
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Nachlassende Spannungen und eine Straffung der Geldpolitik sorgen für fallende Edelmetallpreise. Davon bleiben auch Produzentenaktien wie Barrick Mining nicht verschont.
Barrick Mining: Seit Ende Januar ist hier die Luft raus
Seit dem Blow-Off-Top bei Edelmetallen Ende Januar läuft für Anlegerinnen und Anlegern von Gold und Silber sowie von Produzentenaktien nicht mehr viel zusammen. Während Gold gegenüber seinem Allzeithoch bei knapp 5.600 US-Dollar pro Feinunze bereits fast 29 Prozent eingebüßt. Für Silber ging es sogar um mehr als die Hälfte nach unten. Gegenüber dem Jahresauftakt ist die Bilanz längst negativ - das gilt mit einem Minus von 16,3 Prozent auch für die Nummer 2 der Welt, Barrick Mining.
Zwar ist die Bilanz gegenüber dem Stand vor 12 Monaten mit einem Plus von 76,3 Prozent noch hervorragend und auch die Outperformance gegenüber Gold, das sich im selben Zeitraum "nur" um 19,7 Prozent verteuert hat, kann sich sehen lassen. Doch genau diese Diskrepanz lässt jetzt weitere Kursverluste befürchten, zumal sich im Chart der Aktie ein Verkaufssignal abzeichnet. Rückenwind von Notenbanken dürften Anlegerinnen und Anleger dagegen nicht mehr erwarten - selbst die lange akkommodative Fed hat unter ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh ihr Bekenntnis zu Preisstabilität erneuert. So könnte es jetzt weitergehen:

Goldpreiskorrektur stellt Aufwärtstrend in Frage
Nach einer langen Akkumulations- und Seitwärtsphase zwischen Juni 2022 und August 2025 befindet sich die Barrick-Mining-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend mit zeitweise außergewöhnlich hoher Dynamik - auf dem Höhepunkt des Goldrauschs hatte sich die Aktie gegenüber ihren Mehrjahrestiefs mehr als verdreifacht. Doch die sinkenden Goldpreise stellen genau diesen starken Trend jetzt zunehmend infrage.
Seit dem Blow-Off-Top bei Gold und Silber liegt auch bei Barrick Mining ein Abwärtstrend vor. Mit dem Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte hat die Aktie außerdem Verkaufssignale generiert. In diesen droht mit einem Death Cross jetzt ein weiteres Verkaufssignal. Der Zeitpunkt hierfür ist kritisch, denn der Aktie gehen die Unterstützungen aus. Die Chance auf einen Doppel-Boden bei rund 37 US-Dollar haben die Käuferinnen und Käufer bereits vertan. Dadurch rückt der Support bei 35 US-Dollar in den Fokus.
Verluste bis mindestens 30 US-Dollar einplanen
Mit Blick auf die technischen Indikatoren ist es recht wahrscheinlich, dass es zu einem weiteren Verkaufssignal und damit auch einem Bruch der Unterstützung bei 35 US-Dollar kommt, denn der Relative-Stärke-Index (RSI) zeigt eine ausgeprägte Schwäche der Aktie an, während der Trendstärkeindikator MACD nicht nur unter seine Null-, sondern auch seine Signallinie gefallen ist, was auf einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend hindeutet. Bullishe Divergenzen, welche eine Gegenbewegung oder gar eine Trendwende einleiten könnten, liegen dagegen noch keine oder nur sehr schwach ausgeprägt vor.
Während zur Unterseite das Risiko eines Kursrutsches bis rund 30 US-Dollar lauert, sind die Möglichkeiten der Aktie nach oben begrenzt. Für neue Kaufsignale würde erst ein nachhaltiger Anstieg über die gleitenden Durchschnitte sowie die Abwärtstrendlinie bei 42 US-Dollar sorgen. Hierfür gibt es gegenwärtig jedoch keine Hinweise, zumal Barrick Mining hierfür auch einen steigenden Goldpreis angewiesen sein dürfte. Der ist aktuell aber ebenfalls nicht zu erwarten. Da das Interesse auch von institutioneller Seite aus nachlässt.
Fazit: Wer Gold will, sollte lieber bei einem Konkurrenten zugreifen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung erscheint Barrick Mining gegenwärtig günstig. Das KGVe 2026 liegt mit 9,3 um 42 Prozent unter dem 5-Jahres-Durchschnitt, gleichzeitig ist das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 0,51 als sehr attraktiv einzuschätzen - diese Erwartungen spiegeln jedoch einen deutlich höheren Goldpreis als aktuell wider. Sollte dieser weiter sinken oder auf dauerhaft niedrigerem Niveau verharren, wären Analystinnen und Analysten zur Anpassung ihrer Prognosen gezwungen. Eher als die Bewertung könnte daher das Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar wirken.
Insgesamt weist Barrick Mining gegenwärtig kein attraktives Chance-Risiko-Profil auf, insbesondere so lange Gold fundamental starkem Gegenwind ausgesetzt ist. Wer in der Branche investieren und sich für eine neue Edelmetall-Rallye in Stellung bringen will, sollte das lieber bei B2Gold tun. Hier ist die Ausgangslage zwar grundsätzlich vergleichbar, die Bewertung ist aber noch deutlich günstiger (KGVe 2026: 5,6), während das Unternehmen seine Produktion in den kommenden Jahren deutlich ausweiten und von Mali wegdiversifizieren wird, was für eine geringere Risikoprämie und Nachholbedarf bei der Bewertung spricht.
Gastautor: Max Gross
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