
© Foto: von andreas N auf Pixabay
Die BASF-Aktie tritt seit Wochen auf der Stelle, dabei brodelt es unter der Oberfläche gewaltig. Während J.P. Morgan den Daumen senkt und strukturelle Probleme der Chemiebranche heraufziehen sieht, traut die Deutsche Bank dem Konzern ein sattes Ergebnisplus zu und nennt ein Kursziel von 60 Euro. Mit der Sparoffensive CoreShift will BASF-Chef Kamieth die Kostenbasis kräftig zusammenstreichen, ein Teilverkauf der Agrarsparte könnte zusätzliches Geld in die Kasse spülen. Und charttechnisch? Die Aktie hängt genau an der Schwelle, die über den Rebound nach oben entscheidet. Wenn Sie wissen wollen, warum sich jetzt ein zweiter Blick lohnt, sollten Sie weiterlesen.
BASF: Steht die Rally kurz vor dem Comeback?
Bei BASF ist gerade einiges in Bewegung, denn der Ludwigshafener Chemiekonzern hat mit seinem Sparprogramm CoreShift ein klares Zeichen gesetzt. Bis 2029 sollen die Fixkosten im Kerngeschäft um ein Fünftel sinken. Das wäre ein echter Hebel für die Profitabilität. Hinzu kommt die "Winning Ways"-Strategie, mit der das Management die Kapitalallokation schärfer steuert und die Wertschöpfungsketten stärkt. Auch ein möglicher Teilbörsengang der Agrarsparte ab 2027 könnte frisches Geld und neue Fantasie bringen.
Die Geschäftszahlen sprechen für sich: Im ersten Quartal hat BASF mit einem Gewinn pro Aktie von 1,32 Euro die Erwartungen von 1,06 Euro klar übertroffen. Seit Jahresbeginn legte die Aktie zwar zu, zumindest je nach Betrachtungszeitraum, aber im Vergleich zu anderen Top-Performen ist das Plus recht überschaubar, aber immerhin kein Minus.
Gleich vier Analysten haben in den vergangenen 90 Tagen ihre Gewinnschätzungen nach oben angepasst. Die Deutsche Bank bleibt bei "Buy" und sieht das Kursziel bei 60 Euro, weil sie von einem Ebitda-Plus von knapp einem Drittel im zweiten Quartal ausgeht. Auch Goldman Sachs votiert trotz leicht gesenktem Kursziel von 65 auf 63 Euro weiter mit "Buy".

Charttechnik
Die BASF-Aktie ist zuletzt am Ausbruch nach oben bei der 55 Euro-Marke gescheitert und das schon zum wiederholten Male. Seither konsolidiert sie bis in die starke Anstiegskerze von Ende März hinein. Genau das könnte aber jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt sein. Hält die Unterstützung im Bereich der März-Kerze - das untere Ende lag bei ca. 45 Euro, eröffnet sich Potenzial für einen erneuten Anlauf nach oben und dann mit Kursziel 60 Euro, falls der Ausbruch bei der 55 Euro-Marke dieses Mal gelingt. Diese Marke bleibt dabei der psychologische Schlüssel, dessen Überwindung der Aktie neuen Schwung verleihen dürfte.
Der RSI mit einem Wert von 40 hat jedenfalls Potenzial für einen erneuten Anlauf nach oben.
Was tun?
Wer auf BASF blickt, sieht eine Aktie, die zum wiederholten Male den Durchbruch nicht geschafft hat und aktuell konsolidiert und sich die Wunden leckt, aber genau das macht die Aktie spannend. J.P. Morgan bleibt skeptisch und verweist auf strukturelle Probleme der europäischen Chemiebranche, während Deutsche Bank und Goldman Sachs an der Kaufempfehlung festhalten. Fundamental spricht vieles für BASF, so z. B. die starken Q1-Zahlen, steigende Gewinnschätzungen und eine Dividendenrendite von rund 4,5 Prozent, die auch in schwierigen Zeiten Stabilität bietet. Der Wegfall des auslaufenden Aktienrückkaufprogramms im Juni dürfte zwar kurzfristig etwas Rückenwind kosten, ändert aber wenig am mittelfristigen Bild. Charttechnisch bietet die aktuelle Konsolidierung eine Chance auf einen späteren Ausbruch. Anleger mit etwas Geduld könnten hier einen attraktiven Einstiegspunkt finden, Stopp knapp unter der 45 Euro und Kursziel 60 Euro im Blick.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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