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Small- & Micro Cap Investment
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Europa umwirbt Brasilien im Wettlauf um Seltene Erden: Warum Brüssel mehr bietet als China - und welche Unternehmen profitieren könnten

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Die Europäische Union verschärft den globalen Wettbewerb um kritische Rohstoffe. Während China den Markt für Seltene Erden seit Jahrzehnten dominiert und die USA ihre Lieferketten ebenfalls neu aufbauen, wirbt Brüssel nun offensiv um Brasilien. Das Besondere: Anders als viele bisherige Rohstoffpartnerschaften verspricht die EU nicht nur Abnahmeverträge, sondern auch Investitionen in Verarbeitung, Technologie und lokale Wertschöpfung. Für Brasilien könnte das einen Wendepunkt bedeuten - und für Investoren rücken mehrere börsennotierte Unternehmen stärker in den Fokus.

Europa sucht Alternativen zu China

Der Hintergrund ist klar: Seltene Erden gehören zu den wichtigsten Rohstoffen für Elektromobilität, Windkraft, Robotik, Halbleiter und Verteidigungstechnologien. Doch bei der Verarbeitung ist die Abhängigkeit von China enorm.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur entfallen rund 91 Prozent der weltweiten Raffinierung und Trennung von Seltenen Erden auf China. Bei Permanentmagneten liegt der chinesische Marktanteil sogar bei rund 94 Prozent. Diese Dominanz ist für Europa spätestens seit den Erfahrungen während der Pandemie und den geopolitischen Spannungen der vergangenen Jahre zu einem strategischen Risiko geworden.

Entsprechend verfolgt die EU mit ihrem Critical Raw Materials Act das Ziel, Lieferketten breiter aufzustellen und neue Partnerländer aufzubauen.

Brasilien rückt in den Mittelpunkt

Genau hier kommt Brasilien ins Spiel.

Das Land verfügt über die zweitgrößten bekannten Reserven kritischer Mineralien weltweit und verfolgt gleichzeitig eine klare industriepolitische Strategie: Ausländische Investoren sollen nicht lediglich Rohstoffe abbauen und exportieren, sondern möglichst die gesamte Wertschöpfung im Land aufbauen.

EU-Kommissar Jozef Sikela machte diese Position während seines Besuchs in Brasilien deutlich. Europa wolle Brasilien nicht lediglich als Rohstofflieferanten nutzen, sondern beim Aufbau eigener Raffinerien, neuer Technologien und industrieller Kompetenz unterstützen. Die EU könne ihren Bedarf über langfristige Abnahmevereinbarungen sichern, während Brasilien höhere Margen durch die Verarbeitung im eigenen Land erzielen könne.

Damit unterscheidet sich das europäische Angebot bewusst von klassischen Rohstoffabkommen, bei denen oftmals lediglich der Export unverarbeiteter Rohstoffe im Vordergrund steht.

Viridis zeigt, wohin die Reise gehen könnte

Wie ernst Brüssel dieses Vorhaben meint, zeigt der Besuch des EU-Kommissars beim Forschungs- und Verarbeitungszentrum von Viridis Mining and Minerals (ISIN: AU0000190829) im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais.

Das Unternehmen betreibt dort bereits eine Pilotanlage zur Verarbeitung von Seltenen Erden und plant Investitionen von rund 360 Millionen US-Dollar in eine kommerzielle Anlage mit einer geplanten Produktion von 15.000 Tonnen Mixed Rare Earth Carbonate (MREC) jährlich ab 2028.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Viridis durch eine Absichtserklärung mit dem belgischen Chemiekonzern Solvay über die zukünftige Lieferung von MREC. Nach Angaben des Unternehmens laufen Gespräche mit europäischen Partnern bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Mehr als nur Seltene Erden

Die europäischen Ambitionen gehen allerdings über Seltene Erden hinaus.

Sikela bestätigte, dass auch brasilianische Nickel- und Lithiumprojekte auf der Prioritätenliste stehen. Parallel wird zwischen der EU und der brasilianischen Regierung an einem Memorandum of Understanding gearbeitet, das die Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe deutlich vertiefen könnte.

Damit entwickelt sich Brasilien zunehmend zu einem geopolitischen Knotenpunkt im Wettbewerb zwischen Europa, den USA und China.

Welche Unternehmen könnten profitieren?

Neben Viridis rücken weitere Unternehmen mit Projekten in Brasilien stärker in den Fokus internationaler Investoren.

