
© Foto: BASF 2026
BASF hat es (endlich) getan, denn der Ludwigshafener Chemiegigant überrascht die Märkte mit einem starken zweiten Quartal, das viele Erwartungen sprengt. Die Umsätze gehen in die Höhe, die Gewinne boomen und trotzdem traute sich die Aktie anfangs nicht, bzw. kaum zu steigen. Doch jetzt könnte sich das Blatt wenden, denn so manche Börsen-Experten sehen die Papiere auf dem Weg zu 55 Euro, danach könnten sogar 60 bis 63 Euro folgen. Die Frage scheint nicht mehr zu mehr sein, ob es aufwärts geht, sondern nur noch wie weit. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und es kann auch anders kommen. Wir zeigen, wie eine mögliche Strategie aussehen könnte.
Das Geschäft brummt wie lange nicht mehr
Es war einfach ein wirklich außergewöhnliches Quartal. BASF hat im zweiten Quartal 2026 gezeigt, wozu der Konzern fähig ist, wenn die Bedingungen stimmen. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent nach oben, auf 17,2 Milliarden Euro. Das ist ein Signal, dass das Geschäft wieder läuft. Auch beim operativen Ergebnis mit 2,4 Milliarden Euro EBITDA hat BASF die Analysten "überrumpelt". Sie hatten mit nur 2,1 Milliarden Euro gerechnet. Kunden zahlen offensichtlich bessere Preise, die Nachfrage zieht an und plötzlich hat BASF wieder Luft zum Atmen. Das Management reagierte konsequent und schraubte sogar die Jahresprognose nach oben. Statt 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro EBITDA peilt BASF nun 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro an. Ein deutliches Bekenntnis zur Stärke des Geschäfts. Der Gewinnsprung unter dem Strich fiel sogar noch spektakulärer aus: 4,1 Milliarden Euro statt 79 Millionen im Vorjahr. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass ein großer Teil aus dem Verkauf der Lacksparte an den Finanzinvestor Carlyle kommt und somit einem Einmaleffekt geschuldet ist. Trotzdem zeigt es, dass BASF nicht nur operational stark ist, sondern auch strategisch klug handelt. Besonders gut ist aber, gerade in Zeiten der schwierigen Lieferketten, steigenden Rohstoffpreisen und Zöllen, die regionale Flexibilität des Unternehmens. BASF kann in schwierigen Zeiten schnell zwischen verschiedenen Rohstoffen wechseln. Von teuerem Naphtha zu Butan oder Propan. Diese Fähigkeit in Zeiten von Ölpreisvolatilität und geopolitischen Spannungen ist Gold wert. Der Finanzvorstand Dirk Elvermann betont: Das Unternehmen ist robust aufgestellt, egal wie turbulent es wird. Das klingt gut!

Charttechnik
Der BASF-Chart erzählt, wenn er den sprechen könnte, eine Geschichte von Widerstand und Unterstützung. Der Kurs steht aktuell um 48 Euro. Pendelte aber schon mehrere Monate zwischen bestimmten Kursmarken (grob gesagt unten 40 Euro, oben 55 Euro) hin und her. Aktuell verläuft die 200-Tage-Linie bei 47,46 Euro und wirkt nach unten als zusätzliche Kursstütze. Solange diese Marke hält, bleibt der langfristige Aufwärtstrend intakt. Aufwärtsgerichtet könnte es dann zur psychologisch wichtigen 55-Euro-Marke gehen. Die Analysten von Bernstein und Deutsche Bank sehen sogar noch mehr Potenzial. Beide trauen der Aktie einen Sprung von bis 60 bis 61 Euro zu. Wenn das Momentum erst mal richtig sitzt und die Aktie die 55er-Marke nachhaltig knackt, dann könnten 60 bis 63 Euro durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, wenn die News weiterhin so positiv bleiben. Eine rote Linie gibt es aber auch. Unter 44,50 Euro sollte der Kurs nicht fallen. Das wäre ein Signal, dass das Aufwärtsrennen vorbei ist. Solange diese Marke aber verteidigt wird, sieht es gut aus für die Bullen.
Was tun?
BASF ist ein interessanter Kaufkandidat für Anleger, die auch etwas Geduld mitbringen. Die Quartalszahlen waren gut, die operative Entwicklung ist verbessert und die Bewertung erscheint noch nicht aus dem Ruder gelaufen. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 24 zahlt man für einen etablierten Konzern mit echtem Wachstum einen fairen Preis. Die Charttechnik sieht derzeit bullish aus, solange die 200-Tage-Linie hält und der Kurs nicht unter 44,50 Euro fällt. Das Management hat seine Hausaufgaben gemacht und die Strategie des Konzernumbaus trägt Früchte. Die geplante Abspaltung der Agrarsparte im zweiten Quartal 2027 könnte ein zusätzlicher Treiber für die Kurse sein. Allerdings gibt es auch Risiken, denn der Iran-Konflikt und die Situation an der Straße von Hormus könnten jederzeit eskalieren und die globale Konjunktur belasten. Auch die Chemiebranche insgesamt kämpft mit Überkapazitäten. Das sollte man nicht ignorieren. BASF hat bewiesen, dass es wieder kann. Jetzt geht es darum, ob der Markt das auch belohnt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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