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Mike Judith
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KI zwischen Euphorie und Skepsis: Warum Anleger jetzt breiter denken sollten

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Von Mike Judith, CSO TEQ Capital Kaum ein Thema spaltet die Kapitalmärkte derzeit so sehr wie Künstliche Intelligenz.

Handelt es sich um den Beginn einer jahrzehntelangen technologischen Transformation oder bereits um eine Phase überzogener Erwartungen? Die Debatte erinnert unweigerlich an frühere Innovationszyklen - und wird aktuell auch von zwei prominenten Vertretern des europäischen Asset Managements exemplarisch geführt: Dr. Bert Flossbach und Edouard Carmignac. Bemerkenswert ist dabei weniger, dass beide zu scheinbar unterschiedlichen Einschätzungen gelangen, sondern dass aus meiner Sicht beide überzeugende Argumente vorbringen.

Dr. Bert Flossbach warnt davor, den gegenwärtigen Investitionsboom unkritisch fortzuschreiben. Zwar gehöre Künstliche Intelligenz zweifellos zu den prägenden Technologien der kommenden Jahrzehnte und verfüge über das Potenzial, Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Ob sich die heute eingepreisten Produktivitätsgewinne und Umsatzpotenziale jedoch in dem erwarteten Umfang realisieren lassen, sei offen. Seine Skepsis gründet sich vor allem auf typische Merkmale fortgeschrittener Börsenzyklen: Erwartungen, die sich kaum noch belastbar quantifizieren lassen, zunehmende Spekulation durch gehebelte Anlageprodukte, steigende Volatilität und eine Kapitalallokation, die Unternehmen außerhalb des KI-Sektors kaum noch Aufmerksamkeit schenkt. Hinzu komme die in der Phase der Blasenbildung typische Tendenz, steigende Kurse mit steigender Qualität gleichzusetzen und fundamentale Bewertungsmaßstäbe zunehmend auszublenden. Edouard Carmignac widerspricht dieser Schlussfolgerung nicht grundsätzlich - setzt jedoch einen anderen Schwerpunkt.

Die Sorge vor überhöhten Bewertungen sei nachvollziehbar, argumentiert er. Historisch habe jedoch nahezu jede bedeutende technologische Revolution zunächst Übertreibungen hervorgebracht. Entscheidend seien deshalb weniger potenzielle kurzfristige Exzesse als die Frage, ob Investoren den langfristigen strukturellen Wandel unterschätzten.

Die größten Anlagefehler seien selten dadurch entstanden, dass Anleger nicht an eine technologische Revolution geglaubt hätten. Diese seien aber häufig vor der vollen wirtschaftlichen Entfaltung ausgestiegen. Viele Marktteilnehmer, so Carmignac, blickten derzeit vor allem auf die Höhe der Welle und zu wenig auf die Stärke der Gezeiten, die sie trage.

Aus meiner Sicht führt diese Debatte zu einer naheliegenden Schlussfolgerung: Nicht die Entscheidung zwischen KI-Optimismus und -Skepsis dürfte entscheidend sein, sondern die Frage der Portfolioaufstellung. Denn die Entwicklung des ersten Halbjahres 2026 liefert bereits einen interessanten Hinweis. Die viel beachteten "Magnificent Seven" blieben in Summe hinter dem breiten Aktienmarkt zurück - und noch deutlicher hinter zahlreichen Unternehmen entlang der KI-Wertschöpfungskette. Nach Schätzungen von Barclays entfielen rund 87 Prozent der Kursgewinne des S&P 500 im ersten Halbjahr auf Halbleiter- und Hardwareunternehmen, also auf jene Zulieferer, ohne die der Ausbau der KI-Infrastruktur nicht möglich wäre. Darin könnte sich ein Wendepunkt abzeichnen. Während sich die Aufmerksamkeit der vergangenen Jahre nahezu ausschließlich auf die großen US-Megacaps konzentrierte, beginnt der Markt zunehmend zwischen Plattformunternehmen, Infrastrukturanbietern, Halbleiterherstellern, Netzwerktechnologie und spezialisierten Softwareunternehmen zu differenzieren. Die KI-Wertschöpfungskette ist breit - und damit auch die Investitionsmöglichkeiten.

