Wien (www.anleihencheck.de) - Nur wenige Wochen nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran sind die Spannungen im Nahen Osten zuletzt wieder aufgeflammt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).Beide Parteien würden die Infrastruktur der Gegenseite angreifen, und die Befahrbarkeit der Straße von Hormus sei wieder unklarer geworden. Diese Entwicklung habe auch Spuren an den Finanzmärkten hinterlassen, wobei betont werden müsse, dass die Marktreaktion deutlich moderater ausgefallen sei als zum Beginn des Konflikts Ende Februar/Anfang März. Die Ölpreise seien nach einer längeren Phase des Abwärtsdrucks wieder gestiegen, lägen mit rund USD 85 pro Fass aber weiterhin deutlich unter den Höchstständen von bis zu USD 120 pro Fass. Eine vergleichsweise stärkere Reaktion habe sich an den Zinsmärkten gezeigt, wo der erneute Anstieg der Ölpreise auf fruchtbaren Boden gefallen sei, da sowohl die EZB als auch die Federal Reserve bereits vor den jüngsten Ereignissen mit einem hawkishen Bias gepreist worden seien. Angesichts des erneuten Anstiegs der kurzfristigen Inflationserwartungen, der mit dem Ölpreisanstieg einhergegangen sei, hätten sich die Anleihemärkte in ihrer Einschätzung bestätigt gefühlt. Bei der EZB würden die Märkte inzwischen sogar Spielraum für zwei weitere Zinserhöhungen bis Jahresende sehen. Dies habe eine bestimmte Zeit lang auch für die Federal Reserve gegolten, doch nach einer Abwärtsüberraschung bei der Verbraucherpreisinflation (CPI) seien die Zinserwartungen deutlich zurückgenommen worden, sodass nun nur noch eine Zinserhöhung bis Jahresende erwartet werde. Vor diesem Hintergrund seien die Renditen von Bunds und US-Treasuries am kurzen Ende der Zinskurve deutlich angestiegen. Aber auch längere Laufzeiten hätten global unter Aufwärtsdruck gestanden, was letztlich sogar zu etwas steileren Zinskurven geführt habe. ...Den vollständigen Artikel lesen ...
© 2026 anleihencheck.de

