Bei BENO rückt Anfang August ein Termin in den Blick, der auf den ersten Blick wenig spektakulär wirkt. Die ordentliche Hauptversammlung am 3. August hat formal nur die üblichen Beschlüsse auf der Agenda: Jahresabschluss, Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Wahl des Abschlussprüfers. Für Anleger könnte die Veranstaltung trotzdem interessant werden. Denn das Unternehmen könnte nun die ersten konkreten Schritte im Zuge der angepeilten Wachstumsoffensive ankündigen.
Die Ausgangslage, um in den kommenden Jahren aus dem heutigen Immobilienbestand eine deutlich größere Light-Industrial-Plattform zu schaffen, ist bereits vorhanden. BENO verfügt über zwölf deutsche Standorte mit zusammen rund 158.000 Quadratmetern Nutzfläche. Der Verkehrswert des Portfolios liegt bei etwa 90 Mio. Euro, die jährlichen Nettokaltmieten summieren sich auf rund 7,3 Mio. Euro. In den vergangenen Jahren ging es aber nicht nur um den Aufbau des Bestands, sondern auch um die Schaffung der operativen Strukturen. Im Zuge dessen wurden das Asset- und Property-Management stärker digitalisiert, zentrale Prozesse etabliert und die Plattform auf Skalierung vorbereitet.
Genau hier liegt der Kern der Investmentstory. BENO will das Portfoliovolumen perspektivisch von rund 90 auf 300 Mio. Euro erhöhen, wofür es nach Unternehmensangaben bereits eine umfangreiche Pipeline gibt. Sollte es gelingen, daraus konkrete Akquisitionen abzuleiten, könnte das Unternehmen seine Größe deutlich verändern, wobei das zusätzliche Volumen nicht mit einem proportionalen Kostenanstieg einhergehen soll. Vielmehr soll die bereits vorhandene Plattform zu einem Hebel für steigende FFO-Margen werden.
Zusätzliche Spielräume sieht BENO im Bestand selbst. Das Unternehmen verweist auf Refinanzierungsmöglichkeiten einzelner Objekte, auf Standortoptimierungen sowie auf Ertragspotenziale aus Photovoltaik und der Direktvermarktung von Strom an Mieter. Damit würden die Erträge nicht nur durch Zukäufe wachsen, sondern auch durch eine intensivere Nutzung der vorhandenen Immobilien.
Die Aktie hat von diesen Perspektiven zuletzt allerdings wenig profitiert. Bis Mitte Juli bewegte sich der Kurs ohne neuen Nachrichtenfluss überwiegend seitwärts, anschließend kam es bei geringen Umsätzen zu einem Rücksetzer von rund 8 Euro auf knapp über 7 Euro. Auffällig war, dass es danach einen signifikanten Insiderkauf gab.
Ein Vertrauensbeweis, der auch vor dem Hintergrund der Bewertung bemerkenswert ist. Denn der zuletzt ausgewiesene NAV liegt bei 11,42 Euro je Aktie und damit deutlich über dem aktuellen Börsenkurs. Das bietet zwar keine Garantie für steigende Kurse, schafft aber einen gewissen Bewertungspuffer. Für steigende Kurse dürfte entscheidend sein, ob BENO die angekündigte Wachstumsstory mit konkreten Maßnahmen unterlegt. Die Hauptversammlung könnte dafür ein erster geeigneter Anlass sein.
(aktien-global.de, erstellt 29.07.26, 10:03 Uhr, veröffentlicht 29.07.26, 10:13 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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