den Ausbau seiner erneuerbaren Erzeugungskapazitäten weiter voran. Aktuell verfügt das Unternehmen über Windkraftkapazitäten von rund 561 Megawatt sowie Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 133 Megawatt-Peak. Erst kürzlich wurden weitere Windparks in Gnadendorf und Ebenfurth in Niederösterreich in Betrieb genommen. Gleichzeitig arbeitet der Konzern an zusätzlichen Wind- und Solarprojekten, um seine Ausbauziele bis 2030 zu erreichen.
Bemerkenswert ist dabei, dass die erneuerbare Stromerzeugung im ersten Halbjahr trotz schwächerer Wind- und Wasserverhältnisse nahezu auf Vorjahresniveau gehalten werden konnte. Zusätzliche Kapazitäten halfen dabei, wetterbedingte Rückgänge weitgehend auszugleichen. Das zeigt, dass der weitere Ausbau nicht nur für langfristiges Wachstum wichtig ist, sondern auch die Widerstandsfähigkeit der Erzeugungsbasis stärken kann.
Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung
Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien gewinnt die flexible Speicherung von Strom zunehmend an Bedeutung. Je stärker die Einspeisung von Wind- und Solarstrom schwankt, desto wichtiger wird es, Energie bei Bedarf gezielt verfügbar zu machen.
Vor diesem Hintergrund investiert das Unternehmen auch in mehrere Großbatteriespeicher. In Theiß entsteht derzeit eine Anlage mit einer Leistung von 70 MW, in Dürnrohr ein weiterer Speicher mit 16 MW.
Solche Batteriespeicher gelten als zentrale Bausteine eines zukunftsfähigen Energiesystems. Sie helfen dabei, Stromangebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen, kurzfristige Schwankungen auszugleichen und die Stabilität der Netze zu unterstützen.
Eine wichtige Rolle spielen sie zudem im Flexibilitätsmanagement. Gemeint ist damit die intelligente Abstimmung von Erzeugung, Speicherung und Verbrauch - mit dem Ziel, das Stromsystem auch bei zunehmender Einspeisung erneuerbarer Energien verlässlich und effizient zu steuern.
Infrastruktur endet nicht bei Strom
Die Investitionen reichen deutlich über das klassische Energiegeschäft hinaus. Ein weiterer zentraler Schwerpunkt bleibt die Trinkwasserversorgung - ein Bereich, der angesichts wachsender Anforderungen an Infrastruktur und Versorgungssicherheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Aktuell arbeitet das Unternehmen an einer neuen überregionalen Transportleitung, die künftig das Weinviertel mit dem Industrieviertel verbinden soll. Damit stärkt der Konzern die Versorgungssicherheit in Niederösterreich und schafft zusätzliche Resilienz für die regionale Wasserinfrastruktur.
Parallel dazu wird auch der Ausbau der Elektromobilität vorangetrieben. Gemeinsam mit AVIA Österreich wurde eine Kooperation zum Aufbau zusätzlicher Schnellladestationen gestartet. Ab 2026 sollen an AVIA-Tankstellen in ganz Österreich neue Ladepunkte entstehen.
Was bedeutet das für Anleger?
Die Investitionen machen deutlich, dass sich die EVN längst über die Rolle eines klassischen Energieversorgers hinausentwickelt hat. Schritt für Schritt formt sich ein breit aufgestellter Infrastrukturkonzern, der zentrale Zukunftsfelder wie Energie, Wasser, Netze, Speicher und Mobilität miteinander verbindet.
Auch am Kapitalmarkt wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. Mehrere Analysten beurteilen die Perspektiven derzeit positiv: ODDO BHF und Kepler Cheuvreux nennen jeweils ein Kursziel von 33 Euro, die Erste Group sieht den fairen Wert sogar bei 36,00 Euro.
Analystenschätzungen sind naturgemäß keine Garantie für die tatsächliche Kursentwicklung. Sie zeigen jedoch, dass die langfristige Strategie des Unternehmens wahrgenommen wird - und dass der eingeschlagene Transformationskurs auch aus Investorensicht an Profil gewinnt.
Fazit
Mit Investitionen von rund einer Milliarde Euro pro Jahr verfolgt die EVN ein umfangreiches Infrastruktur- und Ausbauprogramm im österreichischen Energiesektor. Im Mittelpunkt stehen Netze, erneuerbare Energien, Batteriespeicher, E-Mobilität und Trinkwasserversorgung.
Die aktuellen Projekte zeigen, dass die Energiewende nicht nur neue Erzeugungskapazitäten benötigt, sondern vor allem ein leistungsfähiges Gesamtsystem. In diesen Bereichen positioniert sich das Unternehmen zunehmend als wichtiger Infrastrukturpartner für die Energieversorgung der Zukunft.
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ISIN: AT0000741053
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