Besonders interessant erscheint St George Mining (ISIN: AU000000SGQ8). Das australische Unternehmen entwickelt mit dem Araxá-Projekt im Bundesstaat Minas Gerais eines der größten Seltene-Erden- und Niobium-Projekte Brasiliens. Die Lagerstätte umfasst aktuell eine JORC-Ressource von 70,91 Millionen Tonnen mit durchschnittlich 4,06% TREO sowie bedeutenden Niobium-Gehalten und zählt damit zu den größeren Hartgesteinsprojekten außerhalb Chinas.

Bemerkenswert ist dabei weniger allein die Ressourcengröße als vielmehr die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Während Europa verstärkt Wert auf lokale Verarbeitung legt, hat St George in den vergangenen Monaten gezielt Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgebaut. Dazu gehören Kooperationen mit dem spanischen Engineering-Unternehmen Técnicas Reunidas zur Evaluierung moderner Verarbeitungstechnologien, Vereinbarungen mit Boston Metal im Bereich Niobium sowie weitere Initiativen in Brasilien und den USA. Ziel ist es, nicht nur Rohstoffe zu fördern, sondern hochwertige Zwischen- und Endprodukte für westliche Lieferketten bereitzustellen.

Parallel schreitet die technische Entwicklung voran. Erste metallurgische Testarbeiten lieferten positive Ergebnisse sowohl für Niobium- als auch Seltene-Erden-Konzentrate. In den kommenden Monaten sollen Pilotanlagen, weitere Prozessoptimierungen sowie zusätzliche Entwicklungsstudien folgen.

Auch finanziell hat das Unternehmen zuletzt einen wichtigen Schritt gemacht. Mitte Juni sicherte sich St George im Rahmen einer stark nachgefragten Kapitalerhöhung 60 Millionen australische Dollar. Zu den größten Investoren zählt Hancock Prospecting von Gina Rinehart, das seinen Anteil auf rund 10,5 Prozent erhöhte. Nach Angaben des Unternehmens stehen damit künftig mehr als 100 Millionen australische Dollar für Bohrprogramme, Pilotanlagen und die weitere Projektentwicklung zur Verfügung.

Ein neuer Rohstoff-Wettbewerb beginnt

Für Investoren zeigt sich damit ein grundlegender Wandel. Während in der Vergangenheit vor allem der Besitz von Lagerstätten im Mittelpunkt stand, gewinnt heute zunehmend die Fähigkeit an Bedeutung, komplette Lieferketten außerhalb Chinas aufzubauen.

Europa signalisiert Brasilien dabei einen langfristigen industriepolitischen Ansatz: Kapital, Technologie und Verarbeitungskapazitäten sollen gemeinsam mit sicheren Rohstofflieferungen entstehen. Sollte dieser Kurs erfolgreich umgesetzt werden, könnte Brasilien in den kommenden Jahren zu einem der wichtigsten Pfeiler westlicher Lieferketten für kritische Mineralien aufsteigen.

Davon könnten etablierte Produzenten ebenso profitieren wie fortgeschrittene Entwickler. Während Unternehmen wie Serra Verde bereits produzieren und Viridis mit europäischen Partnern verhandelt, positionieren sich Projekte wie Araxá von St George Mining zunehmend als potenzielle Bausteine einer neuen westlichen Rohstoffstrategie. Für Anleger bleibt jedoch zu beachten, dass sich viele dieser Projekte noch in der Entwicklungsphase befinden und weitere technische, regulatorische sowie finanzielle Meilensteine erreichen müssen, bevor sie in die kommerzielle Produktion übergehen.

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Quellen

https://www.giga-hamburg.de/de/publikationen/giga-focus/europe-s-quest-for-critical-raw-materials-in-latin-america
https://www.pubaffairsbruxelles.eu/eu-institution-news/commissioner-sikela-visits-brazil-to-strengthen-cooperation-on-critical-raw-materials-transport-and-digital/
https://international-partnerships.ec.europa.eu/news-and-events/news/commissioner-sikela-concludes-global-gateway-investment-mission-brazil-2026-06-26_en
https://www.reuters.com/world/china/eu-courts-brazil-strategic-partner-global-race-critical-minerals-2026-06-22/
https://www.scmp.com/news/china/diplomacy/article/3358405/eu-pitches-brazil-more-beneficial-rare-earths-deal-us-or-china
https://www.ncbcapitalmarkets.com/research/latestnews/8237-eu-courts-brazil-as-strategic-partner-in-critical-minerals-race
https://www.miningreporters.com/noticia/news/2026/06/eu-brazil-critical-minerals-rare-earths-partnership

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St George Mining
Land: Australien
ISIN: AU000000SGQ8
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