Die US-Börsen beendeten den gestrigen Handelstag überwiegend im Minus. Der S&P 500 verlor 0,5%, während der Dow Jones um 0,2% nachgab. Besonders deutlich fiel der Rückgang an der Technologiebörse aus: Der Nasdaq schloss rund 1,5% tiefer.
Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Halbleiter standen erneut unter Verkaufsdruck - und das trotz starker Quartalszahlen des taiwanesischen Chipherstellers TSMC. Anleger sorgen sich zunehmend um die hohen Bewertungen von KI-Unternehmen sowie die enormen Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur. Viele Marktteilnehmer hinterfragen inzwischen, ob sich diese Ausgaben langfristig auszahlen werden.
Besonders stark unter Druck gerieten Speicherchip-Hersteller. Micron verlor mehr als 5,5%, während SanDisk sogar um über 12% einbrach. Auch Alphabet gehörte zu den Verlierern. Medienberichten zufolge verzögert sich die Einführung des neuen KI-Modells Gemini 3.5 Pro um mehrere Monate, da interne Leistungsziele bislang nicht erreicht wurden. Die Meldung verstärkte die Sorgen, dass Alphabet im Wettbewerb um die Führungsrolle im KI-Markt an Dynamik verliert.
Die Schwäche der US-Technologiewerte belastete anschließend auch die asiatischen Börsen. Vor allem Halbleiter- und Technologieaktien standen unter Druck. Der japanische Nikkei 225 verlor mehr als 5,5%, während der Hang Seng in Hongkong rund 2,5% nachgab. Die südkoreanische Börse blieb aufgrund eines Feiertags geschlossen.
Börse Aktuell: Netflix enttäuscht mit Ausblick
Im Mittelpunkt der Berichtssaison stand außerdem Netflix. Die Aktie geriet nach Veröffentlichung des Ausblicks für das kommende Quartal unter Druck. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 12,86 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn je Aktie von 0,82 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit 13 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 0,84 US-Dollar gerechnet. Der vorsichtige Ausblick belastete die Aktie im nachbörslichen Handel.
Investoren achten zunehmend darauf, ob Netflix in eine reifere Wachstumsphase eintritt. Das Unternehmen setzt verstärkt auf neue Erlösquellen wie Werbung, Live-Streaming und Gaming, nachdem sich das Wachstum im klassischen Streaming-Geschäft verlangsamt hat. Zusätzlich kündigte Netflix an, künftig seltener Daten zu den Streaming-Stunden zu veröffentlichen. Einige Anleger befürchten dadurch eine geringere Transparenz bei der Bewertung der Geschäftsentwicklung.
Trotz des schwächeren Ausblicks bleibt die fundamentale Entwicklung solide. Netflix steigert weiterhin seine Umsätze, baut das Werbegeschäft aus und nutzt Künstliche Intelligenz zunehmend für die Produktion und Personalisierung von Inhalten. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass künftig nicht mehr die gestreamten Stunden, sondern Profitabilität und Umsatzentwicklung die entscheidenden Kennzahlen darstellen....
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