Bei der BENO Holding AG hat sich 2025 operativ einiges bewegt. Zwar ist der Umsatz nur moderat von 8,7 auf 9,2 Mio. Euro gestiegen, deutlich wichtiger war aber die Entwicklung der Ertrags- und Cashflow-Kennzahlen. Der FFO sprang von -0,1 auf 2,25 Mio. Euro, der operative Cashflow verbesserte sich von -0,5 auf 3,6 Mio. Euro. Parallel dazu wurde die Bilanz gestärkt: Das Eigenkapital erhöhte sich auf 34,9 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote erreichte 35,1 Prozent. Damit hat BENO nicht nur die laufende Profitabilität sichtbar verbessert, sondern auch die Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt gelegt.
In den vergangenen Jahren stand vor allem der Aufbau der Plattform im Vordergrund. Das Unternehmen hat ein Portfolio mit zwölf Light-Industrial-Standorten in Deutschland und rund 158.000 Quadratmetern Nutzfläche zusammengestellt, einzelne Objekte neu ausgerichtet, das Property Management weitgehend in die eigene Organisation geholt und Prozesse digitalisiert. Der aktuelle Verkehrswert des Bestands liegt bei rund 90 Mio. Euro, die jährliche Nettokaltmiete bei etwa 7,3 Mio. Euro.
Der Reiz des Modells liegt dabei weniger in klassischen Büro- oder Wohnimmobilien, sondern in flexibel nutzbaren Gewerbe- und Industrieobjekten. BENO setzt auf Standorte, die für Mieter betrieblich relevant sind, gleichzeitig aber zusätzliche Optionen bieten - etwa durch Modernisierung, Neuvermietung, Umnutzung oder energetische Aufwertung. Wichtig ist daher die Drittverwendbarkeit. Fällt eine industrielle Nutzung weg, können je nach Objekt andere Konzepte infrage kommen, beispielsweise Logistikflächen oder perspektivisch auch urbane Rechenzentren.
Aus dieser Basis soll nun eine deutlich größere Plattform entstehen. BENO sieht im stark zersplitterten Markt für Light-Industrial-Bestandsimmobilien erhebliches Expansionspotenzial und strebt mittelfristig einen Anstieg des Portfoliowerts von rund 90 auf 300 Mio. Euro an. Eine Pipeline von mehr als 190 Mio. Euro ist nach Unternehmensangaben bereits vorhanden. Ein wichtiger Hebel wäre dabei, dass die inzwischen aufgebauten Strukturen zusätzliches Volumen aufnehmen können, ohne dass die Fixkosten im gleichen Maß steigen. Das sollte sich positiv auf die FFO-Marge auswirken. Ergänzend will BENO die Dachflächen der Objekte stärker für Photovoltaik nutzen. An einem Standort wurde ein solches Konzept bereits umgesetzt; besonders interessant ist die Kombination aus eigener Stromerzeugung und Vermarktung an die Mieter, da daraus wiederkehrende, margenstarke Erträge entstehen können.
Für eine vollständige Umsetzung der Wachstumspläne dürfte perspektivisch auch der Kapitalmarkt eine Rolle spielen. Kurzfristig verfügt BENO aber über eigene Spielräume. Die Eigenkapitalquote lässt noch zusätzliche Fremdfinanzierungen zu, zudem bestehen bei einzelnen Objekten Umfinanzierungsmöglichkeiten. Nach Repositionierungen oder Neuvermietungen könnten dadurch Mittel freiwerden; allein für 2026 beziffert das Unternehmen dieses Potenzial auf bis zu 8 Mio. Euro.
Damit hat BENO gute Voraussetzungen geschaffen, um aus einem bislang überschaubaren Bestand heraus eine größere Light-Industrial-Plattform zu entwickeln. Gelingt dieser Schritt, dürfte das auch die Wahrnehmung am Kapitalmarkt verändern. Die Aktie notiert derzeit noch rund 30 Prozent unter dem NAV von 11,42 Euro je Aktie. Auch im Vergleich mit ähnlich positionierten europäischen Immobiliengesellschaften erscheint die Bewertung nicht ambitioniert. Das bietet einen gewissen Sicherheitspuffer, falls die Expansion langsamer vorankommt als geplant.
(aktien-globlal.de, erstellt 06.07.26, 8:12 Uhr, veröffentlicht 06.07.26, 8:25 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
Originalmeldung: https://www.aktien-global.de/news-cov/beno_holding_xxxx/beno_holding_nach_dem_plattformaufbau_kommt_die_wachstumsstory-24330/