Worauf ich seit zwei Jahren unentwegt hinweise: Hier liegt aus meiner Sicht die eigentliche Chance. Wer ausschließlich auf die bekannten Megacaps setzt, geht erhebliche Konzentrationsrisiken ein. Eine breitere Diversifikation entlang der gesamten Technologie- und KI-Wertschöpfungskette eröffnet dagegen die Möglichkeit, an den strukturellen Wachstumstreibern der kommenden Jahre zu partizipieren, ohne sich von der Entwicklung weniger Einzeltitel abhängig zu machen.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Abseits der "Magnificent Seven" finden sich zahlreiche Technologieunternehmen, deren Bewertungen trotz hervorragender Marktpositionen und Fundamentaldaten deutlich moderater ausfallen. Der KI-Boom hat deshalb eine zweite, häufig übersehene Seite: Chancen liegen dort, wo der Markt bislang noch nicht hinschaut.

Die entscheidende Frage lautet daher weniger, ob Künstliche Intelligenz kurzfristig überbewertet ist. Entscheidend ist vielmehr, wo innerhalb dieser technologischen Revolution künftig Wertschöpfung entsteht - und wie breit Anleger daran partizipieren.

Anmerkung:

Der Autor Mike Judith ist Partner und Chief Sales Officer bei TEQ Capital.

Während die Gruppe der "Glorreichen Sieben" seit Jahresbeginn auf der Stelle tritt, legten der All-Cap-Fonds "TEQ - Disruptive Technologies" (ISIN: DE000DNA10X3), der Nebenwertefonds "TEQ - Small & Mid Cap Technologies" (ISIN: DE000DNA1XXX) sowie der "TEQ - General Artificial Intelligence ETF" (ISIN: LU3098954XXX) in demselben Zeitraum merklich zu. Eines fällt somit auf: Während auf Sicht von 3 Jahren noch die Large Caps dominieren, liegen über 2 Jahre, 1 Jahr sowie seit Jahresbeginn ausgewogene Portfolios mit Nebenwerten weit vorn.

Einladung:

TEQ Capital lädt zum Live-Markt- und Fondsupdate mit Frank Thelen und den TEQ Capital-Experten (16. Juli 2026, 15:00 Uhr) ein: Droht etwa eine neue Blase oder eröffnen sich attraktive Chancen? Im Webinar wird die aktuelle Marktlage sowie die Portfoliokonstruktion thematisiert: "KI, SpaceX, passive Investments - Wendepunkt für Investoren?" Hier geht es zur Anmeldung.

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Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine individuelle Empfehlung oder Aufforderung zum Erwerb, Halten oder Verkauf eines Finanzinstruments dar. Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden und können zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Die in der Vergangenheit erzielte Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Die TEQ Capital GmbH und für sie handelnde Personen sind selbst in die in diesem Beitrag genannten Unternehmen investiert. Hieraus können sich Interessenkonflikte ergeben. Der Beitrag gibt die Meinung der TEQ Capital GmbH zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.

Herausgeber: TEQ Capital GmbH handelnd als vertraglich gebundener Vermittler (§ 3 Abs. 2 WpIG) im Auftrag, im Namen, für Rechnung und unter der Haftung des verantwortlichen Haftungsträgers BN & Partners Capital AG, Steinstraße 33, 50374 Erftstadt.

TEQ Capital erbringt die Anlageberatung gegenüber dem TEQ - Disruptive Technologies und TEQ - Small & Mid Cap Technologies. Alleinige Grundlage für einen Anteilserwerb sind die jeweils gültigen Verkaufsunterlagen der Fonds (Verkaufsprospekt, Basisinformationsblatt sowie die aktuellen Jahres- und Halbjahresberichte). Diese sind kostenfrei in deutscher Sprache auf unserer Internetseite unter https://teq.capital verfügbar.

Enthaltene Werte: US67066G1040,DE000DNA10X3,DE000DNA1XXX,LU3098954XXX

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