BERLIN (dpa-AFX) - Nach der bundesweiten Störung im Bahnverkehr wegen Problemen mit dem digitalen Bahnfunk fordert Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eine umfassende Aufklärung. Sollte es sich um Probleme mit Hardware-Komponenten oder um ein Update-Problem eines Servers handeln, müsse die Bahn ihre Systeme so aufstellen, dass sich das nicht wiederhole, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Eine deutschlandweite Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R hatte bei der Deutschen Bahn (DB) am späten Dienstagabend rund zwei Stunden lang für Stillstand gesorgt. Kurz nach Mitternacht wurde das Problem behoben. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder. Danach lief der Verkehr Schritt für Schritt wieder an.
Die Bahn machte zunächst keine näheren Angaben zur Ursache der Störung. Diese sei in der Nacht identifiziert und rasch behoben worden, hieß es bei dem bundeseigenen Konzern. Es könnten aber noch keine Details genannt werden. Sicherheitsbehörden gehen nach rbb-Informationen nicht von Sabotage aus. Als Ursache werde ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn vermutet. Von einem Software-Update berichteten Bahnmitarbeitende auch dem SWR.
SPD-Politiker fordert rasches Handeln
Der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Armand Zorn, fordert rasche Maßnahmen. "Wenn eine technische Störung den Bahnverkehr in großen Teilen Deutschlands beeinträchtigen kann, dann muss schnell und umfassend gehandelt werden." Die Sicherheitsbehörden, die Bahn und das Bundesverkehrsministerium müssten die Ursache umgehend ausfindig machen und zeitnah die Sicherheit der Systeme verbessern.
Der bundesweite Ausfall des Zugfunks zeige einmal mehr, wie verwundbar Teile der kritischen Infrastruktur seien, betonte Zorn. "Ein reibungsloser und krisenfester Bahnverkehr ist für Millionen Menschen, Unternehmen und auch für die militärische Sicherheit unerlässlich. Der Bahnverkehr ist eine Frage der nationalen Sicherheit."/sl/DP/zb



