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BioNTech hat die Corona-Euphorie längst hinter sich gelassen und das ist für das Unternehmen eher eine gute Nachricht. Der Mainzer Pharmakonzern entwickelt sich gerade in aller Stille zur klinischen Wette möglicherweise sogar des Jahrzehnts um. Mit sieben Studien-Meilensteinen in 2026, einer Kriegskasse von über 17 Milliarden Euro und einer Pipeline voller vielversprechender Krebsmittel könnte die Aktie endlich wieder durchstarten. Der Biotech-Index generell zeigt Stärke und machte neue Hochs und BioNTech hat gerade die perfekte Gelegenheit, diesen Schwung zu nutzen. Die 100 US-Dollar-Marke rückt näher.
Der Wandel vom Impfstoff zum Onkologen
BioNTech lebt gerade einen ungewöhnlichen Wandlungsprozess. Das Unternehmen, das weltweit für seine Covid-Impfung bekannt ist, schreibt jetzt ein völlig neues Kapitel. Der Coronaimpfstoff brachte zwar enorme Gewinne, doch diese Phase ist vorbei. Die Umsätze aus diesem Geschäft sind massiv weggebrochen. Im ersten Quartal 2026 sank der Gesamtumsatz von knapp 183 auf nur noch 118 Millionen Euro. Statt aber zu resignieren, baut BioNTech seine Onkologie-Abteilung systematisch auf. Der Konzern verfügt über 17,2 Milliarden Euro an Bargeld und Wertpapieren. Davon fließen mittlerweile über eine halbe Milliarde pro Quartal in die Krebsforschung. Trotz der daraus erstmal entstehenden Verluste wird dieses Geld wird nicht "verbrannt", sondern in ein völlig neues Geschäftsmodell investiert und generell ist der Umbau bereits in vollem Gange. BioNTech schließt mehrere Produktionsstandorte in Deutschland und Singapur, stößt Werke ab und wird dabei bis 2029 rund 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Das zeigt das radikale Umdenken, um Platz für die neuen Produkte zu schaffen.
Hoffnungsträger Pumitamig
Das Herzstück dieser Transformation heißt Pumitamig. Es ist ein bispezifischer Antikörper, den BioNTech gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt. Bereits beim ASCO-Kongress im Mai präsentierte der Konzern erste Zwischenergebnisse, die Anleger aufhorchen ließen. Bei nicht kleinzelligem Lungenkrebs zeigte das Mittel beeindruckende Ansprechraten. Aber Pumitamig ist nicht allein. BioNTech führt derzeit über 25 Studien in der Phase 2 oder 3 gleichzeitig durch. Bis Ende dieses Jahres sollen noch 15 Phase-3-Studien parallel am Laufen sein.
Jetzt kommts: Mindestens sieben dieser Studien könnten noch 2026 in ihre finalen Datenauslesungen gehen. T-Pam, ein erstes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, soll sogar noch dieses Jahr zur FDA eingereicht werden. Gotistobart, ein Kandidat gegen ein spezielles Lungenkrebssubtyp, könnte mit entscheidenden Daten aufwarten. Jede Menge Daten dürften da die kommenden Monate auf den Markt kommen und jede positive Studie könnte der Aktie neuen Schwung geben. Einige Analysten sehen das ebenso und haben Kursziele gesetzt, teilweise 30 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Charttechnik
Bei 90 US-Dollar notiert die BioNTech-Aktie gerade noch knapp unterhalb dem 50-Tage-Durchschnitt, der bei 92,15 US-Dollar verläuft. Überschreitet sie diesen, wäre das schon mal ein Trendwechsel im kurz- und mittelfristigen Bereich. Bis zum 200er SMA der bei 98,96 US-Dollar verläuft wäre es dann auch nicht mehr weit. Der RSI von rund 43 deutet an, dass die Aktie weder überverkauft noch überkauft ist, mitten im neutralen Bereich. Das bietet Luft nach oben. Sollte BioNTech erste positive Studienresultate liefern, könnte die Aktie leicht über die 100 US-Dollar-Marke brechen. Von dort wäre technisch der Weg bis 120-130 US-Dollar durchaus denkbar, insbesondere wenn die gesamte Biotech-Branche weiter Kraft zeigt.
Was tun?
Für potenzielle Anleger lohnt sich jetzt ein genaueres Hinschauen. BioNTech ist ein Wetten-Spiel auf erfolgreiche Studienergebnisse. Die Ausgangslage ist nicht schlecht, denn der Konzern hat genug Geld in der Kasse, die ersten Daten sehen vielversprechend aus, und die Transformation wird ernsthaft durchgesetzt. Die letzten Quartalszahlen zeigen zwar noch Verluste, aber das war zu erwarten während dieser Phase der Neuausrichtung. Charttechnisch öffnet sich die Tür, wenn die Aktie über die 100 US-Dollar-Marke steigt, zumal der gesamte Biotech-Sektor wieder Fahrt aufnimmt. Die Analysten glauben ebenfalls an höhere Kurse. Wer spekulativ veranlagt ist kann eventuell eine kleinere Positionen aufbauen mit Blick auf die Studienankündigungen der nächsten Monate. Vorsicht ist jedoch angebracht, denn auch eine Enttäuschung bei den Phase-3-Daten könnte den Kurs wieder nach unten drücken. Wird hierbei die 85 US-Dollar-Marke unterschritten, kann es nochmals in Richtung 80 US-Dollar fallen. Durch das Cash-Polster ist die Aktie nach unten aber abgefedert.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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