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Als Airbus (ISIN: NL0000235190) 2010 die A320neo-Familie vorstellte, stand nicht nur ein neues Triebwerk im Mittelpunkt. Hinter den Kulissen begann für zahlreiche Zulieferer ein Prozess, der oft deutlich länger dauert als die eigentliche Entwicklung eines Bauteils.
Denn in der Luftfahrt reicht es nicht aus, eine technische Lösung zu entwickeln. Bevor eine Komponente in einem Verkehrsflugzeug eingesetzt werden darf, müssen Hersteller und Zulieferer nachweisen, dass sie die Anforderungen von Flugzeugherstellern und Luftfahrtbehörden erfüllt. Genau deshalb können zwischen Entwicklung und Einsatz mehrere Jahre liegen.
Bevor ein Bauteil fliegt, beginnt die eigentliche Arbeit
Die europäische Luftfahrtbehörde EASA beschreibt Zertifizierung als den Nachweis, dass Produkte, Bauteile und Verfahren die geltenden Lufttüchtigkeitsanforderungen erfüllen.
Dafür werden technische Eigenschaften dokumentiert, Prüfverfahren durchgeführt und Fertigungsprozesse bewertet. Je nach Bauteil können zusätzlich Materialnachweise, Belastungstests oder Produktionsaudits erforderlich sein. Der eigentliche Entwicklungsprozess ist damit oft nur ein Teil des Gesamtaufwands.
Airbus und Boeing verwalten Systeme mit tausenden Einzelkomponenten
Ein modernes Verkehrsflugzeug besteht aus tausenden Bauteilen, die von spezialisierten Unternehmen rund um die Welt gefertigt werden. Airbus verweist auf ein globales Netzwerk von Industriepartnern und Zulieferern, die an Entwicklung und Produktion beteiligt sind. Boeing (ISIN: US0970231058) definiert für seine Lieferanten ebenfalls umfangreiche Qualitäts- und Prozessanforderungen.
Damit ein Flugzeug als Gesamtsystem funktioniert, müssen einzelne Komponenten nicht nur für sich betrachtet die Anforderungen erfüllen. Sie müssen auch mit anderen Systemen kompatibel sein und die jeweiligen Programmvorgaben einhalten.
Änderungen können weitreichende Folgen haben
Genau deshalb sind Änderungen in der Luftfahrt oft aufwendiger als in vielen anderen Industrien. Wird ein Bauteil angepasst, können zusätzliche Nachweise oder Freigaben erforderlich werden. Je nach Komponente müssen technische Dokumentationen aktualisiert und Prüfungen erneut durchgeführt werden.
Die Luftfahrtindustrie arbeitet deshalb mit umfangreichen Konfigurations- und Qualitätsprozessen, die sicherstellen sollen, dass Änderungen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Embraer zeigt, wie eng Hersteller und Zulieferer zusammenarbeiten
Auch Embraer (ISIN: US29082A1079 ADR) arbeitet mit einem internationalen Netzwerk spezialisierter Zulieferer. Der brasilianische Flugzeughersteller betreibt eigene Supplier-Programme und bewertet Lieferanten regelmäßig anhand definierter Kriterien. Dazu gehören unter anderem Qualität, operative Leistung und Zusammenarbeit.
Solche Strukturen zeigen, dass Flugzeughersteller nicht nur Komponenten einkaufen. Sie arbeiten über lange Zeiträume mit Unternehmen zusammen, die ihre technischen und organisatorischen Anforderungen erfüllen.
Warum Zertifizierung den Wettbewerb verändert
Die hohen Anforderungen wirken sich auch auf die Struktur der Branche aus. Ein neuer Anbieter benötigt nicht nur ein technisch funktionierendes Produkt. Zusätzlich müssen Fertigungsprozesse, Qualitätsmanagement und Dokumentationen den Anforderungen der jeweiligen Programme entsprechen.
Dadurch unterscheidet sich die Luftfahrt von Märkten, in denen Produkte vergleichsweise schnell ausgetauscht oder ersetzt werden können.
Was das für Unternehmen wie FACC bedeutet
Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) entwickelt, produziert und wartet Komponenten für Flugzeugprogramme von Airbus, Boeing und Embraer. Für Unternehmen in diesem Umfeld ist Zertifizierung kein einzelner Projektschritt, sondern Teil des laufenden Geschäfts. Neue Komponenten, Anpassungen bestehender Bauteile und die Einbindung in internationale Programme erfolgen innerhalb eines regulatorischen Rahmens, der von Herstellern und Behörden vorgegeben wird.
Genau deshalb spielen in der Luftfahrt nicht nur technische Fähigkeiten eine Rolle. Ebenso wichtig sind dokumentierte Prozesse, Qualitätsmanagement und die Fähigkeit, Anforderungen über lange Programmzyklen hinweg zu erfüllen.
Die Luftfahrtindustrie denkt in anderen Zeiträumen
Wer ein neues Flugzeug sieht, blickt auf das Ergebnis eines Entwicklungsprozesses, der oft viele Jahre zuvor begonnen hat. Die Zertifizierung von Komponenten gehört zu den Gründen dafür. Sie sorgt dafür, dass technische Änderungen nachvollziehbar dokumentiert und geprüft werden müssen, bevor sie in einem Verkehrsflugzeug eingesetzt werden.
Dadurch entstehen Abläufe, die sich deutlich von vielen anderen Industrien unterscheiden - und die erklären, warum neue Bauteile in der Luftfahrt häufig einen deutlich längeren Weg zurücklegen als in anderen Branchen.
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FACC
ISIN: AT00000FACC2
WKN: A1147K
https://www.facc.com
Quellen
https://www.easa.europa.eu
https://www.airbus.com/en/products-services/commercial-aircraft
https://www.boeingsuppliers.com
https://embraersuppliers.com
https://www.facc.com/en/news/awarded-with-supplier-of-the-year-award-facc-strengthens-partnership-with-embraer
https://www.airbus.com/en/products-services/commercial-aircraft/passenger-aircraft/a320-family
https://www.boeing.com/commercial/737max/
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